Fakten

In den Ozeanen schwimmen per dato zwischen 100 und 200 Millionen Tonnen Plastikmüll, je nachdem, welcher Statistik der Leser folgen will. Da der Normalbürger sich unter derart großen Zahlenangaben in der Regel nichts vorstellen kann, soll ein Beispiel die angegebene Menge verdeutlichen.

Wenn ein Haushalt am Tag einen Abfalleimer mit fünf Kilo Restmüll entleert, so kommt dieser Haushalt im Monat auf aufgerundet 100 Kilo Müll aller Art. Dieser enthält allerdings nicht nur Plastikbestandteile.
Lebt die angenommene Familie in Köln, einer Stadt mit rund einer Million Einwohnern, so kommt ein Müllberg von 100 Millionen Kilo an Abfällen aller Art pro Monat zusammen. Diese Menge an Plastikmüllschwimmt zurzeit in unseren Meeren. Diese Zahl, wie im vorigen Beispiel angenommen, entspricht also etwa 20 Millionen Mülltüten.
Auch bei diesen Größenordnungen fällt die Umsetzung in ein funktionierendes Alltags-Bild dem Menschen schwer. Es hört sich nach sehr viel an. Das folgende Bild soll dem Leser eine Visualisierung erleichtern.

Und diese Menge nimmt kontinuierlich zu. Pro Jahr gelangen, je nach Schätzung, zwischen sechs und acht Millionen Tonnen Müll zusätzlich in die Ozeane.

Wo befindet sich der Müll?

In allen Weltmeeren. Im Wattenmeer der Nordsee und in der Ostsee wurden hunderttausende von Plastikteilen pro Quadratkilometer ermittelt. Ähnliche Mengen werden für die Gewässer vor der britischen Küste und für das Mittelmeer angegeben.
Die bekannteste Erhebung wird vom Nordpazifik gemeldet. Im Meer zwischen Nordamerika und Asien soll ein Müllgebiet von der Größe Westeuropas schwimmen. In allen anderen Ozeanen wurden ähnliche Problemzonen festgestellt.

Woher kommt der Müll?

Die Menschen in den Küstenregionen werfen ihre Plastikabfälle vielerorts anscheinend einfach ins Meer. Von wilden Müllkippen im Inland wird eine weitere Menge der Problemberge über Flüsse in das Meer geführt.
Ein kleinerer Teil stammt aus sogenannten Ladungsverlusten, also aus Artikeln, die von Transportschiffen über Bord gegangen ist. Hinzu kommt eine beträchtliche Menge, die aus der Tsunami Katastrophe in Japan stammt.

Was bedeutet der Meeresmüll für den Menschen?

Eine Frage vorab: Zersetzt sich das Plastikmaterial nicht im Salzwasser?
Durch die Wellenbewegungen des Wassers und durch das Sonnenlicht lösen sich die Plastikteile im Laufe der Zeit auf. Allerdings soll dieser Vorgang für einzelne Verbindungen bis zu 500 Jahre dauern.
In der Zwischenzeit entstehen sehr kleine Bestandteile, die von den Fischen, aber von anderen Meereslebewesen wie Plankton, als Nahrungsbestandteile aufgenommen werden. Über die Nahrungskette nimmt der Mensch schließlich die mikroskopisch kleinen Plastik-Reste in sich auf.
Ist dies schädlich? Verschiedene Plastiksorten enthalten laut Untersuchungen für den menschlichen Organismus schädliche chemische Verbindungen. Einige der bei der Herstellung verarbeiteten chemischen Bestandteile sollen sogar krebserregend sein.

Nahrungskette im Meer (Bild: goo/ pixabay.com)

Was ist Plastik?

Holz verfault. Wenn ein Ast vom Baumstamm herunterfällt, dann vermodert der Ast nach einiger Zeit und seine Bestandteile vermischen sich mit dem Boden. Holz ist ein Naturstoff.
Plastik wird künstlich hergestellt. Es wird daher auch Kunststoff genannt. Der Unterschiede zu den natürlichen Baustoffen besteht in der Verwendung von sogenannten Makromolekülen.
Ein Molekül besteht aus einer Gruppe von Atomen. Durch geeignete wissenschaftliche Methoden können mehrere Moleküle miteinander zu größeren Gruppen, Makromolekülen, verbunden werden. Makro bedeutet im Griechischen groß, daher kommt die Bezeichnung für diese Molekülgruppe.

Die künstlich erzeugten Moleküle werden durch geeignete industrielle Verfahren zu langen Ketten verarbeitet, sodass viele miteinander verbundene Module entstehen (polymere, griechisch: viele Teile). Die so erzeugten Polymere werden in die gewünschte Form gebracht, zum Beispiel durch Erhitzung. Das Kunststoffprodukt ist entstanden.

Bei den Hawaii Inseln haben sich Plastikteile auch schon mit Vulkangestein, abgestorbenen Korallenresten und mit Sand zu einer Art von Gestein verbunden. Das Plastik löst sich in diesem Fall nicht mehr komplett in seine chemischen Bausteile auf.

Was ist die Lösung?

Freiwillige in aller Welt helfen dabei, die Küstenstreifen sauberer zu halten. Dazu gibt es bestimmte Tage, an denen weltweit hunderttausende von Helfern an den Küsten, den Ufern und auf See die Müllmenge zu reduzieren helfen.

Ein junger Mann aus Holland hat ein Projekt "The Ocean Cleanup" (Reinigung der Weltmeere) vor einigen Jahren ins Leben gerufen. Der Student namens Boylen Slat hat reusen-artige Rohrgestelle entwickelt. Die Konstruktion arbeitet in der Art von Schwimm-Pontons. Diese soll Plastikteile einsammeln, die auf der Meeresoberfläche treiben. Idee und Vorgang sind in einem Video am Ende de Artikels dargestellt.
Eine wissenschaftliche Studie hat die Machbarkeit es Vorgehens bestätigt. Über eine Crowdfunding Plattform wurde ein Geldbetrag eingesammelt, mit dem eine Pilotanlage entwickelt wird.

Wie geht es weiter?

Laut Planungen von Ocean Cleanup soll die Design- und Pilotphase im Zeitraum 2015/ 016 abgeschlossen sein. Eine erste Implementierung soll in Küstengewässern erfolgen.

Was tut der Gesetzgeber?

  • Regelungen gegen die Entsorgung des Hausmülls über Flüsse und Seen werden erwogen.
  • Hafenverwaltungen sollen angeleitet werden, Plastikmüll der anlegenden Schiffe kostenfrei für den Verursacher aufzunehmen.
  • Dazu arbeitet man an Verordnungen zur Verwendung von biologisch abbaubaren Kunststoffprodukten.

Gefahr erkannt …

Textquellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Plastikm%C3%BCll_in_den_Ozeanen http://www.theoceancleanup.com/

Bilderquellen: pixabay.com

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