Text "Playing with Fire" - Inhalt

Millionäre bevorzugt

Alexa ist Ende 20, hat eine kleine Buchhandlung und braucht ganz dringend Geld. Viel Geld. Genauer gesagt 150.000 Dollar, um das Haus ihrer Eltern vor der Zwangsversteigerung zu retten. Da sie keine Chance auf einen Kredit in dieser Höhe hat, beschließt sie, sich einfach einen reichen Mann zu suchen.

Da selbst in den USA die Millionäre nicht auf der Straße liegen, greift sie zu einem kleinen Liebeszauber. Bitte lassen Sie sich an dieser Stelle nicht verwirren: Es gibt nichts Mystisches in dieser Story, der Liebeszauber wird nur als Verzweiflungstat der Protagonisten erwähnt und ab dann geht es alltäglich weiter.

Alexa schreibt auf, wie ihr Traummann sein sollte, wirft den Zettel ins Feuer und kurz darauf schneit ihre beste Freundin bei ihr rein. Sie erkundigt sich nach diesem Zauber, und als Alexa ihr den Grund für ihre Verzeiflung erzählt, hat die gute Freundin auch schon den passenden Ehemann zur Hand - ihren Bruder Nick.

Dieser braucht nämlich dringend eine Ehefrau, um sein Erbe antreten zu können. Auch er hat einige Vorstellungen von den Eigenschaften und Verhaltensweisen seiner Scheinehefrau.

Leider entspricht keiner der beiden den Idealvorstellungen des anderen (außer den optischen, sie fühlen sich sofort zueinander hingezogen), doch gehen sie diese Scheinehe ein.

Eine Ehe, die nicht vollzogen werden darf...

Und schon fangen die Probleme an: Denn ein wichtiger Punkt ihrer Vereinbarung besagt, dass sie beide auf ein körperliches Liebesleben verzichten. Natürlich fällt es ihnen schon am ersten Abend schwer, diese Vereinbarung einzuhalten, denn ihre Hormone halten leider so gar nichts von Keuschheit.

Irgendwann ist es dann doch soweit und sie schlafen regelmäßig miteinander. Soweit alles gut und schön, doch ihre unterschiedlichen Interessen und Ansichten stehen einer glücklichen Beziehung im Weg. Zwar passen sie sich mit der Zeit immer mehr an, doch ein kleiner Zwischenfall und böses Gerede führt zu einer kurzzeitigen Trennung.

ACHTUNG SPOILER! Falls Sie nicht wissen möchten, wie die Geschichte endet, dann überspringen Sie diesen Absatz!

Die Sache klärt sich nämlich sehr schnell auf und Nick (die männliche Hauptperson) krempelt seinen Charakter und seine Interessen komplett um, und es gibt ein Happy-End. Ein kitschiges Happy-End, aber gleich so perfekt, dass es mich beim Lesen etwas aggressiv gemacht hat, doch dazu mehr in der Kritik.

Ein Abklatsch von "Gefährliche Verlockung"?

Wie bereits erwähnt, versucht Jennifer Probst mit diesem Roman, ein Stück vom momentan sehr begehrten Erotikkuchen abzuschneiden - und scheitert meiner Ansicht nach.

Was vielen Lesern an Shades of Grey zu unlogisch und übertrieben fanden, kommt mir  bei diesem Roman zu perfekt-logisch und normal vor. Es ist alles so normal und spannend, als würde ich meinen Nachbarn beim Rasenmähen zusehen, und selbst das ist spaßiger. Wenn ich ein Buch lese, möchte ich doch in eine andere Welt eintauchen, etwas Besonderes, eine gewisse Unnormalität und auch gerne ein paar Handlungsweisen, die anderen vielleicht unlogisch vorkämen. Aber genau das macht eine gute Story aus - sie hat ein paar Ecken und Kanten. Bei Jennifer Probst hatte ich das Gefühl, sie hat die Geschichte so lange glattgeschliffen, bis absolut nichts mehr da war, an dem sich ein penibler Leser hätte stören können. Leider fehlt der Story dadurch das Besondere, am Schluss war ich sogar etwas genervt von der perfekten Verwandlung des männlichen Protagonisten.

Auch sind mir einige Parallelen zu "Gefährliche Verlockung" ins Auge gestochen:

-Der männliche Protagonist kocht selbst.

-Er hat 1-2 Traumas aus seiner Kindheit, wobei mir Nicks "schlimme" Kindheit ziemlich normal vorkommt. Okay, sein Vater war nicht gerade sehr sensibel, aber im Gegensatz zu dem, was Jason Hall durchmachen musste, ist Nick ein Weichei.

-Die beiden Hauptfiguren, Alexa und Nick, kennen sich schon seit ihrer Kindheit. Sie haben sich damals gegenseitig wehgetan und sind für einige Traumas des jeweils anderen verantwortlich, aber auch die sind genau so harmlos, wie alles andere in dieser Geschichte.

Der entscheidende Unterschied dieser beiden Romane liegt darin, dass ich "Gefährliche Verlockung" spannend, aufregend und fesselnd fand.

Playing with Fire - das Feuer suchte ich leider vergeblich...

Grace, am 11.07.2013
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Bildquelle:
Karin Scherbart (Asterix bei den Pikten – Rezension)

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