Reliefkarten von Maps-For-FreeReliefkarten sind bestens geeignet, um sich einen plastischen Eindruck von den Gelände- und Höhenformen der Erde zu machen. Im Gegensatz zu physischen Karten setzen Reliefkarten kein hohes Abstraktionsvermögen voraus und eignen sich deshalb, die Zeichensprache von physischen Karten zu ergänzen und zu erklären. Oft werden Reliefkarten deshalb bei der Gestaltung des Hintergrunds von physischen Karten eingesetzt.

Da frei verfügbare globale digitale Reliefkarten - wie sie jeder aus dem Schulatlas kennt - nirgends im Netz zu finden waren, wurde das Projekt maps-for-free im Jahre 2005 ins Leben gerufen.

Die Grundlage einer jeden Reliefkarte bildet ein sogenannter Höhendatensatz. Dieser weist im optimalen Fall jedem Punkt auf der Erde eine Höhe zu. Da dies aber natürlich nicht zu realisieren ist (es gibt unendlich viele Punkte auf der Erdoberfläche), wird bei der Erstellung eines entsprechenden Datensatzes ein Raster über das zu erfassende Gebiet gelegt und die Höhe an jedem Rasterpunkt gemessen.

Die Erstellung des größten freien globalen Höhendatensatzes erfolgte bei der Shuttle Radar Topography Mission (SRTM) im Jahre 2000. Hier wurde per Satellit innerhalb von 11 Tagen eine Landfläche zwischen dem 60. nördlichen und 58. südlichen Breitengrad aus dem Weltraum erfasst und vermessen, wobei durch die Bahnneigung des Satelliten die Polregionen nicht vermessen werden konnten.

Zur Datenerfassung wurde bei der Mission ein bisher einzigartiges Aufnahmeverfahren eingesetzt: Neben der Radarantenne in der Ladebucht des Shuttle empfing eine zweite Antenne am Ende eines 60-m-langen Mastes die von der Erde reflektierten Radarpulse zur gleichen Zeit. Diese innovative Konfiguration ermöglichte die Herstellung eines sehr genauen globalen Höhenmodels mit einer vertikalen Genauigkeit von 6 Metern und einem horizontalen Pixelabstand von 90 Metern und stellte gegenüber den zur damaligen verfügbaren Höhenmodellen eine deutliche Verbesserung dar (die vertikale bzw. horizontale Auflösung des damaligen besten Höhenmodells GLOBE betrug 100 Meter bzw. 1000 Meter). Insgesamt wurden bei der Mission mehr als 3600 Gigabyte an Daten erfasst.

Weltansicht

Für das maps-for-free Projekt wurden die SRTM-Daten aus weiteren Datenquellen ergänzt, so daß eine Abdeckung vom 85. nördlichen bis zum 85. südlichen Breitengrad erreicht werden konnte. Als Projektionsbasis dient eine Mercator-Projektion, wie man sie von den Google Karten her kennt. Durch die Auflösung der Daten von 90 Metern pro Pixel sind bei dieser Projektion 12 Zoomstufen ohne Datenverlust möglich.

Die Berechnung der maps-for-free Karten erfolgte mit Java-Programmen und einem eigens dafür entwickelten Farbschema. Da weder die Höhendaten noch das Farbschema einem Copyright unterliegen, können die Reliefkarten in beliebigen Projekten und Webseiten frei verwendet werden. Ein kleines Tutorial beschreibt, wie die Integration in die Karten von Google als Mashup (Overlay) erfolgt.

Afrika, Zoomstufe 4

Ergänzt werden die Karten durch weitere Layer wie Gewässer, Straßen und verschiedene Geländearten, die in die Karten eingeblendet werden können. Die meisten Layer wurden aus dem VMap0 Datensatz berechnet, der auf der Operational Navigation Chart (ONC) der NGA (militär-geographischen Behörde der USA) basiert und im Maßstab 1:1.000.000 vorliegt. Dieser weltweite vektor-basierte topographische Datensatz ist frei verfügbar. Daher unterliegen auch alle Layer - abgesehen von Labeling und Contours, deren Daten aus anderen Quellen stammen - keinerlei Copyrightbeschränkungen.

Auf der maps-for-free Seite können mit dem Kamera-Icon (links oben) Kartenausschnitte sehr einfach erzeugt werden. Hierzu einfach das Kamera-Icon anklicken und dann mit der Maus den entsprechenden Kartenausschnitt auswählen. Fertig!

Anmerkung: Das Snap-Shot-Tool wurde entfernt, da Snapshot-Plugins wie z.B. das Screen Capture Plugin für Google Chrome flexibler sind.

Zusätzlich finden sich auf der Seite 4 Dropdownmenüs, mit denen zu den Haupstädten, den Ländern, den größten Vulkanen und interessanten Lokationen navigiert werden kann.

Viel Spaß

Hans, am 06.12.2009
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Bildquelle:
johannes flörsch (Wie finde ich die Sternschnuppen der Perseiden 2016?)
Karin Scherbart (Wie macht man einen Regenbogen selbst?)

Autor seit 7 Jahren
59 Seiten
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