devolo Pressebild: Bewegungsmelder
Bewegungsmelder

Bewegungsmelder (Bild: devolo Pressebild)

Inbetriebnahme

Das Home Control Starter Paket besteht aus zwei steckdosenfähigen Geräten und einem Tür/Fenster-Bewegungsmelder. Das rechteckige Basisgerät wird direkt in eine beliebige Steckdose eingesteckt, über die integrierte RJ45-LAN-Leitung mit dem internen Netzwerk verbunden und unter Nutzung des Internets in Betrieb genommen. Die im Handbuch leider nicht vermerkte Voraussetzung des LAN-Zugangs besteht in der Vorgabe, einen aktiven DHCP-Server zu betreiben. Dies werden heutzutage die meisten Anwender automatisch nutzen oder beispielsweise über den eingesetzten Router freischalten können.

Home Control Center
Das Basispaket des Home Control Center

Das Basispaket des Home Control Center (Bild: Pressebilder: devolo.com)

Einrichtung des Home Control Centers

Nach Einstecken des Basisgerätes ist anhand einer weißen Symbol-LED erkennbar, dass die Verbindung ins heimische Netzwerk erfolgreich ist. Blinkt lediglich die LED rot und erfolgte nach einer Minute kein Verbindungsaufbau ins Netz, ist sowohl der DHCP-Server als auch die Firewallregel zu prüfen. Die Ports 123 udp, 2443 tcp und 4433 tcp müssen durch eine ggf. installierte Hardware- oder Software-Firewallfirewall freigeschaltet sein.
Alle Einstellungen zur Steuerung angeschlossener Geräte erfolgen über die Adresse www.mydevolo.com. Die in der browserbasierten Oberfläche implementierte Hilfe ist vorbildlich. Im Einstiegsbild sind in weißer Schrift Orientierungshinweise eingebracht, die im Bereich der Statuszeile mit dem Button "Los geht‘s" ausgeblendet werden können. Neben dem Chat wird der Mailkontakt zum Support angeboten.
Die Bedienung ist intuitiv. Über das Zahnradsymbol sind eigene Einstellungen anpassbar. Paranoide Nutzer fragen sich, warum die eigene Adresse anzugeben ist. Laut Herstellersupport werden die hier eingetragenen Daten genutzt, um die Wetterdaten des angegebenen Ortes korrekt auszugeben. In einem der kommenden Softwareupdates wird diese Angabe zu einem optionalen Eingabefeld.

Die Einstellungen in der Oberfläche des Home Control Center stehen in sieben Registerkarten zur Verfügung. In der Übersicht werden Meldungen der angebundenen Module und die Sensorauslösungen dargestellt. Im Bereich Geräte wird je nach Gerät Wattverbrauch, Batteriezustand und Statistik angezeigt. Unter der Überschrift Gruppierungen sind Gerätezuordnungen per Drag & Drop zuordbar. In Zeitsteuerungen wird definiert, wann welche Geräte aktiv sind. Die Übersicht zur Zuordnung der Einsatzszenen ist unter Szenen einsehbar. Letztendlich sind SMS und Mail-Benachrichtigungen einzurichten. Die letzte Registerkarte enthält die Regeln mit Wenn-Dann-Zuordnungen.

Die Oberfläche ist selbsterklärend. Im Endeffekt wird jedes einbindbare Modul im Home Control Center automatisch erkannt und per Drag & Drop in der Oberfläche zugeordnet.
Als Regelwerk dient die Wenn-Dann-Zuordnung, beispielsweise eines Bewegungsmelders und einer Schaltsteckdose. Soll eine kostenlose Email bei Aktivierung eines Moduls ausgelöst werden, ist diese in der Registerkarte Nachrichten bekanntzugeben und über die Wenn-Dann-Zuordnung zuzuweisen. Der Hersteller schenkt Anwendern ein Freikontingent von insgesamt 15 SMS-Benachrichtigungen an das Handy.

Praxistest: Erstinstallation der Hardware

Für die Erstinstallation wurde ein Bewegungsmelder direkt neben der Eingangstür installiert. Bewegungsmelder sollen laut Datenblatt eine Reichweite bis zu 10 Meter und einem horizontalen Winkel bis zu 90 Grad abdecken. Der Praxistest ergab wohl aufgrund der doch etwas ungünstigen Lage in einer Wandecke eine Reichweite von 4,25 Meter. Bei günstigerem Installationsort konnte eine höhere Reichweite genutzt werden. Hier sind jedoch auch Lichtverhältnisse und die Einstellung betreffs der Modulempfindlichkeit in der Oberfläche von mydevolo zu berücksichtigen.

Für den Test des Fensterkontaktes wurde der Empfänger im Haus an einem Fenster installiert und außerhalb des Hauses am Schuppen. Der Kontaktgeber blinkt, nachdem die Batterie aktiviert wurde, circa zwei Minuten. Während dieser Zeit erfolgt die Initialisierung und der Abgleich über das Home Center. Allerdings kann die Zuordnung eines neuen Signalgebers im Home Control Center auch nachträglich erfolgen, solange das Empfangsgerät nicht endgültig verschraubt ist.
Vor der Einrichtung ist die Reaktion des Magneten auf das Empfangsgerät an der künftigen Einsatzstelle zu prüfen. Dies kann selbst dann erfolgen, wenn der Empfänger noch nicht im Home Center eingerichtet ist. Stimmen die angedachten Installationspositionen, blinkt das Empfangsgerät bei Erkennen des zugehörigen Signalgebers in Form eines Magneten jeweils ein- bis zweimal bei erkanntem Signal auf.

Bevor Signalgeber und Magnet fest am Fensterrahmen fixiert werden, ist das devolo Home Control Center am PC oder über die App aufzurufen. Im Menüpunkt Geräte wird das zusätzliche Modul mittels Plussymbol zugeschaltet. Die Anlernphase des Empfängers beginnt. Ist diese bereits verstrichen und nachzuholen muss der Anlernprozess durch Drücken eines 1-2 mm kurzen Tasters auf der Rückseite des Gehäuses (!) eingeleitet werden. Hierfür ist der Taster 3x innerhalb von 1,5 Sekunden zu betätigen. Andernfalls wird im Control Center ein rotes Warnsymbol mit einem doch sehr kurzen Fehlertext ausgegeben. Nach erfolgloser Suche in der Onlinehilfe und ohne am Sonntag den Kundensupport oder den Support-Chatbereich erreichen zu können, lag die Lösung einzig darin, das mittlerweile installierte Empfängermodul erneut vom angedachten Installationsort wieder abzulösen, den rückseitigen Schalter zu betätigen, um das Gerät in der Oberfläche des Home Control Center löschen zu können, es dann neu erkennen zu lassen und wiederum am Zielort zu montieren. Dies funktionierte und war zum Glück nur bei einem Modul und bei der Installation desselben notwendig. Einmal richtig erkannt, funktionieren die Module zuverlässig. Für die ordnungsgemäße Funktion braucht der Schalter nicht dauerhaft betätigt sein.

Der Praxistest mit Home Control

Im ersten Praxistest sollte über die Schaltsteckdose eine Lampe angesteuert werden. Natürlich wären hier Sirenen oder eine Kamera viel sinnvoller. Die Firma devolo bietet zur IFA 2015 eine Alarmsirene an, eine vollumfängliche Einbindung einer devolo Kamera ist vom Hersteller zeitnah geplant.

Anwendungsfälle:
Einbruchserkennung oder Begrüßungsritual
Durchaus kann sich die Frage stellen, warum eine Bewegungserkennung zur üblichen Heimkehrzeit nicht einfach nur das Licht einschalten sollte, sobald das Auto vorfährt oder das Garagentor öffnet, während eine Bewegungserkennung zu nachtschlafender Zeit in der Garage diese über ein weiteres Zusatzgerät eher verriegeln und eine Z-Wave-Sirene aktivieren könnte. Aus Sicht des Rezensenten könnte das Home Control Paket mit entsprechenden Zusatzgeräten sicherlich auch diese Anforderung umsetzen.

Standortsicherung
Als Standortsicherung ist beispielsweise die Sicherung des eigenen Fahrzeugs gemeint. Denkbar wäre hier die Anbindung über eine Kamera, die vergleichbar zu den Kameras bei Tankstellen das Auto überwacht. Die von devolo angebotenen Tür-/Fensterkontaktgeber reagieren auf einen Magneten. Ist dieser weiter als ca 30 mm vom Empfänger entfernt, löst der Baustein einen Impuls im Home Control Center aus und wird entsprechend der eingerichteten Regel die gewollte Aktion auslösen: Das Senden einer Email oder SMS und das Einschalten eines technischen Gerätes über die Schaltsteckdose wurde innerhalb dieser Rezension ausprobiert. Soll in Verbindung mit Z-Wave eine Kamera angebunden und über das Home-Control-Center gesteuert werden, ist dies laut Hersteller auch möglich. Die vollumfängliche Einbindung einer devolo Kamera ist laut Aussage des Herstellers zeitnah geplant.

Als Standortsicherung kann natürlich die Anbindung einer Sirene gelten, die über das Home Control Center angebunden wird und Alarm gibt, wenn ein Bewegungsmelder auslöst. Allerdings ist die Nutzung eines Bewegungsmelders ungünstig, wenn in dem Bereich Tiere einen ungewollten Alarm auslösen könnten. Eine Lösung beispielsweise über einen sogenannten Türkontaktgeber wäre sicherlich entsprechend der baulichen Gegebenheiten und der technischen Voraussetzungen der devolo-Module zu prüfen, da diese nicht spritzwassergeschützt sind; siehe Datenblatt des Herstellers.

Heimüberwachung
Es muss es ja nicht immer das Auto sein, das zu überwachen ist. Die Komponenten sind für die Nutzung im Haus gedacht und können ihrer regulären Bestimmung gemäß als Fensterkontaktgeber oder an der Eingangstür eingesetzt werden.
Im Übrigen kann bei dem Fensterkontaktmodul und beim Bewegungsmelder das visuelle Feedback bei Auslösen deaktiviert werden. Zudem sind Raumtemperatur und die durch das Modul erkannte Helligkeit zusätzlich überwachbar. So kann ein Türkontaktgeber prüfen, ob die Kühlschranktür offenblieb und zusätzlich mittels der Temperaturüberwachung des Moduls die Wärmeentwicklung im jeweiligen Raum prüfen und über das Regelwerk darauf reagieren.

Ohne aufgrund fehlender Module die Möglichkeiten bisher ausprobiert zu haben, ergeben sich aufgrund der vom Hersteller genannten Kompatibilität des Z-Wave-Standards und der im Kapitel Daten angegeben Werte aus Sicht des Rezensenten eine Anzahl weiterer Einsatzmöglichkeiten mit Wassersensoren, Überflutungssensoren, Temperaturfühlern, Rauchmeldern und weiteren möglichen Gerätschaften. Laut Support plant die Firma devolo auf ihrer Internetseite eine Übersicht über anbindbare Z-Wave Module zu schalten, die bereits auf Einsatz geprüft wurden.

Einbruchserkennung

Einbruchserkennung oder Begrüßungsritual (Bild: devolo.com)

Ein/Ausschalten des Home Control Center über Regelwerk oder über die APP

Über die Homeseite von mydevolo, bzw Googles Playstore ist die App für mydevolo installierbar.

 Sie benötigt den Zugriff auf den externen Speicher des Smartphones und auf Fotos, Medien und Dateien, auf die Kamera und auf WLAN-Verbindungsinformationen.

Die Handhabung über das Smartphone ist sehr angenehm und kann sogar über einen heimischen PC simuliert werden! Hierfür ist die mydovolo-Anwendung auf dem PC zu starten

Ansicht im Menü betreffs 'Mobile Version'

In der Menüstruktur ist die 'Mobile Version' testbar!

 

 

 

 

Sicherheit

Betreffs der App ist folgender Sicherheitsaspekt interessant: Im Falle, dass das Smartphone gestohlen wird, erhält der Übeltäter über die mydevolo-App auch Zugriff zur Steuerung des Home Control Center. Der Zugang zur Oberfläche der App ist per Passwort geschützt. Der Anwender wird nach einer gewissen Zeit automatisch ausgeloggt.

Als weitere Unwägbarkeit ist zu betrachten, dass die Einrichtung über das Internet erfolgt. Zudem schreckt ab, dass je nach Gerät entweder Steckdose als auch Batterie notwendig ist. Ohne die Möglichkeit strombetriebene Geräte per Batterie absichern zu können und bei den Modulen zwingend auf Batterien angewiesen zu sein, ist die Frage, was die Alarmanlage bei einem Stromausfall noch erkennt? Auf der anderen Seite könnte auch gefragt werden, was eine batteriebetriebenes Modul bei erschöpfter Batterieleistung noch zu tun vermag. Das Home Control Center braucht somit eine gewisse Wartung, wie wohl jede Alarmanlage. Der Status der Batterie jedes einzelnen Moduls ist über das Home Control Center jederzeit abfragbar. Zu steuernde Geräte, wie die schaltbare Steckdose, sind naturgemäß immer mit dem Stromnetz zu verbinden. Hier ist zu prüfen, ob eine unterbrechungsfreie Stromversorgung installiert werden sollte oder ein zusätzliches batteriebetriebenes Modul als Absicherung betrieben werden sollte.

Bei Ausfall des Internetzugangs kann die Home Control Zentrale nicht mehr von außen gesteuert werden. Eine Internetverbindung wird jedoch dann zwingend benötigt, wenn im erkannten Einbruchsfall eine SMS an eine einzurichtende Adresse (Polizeidienststelle, oder wohin auch immer) zu senden ist. Bei simuliertem Ausfall des heimischen Netzwerkes steuerte Home Control die Geräte trotzdem.

Der Rezensent probierte vieles aus, aber bitte probieren Sie selbst etwaige Szenarien, denn für die hier vorgestellten Testergebnisse kann durch diese Rezension natürlich keine Gewährleistung übernommen werden. Mit jeder Produktversion ergeben sich bestimmt neue Möglichkeiten und Abhängigkeiten. Zudem sind Parameter entsprechend zu setzen. Im Zweifel fragen Sie bitte beim Hersteller nach.

Weiterhin ist zu klären, ob eine zusätzliche Strahlenbelastung durch das Home Control Center hinnehmbar ist. Auf die Frage, wie gefährlich die Strahlung von Z_Wave-Geräten sei und welche Erkenntnisse betreffs Elektrosmog vorliegen, ergaben sich folgende Antworten, die hier zitiert werden: "Die gesetzlichen Auflagen begrenzen die Sendeleistung auf 25 Milliwatt (mW) und einen maximalen Arbeitszyklus von einem Prozent. Das bedeutet, ein Z_Wave-Gerät darf in einer Stunde in Summe maximal 36 Sekunden senden. Gemäß gefestigter wissenschaftlicher Meinung hat diese "Strahlung" keine negative Wirkung auf den menschlichen Körper." Z_Wave - Geräte von Drittherstellern sind laut Hersteller anbindbar und über das Home Control Center zu steuern. Auf Nachfrage ergab sich, dass noch für dieses Jahr eine Zertifizierung des Protokolls Z-Wave+ angestrebt wird. Generell gilt, ich zitiere: "Grundsätzlich lassen sich alle Sensoren / Aktoren, die dem Z-Wave-Standard folgen und gemäß dem Standard zertifiziert sind, anbinden und nutzen. Allerdings können Darstellung und Benutzerführung bei Fremdgeräten nicht vollumfänglich gegeben sein."

Daten

Die Daten stammen aus den entsprechenden Datenblättern, die über die Homepage des Herstellers heruntergeladen werden können, bzw. wurden diese beim Hersteller erfragt. Die Schaltleistungen der anzusteuernden Geräte sind natürlich zu beachten, wobei für die Schaltsteckdose im frei verfügbaren Datenblatt ein Wert von 3000 Watt bei 13 Ampere angegeben ist. Laut Datenblatt sind die zuschaltbaren Komponenten nicht spritzwassergeschützt, eine Angabe z.B. der Schutzklasse IP44 war nicht erkennbar. Hingegen ist im Datenblatt die Nutzung außerhalb eines Hauses mit 100 Meter Reichweite angegeben.

Fazit

Negativ fällt einzig die Wartung und Installation ins Gewicht. So ist bei jeder notwendigen Anlernphase eines eingesetzten Moduls der auf der Rückseite des Moduls angebrachte Aktivierungsschalter erneut zu betätigen! Ist das Empfangsgerät lediglich mit Klebeband fixiert und löst sich, ist der Empfänger trotzdem online, selbst wenn der ca 2 mm lange Aktivierungsschalter nicht mehr dauerhaft betätigt ist. Für einen Batteriewechsel ist das jeweilige Modul abzuschrauben, da zum einen sowohl das Öffnen für den Ausbau der Batterie unhandlich ist und der Aktivierungsschalter 3 Mal innerhalb von 1,5 Sekunden zu betätigen ist, um das Modul erneut an das Control Center anzubinden! Auch fehlt der Verweis, dass die Adresszuordnung des Basisgerätes per DHCP-Server erfolgen muss.
Doch im Betrieb überzeugt das Gerät durch Stabilität. Sowohl Basismodul als auch schaltbare Steckdosen können auch nachträglich in andere Steckdosen umgesteckt werden. Mit den zur Verfügung gestellten Geräten sind bereits vielfältige Umsetzungen möglich. Von daher sind den Ideen der Anwender keine Grenzen gesetzt, die das Home Control Center oder zusätzliche Komponenten einsetzen möchten, sei es zur Überwachung, Kontrolle oder Sicherung. Aufgrund des einfach einzurichtenden Regelwerkes über die browserbasierte Software macht es Spaß sich immer weitere Anwendungsmöglichkeiten zu überlegen, vor allem da das Home Control Center das Austüfteln von Einsatzvarianten ermöglicht.

Wic, am 04.10.2015
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