Grenzen und Kulturen waren kein Problem für Filmteams. Film-Produzenten, Teams und Schauspieler begannen auch grenzüberscheitend zu arbeiten, Kooperationen zu bilden (manchmal sogar über politische Regime hinweg), um den mit gemeinsamen Werken, die gerade in den alpinen Ländern Bayerns, Tirols und Südtirols eine Art regionales Erzählen möglich zu machen, was sich positiv auf die Spannung im Film und auch entspannend auf die Politik auswirkte. Österreich – Italien, Deutschland – Italien, Österreicher in Frankreich, … was sich wie Ländermatches anhört, sind Weg in den verfilmten Erzählungen und Reisegeschichten, die tolle Bilder lieferten und die Sehnsucht weckten. Und man setzte auf überraschende Plots:

Alleinstehender Mann auf Singleurlaub in der Schweiz

Später, in den 60ern, schienen die Motive ein wenig augenscheinlicher zu werden, etwa wenn der Portier eines angesehenen österreichischen Hotels ein kleines Vermögen erbt und sich in die mondäne Schweizer Bergwelt zurückzieht (wohl um sich in der High Society zu bewegen und Bekanntschaften zu machen), dabei aber von einem – oder zwei - raffinierten Fräulein um den Finger gewickelt wird und letztlich wieder ohne Geld da steht. Das ganze aber in einer wunderschön-farbigen Breitbandaufnahme, sodass man ihn dennoch darum beneidet (Der Peter schießt den Vogel ab, 1959). Einen anderen Nebeneffekt hatte diese Aufnahme auch: Von einem Österreicher erwartet man, Skifahren zu können. Der Hotelangestellte Peter Schatz (Peter Alexander), kann es in seinem Schweiz-Abenteuer nicht. Er ist sportlicher Analphabet. Vielleicht hatte er nie die Gelegenheit? Aber der Gedanke, dass man dies auch im Alter noch das Skifahren erlernen kann, holte die Leute in die Skischulen und in die Alpen.

 

An der Schneebar

Was der Peter noch drauf hat

 

Aber er hat eine ganze Menge an schönen Frauen um sich, eine nahezu unbändigbare Kraft immer wieder neu ins Fettnäpfchen zu treten (wobei man ein Nickerchen in einem Bob nicht Fettnäpfchen nennen kann) und ein ganz erstaunliches Interesse sportliche Aktivitäten zu erlernen. Die Taxifahrer im Schweitzer Urlaubsdomizil fahren Mercedes Cabrios in Dual-Color-Optik und die Skilehrer sind ganz gegen das Klischee Frauen oder Jugendlich. Nun könnte man meinen, umso besser, denn so kann der Herr Schatz das "Schnelle Abenteuer" in der Bergwelt erleben – da hat er aber nicht mit der reschen Frau Strolz gerechnen. Eisschießen, Pferdeschlittenfahren, ein Aperitif an der Schrimbar und ein Kostümfest in der Hotelgastronomie, also wenn das nicht ein Grund ist, Herrn Schatz zu beneiden! Schade, dass heutzutage nicht gar so viel Angebot für die Urlaubenden dargeboten wird: Keine Parties, kaum Livemusik, selten Tanzabende und von einem "Heimatabend" mit Gstanzln und Sketches der Ortsbevölkerung hab ich als Kind zuletzt gehört. Heute sind die Urlaubsorte nicht mehr so folkloristisch. Die Unterhaltung ist gewissermaßen professionell geworden.

 

 

Autor seit 2 Jahren
123 Seiten
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