Räuchern – wo kommt das denn her?

Räuchern ist ein sehr alter Brauch, dem die Menschen überall auf der Welt schon lange pflegten und folgten. Vermutlich entstand er dadurch, dass man am regelmäßigen Lagerfeuer feststellte, dass unterschiedliche Pflanzen und Hölzer beim Verbrennen auch unterschiedliche Düfte hervor bringen. Mit der Zeit wurden dann die wohlriechenden, die Sinne beseelenden, heilenden, desinfizierenden, entspannenden unter den Pflanzen, Kräutern, Hölzern und auch Harzen identifiziert und das Wissen über die verschiedenen Räucherstoffe wurde von Generation zu Generation weiter gegeben und erweitert.

Es heißt, seit der "Erfindung" des Feuers wurde geräuchert, um Götter zu ehren, Geister oder Insekten zu vertreiben, Höhlen oder Räume zu desinfizieren, Krankheiten zu heilen, Melancholie aufzuhellen oder einfach nur, um zu meditieren, während das Auge den aufsteigenden Qualm beobachtet und der mal würzige, mal süßliche, mal bittere Rauch dabei den Geruchssinn betört. Auch wurde das Räuchern als Kern oder als Beiwerk von magischen Ritualen eingesetzt, die teilweise heute noch praktiziert werden.

 

Und – wie fange ich es an?

Wer es noch nicht ausprobiert hat – der Aufwand hält sich in Grenzen. Man benötigt nur eine Glut- bzw. feuerfeste Unterlage und eine Packung Räucherkerzen aus dem Versandhandel oder vom Discounter.

Oder – wer das lieber mag, kauft sich eine Packung Räucherstäbchen mit einem vielversprechenden Duft und steckt sie zum Verglühen in einen Blumentopf oder in einen entsprechenden Stäbchenhalter (siehe Abbildung rechts).

Brenner und KohleSchicker ist es aber, sich die Kräuter und Hölzer im eigenen Garten oder beim Waldspaziergang zu besorgen und diese auf einem kleinen Kohlestück zu entzünden. Dafür benötigt man entweder eine feuerfeste Unterlage, besser aber ein kleines Räuchergefäß, welches man ein wenig mit Sand (bitte keine Blumenerde, aber notfalls geht auch Vogelsand) füllt.

Und die Kohlestückchen gibt es in verschiedenen Größen und Formen (die runden sind für den Anwendungszweck aber zu bevorzugen) sehr günstig als Verbrauchsmaterial für Wasserpfeifen, und sind teilweise selbst entzündend. Falls das mit dem Entzünden nicht so klappt, ist hierfür ein Küchenbrenner (d.h. zum Karamellisieren - siehe Foto) sehr zu empfehlen.

Lavendel und GefäßDas folgende Beispiel zeigt die Verräucherung getrockneter Lavendelblüten aus dem heimischen Garten – auf einem runden Holzkohlestück in einem Räuchergefäß aus dem Fachhandel – und dies alles entzündet mit einem handelsüblichen Küchenbrenner. Als Untersatz dient eine kleine Fliese, deren Unterseite als Kratzschutz mit einer Filzschicht beklebt ist.

Räuchern mit Lavendel aus dem Garten

Räuchern mit Lavendel aus dem Garten (Bild: MediaCream.de)

WeihrauhKlassischer kann man auf den Holzkohlestückchen natürlich auch Weihrauch verräuchern: Weihrauch ist ein Harz (siehe Abbildung rechts), das es in verschiedenen Qualitäten aus den verschiedensten Herkunftsregionen dieser Welt gibt, und u.a. im gut sortierten Fachhandel für Kirchenzubehör und -utensilien auch online zu erwerben ist. Es besteht in der Regel aus vielen kleinen Kügelchen, die man entsprechend auf die zur Glut gebrachte Kohle legen und so verräuchert kann.

umgebaute DuftlampeEin anderes Dufterlebnis ergibt sich, wenn man diese Weihrauchkügelchen in eine Duftlampe mit einem Teelicht erhitzt: Ein sehr wohltuender und frischer Harzgeruch breitet sich in Wohnung oder im Haus aus. Da bei herkömmlichen Duftlampen die Flamme zu weit weg ist, um das Harz wirkungsvoll zu erhitzen, zeigt das Foto hier links mal eine extra dafür umgebaute 3-Euro-Duftlampe vom Discounter, die diesen Zweck so trotzdem erfüllen kann. Ansonsten gibt es dafür im Fachhandel diverse spezielle Gestelle, die von der Konstruktion her ein gutes Erhitzen des Harzes bzw. Weihrauchs ermöglichen, die aber leider ein Vielfaches der Duftlampe kosten.

Nun ergeben diese Räucherung im eigenen Wohnraum noch keine reinigendes Schwitzhüttenerlebnis – für solch eine Zeremonie ist dann doch ein entsprechender Workshop bei einschlägigen Anbietern zu buchen –, aber eine Visionsräucherung nach indianischem Vorbild oder eine tibetanische Meditationsräucherung könnte daraus schon werden: Einen ersten, leider nur sehr schlanken Überblick zu den Räucher-Zeremonien verschiedener Kulturen gibt es auf Wikipedia.

Alle wollen räuchern ...

Tempel in Shanghai (Bild: MediaCream.de)

Für das tiefergehende Befassen mit den Räucherdüften, den Räucherstoffen und den ach so vielen kulturellen Räucherbräuchen auf der Welt in der Gegenwart und auch der Vergangenheit empfehle ich unten einige Fachliteraturbeispiele - der vorliegende Beitrag sollte dem interessierten Leser zunächst ja nur als Einstieg in dieses facettenreiche Thema dienen:

Außerdem gibt es auf Pagewizz allerlei weitere Artikel zum Thema: Vieles dazu hat z.B. die Autorin Vennhexe geschrieben, u.a. "Wie und womit kann man richtig räuchern?" oder "Mögliche Räucherstoffe zur energetischen Raumreinigung” aber auch noch einige mehr.
Und Autor Ashlie beschreibt etwas detaillierter verschiedene Räucherkräuter in seinem Artikel "Räuchern - ein historisches Relikt aus dem Bereich der Aromatherapie"...

 

In der Hoffnung, dass dieser Beitrag einige Inspiration und erste Ideen zum Räuchern vermitteln konnte, wünsche ich viele entspannende Räucherabende und erfolgreiche Räucherrituale – MediaCream

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