Zunächst sei angemerkt, dass es nicht das oberste Ziel dieses Artikels ist, eine Anleitung zu geben, um einen sterilen englischen Rasen zu züchten oder einen Golfplatz anzulegen. In einer gesunden Rasenfläche darf durchaus auch das wachsen, was landläufig als »Unkraut« bezeichnet wird, aber eben in Maßen und nicht vorherrschend. Moos allerdings gehört zu den Dingen, die Gartenbesitzer wohl am meisten ärgert, da es den natürlichen Wuchs des Grases innerhalb kurzer Zeit komplett verhindert und den Traum eines schönen Rasens zunichte macht. Daher ist es notwendig, dass man rechtzeitig im Frühjahr handelt, denn nur dann hat man im Sommer wieder ein dichtes und kräftiges Grün mit stabilen Halmen.

Die Ursachen von Moos erkennen

Dass Moos im Rasen zur Plage werden kann ist keine Frage, dagegen stellen sich viele die Frage, weshalb Moss überhaupt im eigenen Garten so gut gedeiht. Dabei können die Ursachen ganz unterschiedlicher Art sein. Die einfachste Begründung, die alles auf einen Punkt bringt, ist schlicht die, dass das Moos »stärker« als das Gras ist oder anders ausgedrückt, das Gras »schwächer« als das Moos.

Das wiederum kann nur eines bedeuten: Man muss dem Rasen zu mehr Kraft verhelfen. Fitness im Frühling ist also nicht nur ein Muss für die Bikinifigur (wahlweise »Badehosenfigur«), sondern auch für den Garten. In der Regel liegt es an den vorherrschenden Bedingungen im Garten, die für den Rasen ungünstig sind. So kann beispielsweise ein zu saurer Boden der Grund für das hemmende Wachstum sein, aber auch – vor allem gut erkennbar unter Bäumen – zu viel Schatten. Ebenso schädlich für den Rasen jedoch perfekt für Moos ist Staunässe. Neben diesen mehr oder weniger natürlichen Bedingungen, kommen häufig noch Fehler bei der Rasenpflege hinzu.

Vertikutieren im Frühjahr ist Pflicht

Hat man bereits großflächig Moos im Rasen, bleibt einem zunächst nichts anderes übrig, als es zu entfernen, bevor man weiteres für einen gesunden Rasen unternimmt. Bei kleinen Flächen von wenigen Quadratmetern kann dies mit einem gewöhnlichen Rechen schon erfolgreich sein. Am einfachsten und effektivsten gelingt dies aber mit einem Vertikutierer. Doch Vorsicht! Einer der größten Fehler dürfte wohl der sein, dass Gartenbesitzer schnell mal mit dem Vertikutierer über die Rasenfläche hinweg gehen, das Moos zum Grünmüll bringen und darauf hoffen, dass die leider oftmals braunen Stellen wieder von alleine mit gesundem Rasen zu sattem Grün werden. Ein bisschen mehr gilt es schon zu beachten, möchte man dauerhaft einen gesunden Rasen haben.

Kundenempfehlung
Bosch Vertikutierer

Als erstes sollte man die Rasenpflege im Frühjahr beginnen, dies ist der optimale Zeitpunkt im Kampf gegen das lästige Moos. Doch bevor man dem Moos mit dem Vertikutierer zuleibe rückt, empfiehlt es sich, den Rasen mit Rasendünger, am besten mit einem Rasenlangzeitdünger, zu düngen. Dadurch wir der Rasen über Monate hinweg mit den wichtigsten Nährstoffen versorgt und kann kräftige Halme ausbilden. Wichtigste Bestandteile eines Langzeitdüngers sind Stickstoff für das Wachstum, Phosphor, der die Wurzeln kräftigt und Kalium, das die Widerstandsfähigkeit der Halme stärkt. Auch wenn das Gras im Frühjahr (März/April) noch nicht besonders hoch ist, sollte es vor dem Vertikutieren einmal gleichmäßig tief gemäht werden.

Einer der wohl häufigsten Fehler ist es, dass aufgrund der oftmals noch feuchten Witterung nicht darauf geachtet wird, ein paar trockene Tage abzuwarten. Vertikutiert sollte nämlich erst dann werden, wenn der Boden wirklich trocken ist, um dem Rasen nicht zu schaden. Dabei dringen die Haken des Vertikutierers senkrecht in den Boden ein und reißen flach wurzelnde Flechten und flächiges Moos heraus. Lässt sich der Vertikutierer in der Höhe verstellen, sollte er so eingestellt werden, dass er nicht tiefer als 3 Millimeter in den Boden eindringt.

Für kleine Rasenflächen
Pendel-Vertikutierer

Damit wird man zwar keinen Löwenzahn und Klee los (dafür sind Vertikutierer auch nicht vorgesehen) aber man beschädigt auch nicht die Grasnarbe. Keine Angst, mit dieser Einstellung liegt man richtig auch wenn die vielen Grashalme dem »Ersttäter« vielleicht einen Schrecken einjagen. Gras wurzelt tiefer als Moos und diverse Flechten, so dass die Wurzeln nicht ernsthaft geschädigt werden und es wirklich nur bei den abgeschnittenen Halmen bleibt. Durch die Belüftung des Bodens wird man feststellen, dass sich der (intakte) Rasen innerhalb kürzester Zeit erholt und sogar dichter wird. Dort wo nur noch Moos vorhanden ist, kann sich natürlich auch kein Rasen erholen, hier hilft nur frischer Grassamen.

Am effektivsten bei der Entfernung von Moos und Flechten ist das Vertikutieren in Schachbrett-Manier, d.h. erst in Längsrichtung, dann in Querrichtung. Das herausgerissene Moos muss danach natürlich unbedingt entfernt werden. Am besten aber nicht auf dem eigenen Kompost, denn dann würde man es nur dem Kreislauf wieder hinzufügen! Besser auf den Grünmüllplatz bringen, dort entstehen durch die größere Menge an Grünmasse auch wesentlich höhere Temperaturen, die das Moos eher abtöten. Dort wo nun größerer Kahlstellen entstanden sind, muss Rasen nachgesät werden. Hierfür kann man zwar gewöhnlichen Grassamen den man zur Neuanlage eines Rasens nutzt verwenden, besser ist aber eine spezielle Samenmischung zur Ausbesserung.

Eisensulfat als Allheilmittel für gesunden Rasen?

Immer wieder hört man von Moosvernichtern auf der Basis von Eisensulfat die als Allheilmittel in Baumärkten und Gartencentern angepriesen werden. In der Tat lässt Eisensulfat Moos absterben und hat außerdem eine düngende Wirkung für Gras. Allerdings wird zu selten darauf hingewiesen, was es sonst noch so alles bewirken kann.

So sollte äußerst vorsichtig mit diesen Mitteln hantiert werden, da sie nicht nur in Kleidung Flecken verursachen können, sondern auch zu Verfärbungen auf Steinplatten und Gartenwegen führen können. Hände und vor allem auch Augen sollten vor direktem Kontakt unbedingt geschützt werden. Wer Kleinkinder und Haustiere hat, sollte ohnehin auf diese Mittel eher verzichten, da sie zumindest beim Verschlucken gesundheitsschädlich sind.

Bei Verwendung von solchen Moosvernichtern stirbt das Moos nach etwa einer Woche ab. Danach muss das abgestorbene Moos ebenfalls entfernt werden und die kahlen Stellen mit Grassamen nachgesät werden. Hierfür sollte man jedoch etwa zwei Wochen warten.

Wie beugt man Moosbefall im Rasen vor?

Hat man das Moos im Rasen erst einmal entfernt, möchte man natürlich einem neuen Moosbefall dauerhaft vorbeugen. Dies ist, wenngleich nicht unbedingt zu 100 Prozent, auch möglich. Am besten geeignet ist hierfür, insbesondere bei sauren Böden, Kalk.

Wer prüfen möchte, ob sein Boden im Garten sauer ist, kann sich spezielle Test-Sets kaufen, mit denen eine einfache Boden-Analyse möglich ist. Doch auch mit dem bloßen Auge ist zumindest eine erste Einschätzung der Bodenqualität möglich. Klee beispielsweise ist ein Hinweis, dass der Boden nicht sauer sondern eher stark basisch ist. Hiergegen hilft dann kein Kalk, sondern etwa Hornmehl. In dauerhaft schattigen Bereichen in denen offensichtlich Staunässe vorherrscht kann man durch gezieltes Einbringen von Sand für etwas mehr Trockenheit bzw. Abfluss sorgen. 

Es empfiehlt sich zudem, an den Stellen wo Schatten unvermeidbar ist (zumindest wenn man nicht bei Nacht Nachbars Garage einreißen möchte) das Ausbringen einer speziellen Rasensorte, die für Schattenplätze geeignet ist. An diesen Stellen sollte man das Gras auch ruhig ein wenig höher stehen lassen, bei weniger als 6–7 Zentimetern könnte ansonsten wieder das Moos die Oberhand gewinnen.

In diesem Sinne einen schönen grünen Sommer!

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