Up, up and away

Was macht die Sonde Rosetta auf dem Kometen Tschuri? Schnüffeln und trainieren. Die ESA versucht herauszufinden, wie man ein Weltraum-Fahrzeug erfolgreich auf einem Objekt im All landen kann. Und warum? Vielleicht, um in naher Zukunft Bagger nachzuschicken. Kometen und ihre kleinen Verwandten, die Asteroiden, tragen nämlich auch einen großen Anteil von wertvollen Erzen in sich. Die Bestände auf der Erde werden eines Tages erschöpft oder nur kostenintensiv abzubauen sein.

Raumschiff zum Erzlager im All (Bild: WikiImages/ pixabay.com)

Erze abbauen im All (Bild: Didgeman/ pixabay.com)

Mit dem Bergbau ist das Ruhrgebiet einst wohlhabend geworden. Ruhrbarone wurden reich mit Stahl und Eisen. Die Kohle, das schwarze Gold, bildete den Grundstein zum landesweiten Wohlstand. Als die Kohlenflöze in den oberen Erdschichten abgebaut waren wurde das Schürfen äußerst kostspielig. Hinzu kam eine internationale Konkurrenz, die weitaus kostengünstiger produzieren konnte als der heimische Markt. So endete die Erfolgsgeschichte im Kohlenpott.

Bald wird sie wieder neu geschrieben – im Himmel oder besser gesagt - im Weltall. Amerikaner und auch Europäer sind im Rennen um die besten Pfründe. Das größte Hindernis ist – der Weg. Raumfahrzeuge müssen geschaffen werden, dazu Technologien zum Abbau der Erze und Prozesse für den Abbau und den Transport. Ein kostspieliges Unternehmen.

Die Finanzierung

Wer hat auf der Welt das meiste Geld? Medienzaren, Ölbarone und Technologie-Marktführer. Namen wie Richard Branson (Virgin) und Larry Page, der Gründer von Google, finden sich auf der Liste der Inverstoren einer Company wie "Planetary Resources". Wer ist das und was tun sie?

Auf der Homepage zum Beispiel von planetaryresources.com finden sich interessante Angaben über die Vision des Unternehmens.
Unmögliches, Undenkbares soll vollbracht werden. Es ist die Rede von den natürlichen Ressourcen des Weltraums, von wirtschaftlicher Verfügbarkeit der Schätze auf der Erde und von der Ausbreitung menschlicher Aktivitäten auf andere Himmelskörper.
Die Aufzählung der benötigten Werkzeuge ist in der Tat beeindruckend. Raumfahrzeuge werden natürlich benötigt. Spezielle Sensoren sollen die Bodenschätze aufspüren. Eine ausgeklügelte Systematik soll Hin- und Rückflug, den Abbau und die Beladung punktgenau abstimmen. Lasergesteuerte Kommunikationssysteme sind in der Arbeit. Und die Abschussbasis allein wird schon mit 100 Millionen Dollar an Kosten veranschlagt, wenn man alles richtig verstanden hat.

Es liest sich wie ein umfassendes Projekt – und es scheint den Betreibern sehr ernst mit ihrem Unternehmen zu sein.

Zeit und Geld

Wieviel Umsatz steckt im Geschäft? Amerikanisch Medien sprechen vom "multi-billion Dollar business". Billionen, das sind im deutschen Sprachgebrauch eintausend Milliarden. Im Amerikanischen bedeutet ein Billion allerding "nur" eine Milliarde. Immerhin, es geht um Milliardengeschäfte.

How it will work. Der Abbau erfolgt wahlweise direkt auf dem Asteroiden in dessen Umlaufbahn. Oder die Mineure schleppen den Asteroiden gleich in die Erdumlaufbahn und beuten ihn dort kostengünstiger aus. Nichts ist unmöglich. Laterales Denken erlaubt alle Gedankenverbindungen. Und wann soll das erste Unternehmen starten? In zehn Jahren, so liest man. Um das Jahr 2025 soll die Arbeit beginnen.

 

Bildquelle: 237607/pixabay.com https://pixabay.com/de/raum-raumfahrzeug-asteroid-381477/ 

 

 

 

 

Kann man mitmachen? Der private Investor kann sich über eine Crowdfunding Plattform beteiligen. Unter dem Suchbegriff "planetary resources crowdfunding" finden sich im Internet entsprechende Angebote. Das Unternehmen als solches hört sich sehr phantastisch an. Die Investoren werden das Angebot klug prüfen wollen.

Ausblick

Irgendwie scheinen die Amerikaner wieder die richtige Nase für das Geschäft der Zukunft zu haben. Auf der einen Seite setzen sie auf "big data", und damit ist auch der Ausdruck data mining verbunden. Dazu erobern sie jetzt den Weltraum und werten die Himmelskörper als Erste wirtschaftlich aus.
Man darf gespannt sein, welche Konkurrenz sich diesem Anspruch stellen wird.

The Crowd - Finanzierung und Rendite

Im Übrigen bleibt abzuwarten, ob derartige Projekte vom Crowdfunding Plattformen zum Modell der Crowd-Investierung wechseln werden.
Beim Crowdfunding beteiligen sich Kleinanleger in der Regel an jungen Firmen (Start-Ups) oder Nischenprojekten. Die Investition in das Projekt kann in Form einer Gewinnbeteiligung, aber auch mit Gegenwerten in Form von Ehrungen und Geschenken, abgegolten werde.
Beim Crowdinvesting erwirbt der Investor eine Beteiligung an einem Unternehmen. Über den Business Plan wird eine Rendite versprochen. Die Anleger können auf verschiedene Weise Gewinne erzielen.
Die Wege zur Finanzierung der Aktivitäten im All lassen noch auf Varianten hoffen - und ebenfalls die Aussichten auf Renditen.

Der Weg zum Reichtum bleibt schwierig – aber die Idee des Asteroiden Mining ist schon verlockend

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