Sinnbildhaft der devolo-Adapter neben einem Ton-Haus
Sinnbildhaft: devolo-Adapter neben ...

Sinnbildhaft: devolo-Adapter neben handgerfertigtem Tonhaus (Bild: Stefan Wichmann)

Ziel der Hardware


Die Hardware hat zum Ziel eine Netzwerkleitung über das Stromnetz bereitzustellen. Dies ist sinnvoll, wenn auf die Strahlenbelastung durch ein WLAN-Netz aufgrund erkannter Nebenwirkungen geachtet werden muss oder wenn die Nutzung eines WLAN aufgrund baulicher Gegebenheiten nicht möglich ist. Für den zweiten Fall hat der Hersteller zusätzliche Geräte im Angebot, die eine gezielte LAN-WLAN-Infrastruktur ermöglichen.


Bedienungsanleitung
Vorab: Für die grundsätzliche Inbetriebnahme sind Informationen aus dem Handbuch nicht zwingend notwendig! Hier hat der Hersteller ganze Arbeit geleistet!

Bedienungsanleitungen werden oftmals lediglich durchgeblättert und nur im Notfall zu Rate gezogen. Dem trägt der Hersteller Devolo Rechnung, indem er als Bedienungsanleitung ein dünnes Bildheftchen mitliefert, das barrierefrei gestaltet ist und durch die Bebilderung auch für Analphabeten geeignet wäre. Der Link zur vollständigen Bedienungsanleitung ist per QR-Code mit dem Handy erfassbar. Der Begriff QR-Code steht für ‚Quick Response‘ und ermöglicht einen schnellen Zugriff über eine App auf weitere Informationen. Der Inhalt des QR-Codes führt, wie auch der im Bildheft lesbar abgedruckte Link, zur Herstellerwebseite. Auf dieser Webseite sind Downloads für das Handbuch, Datenblätter und Software zu finden.


Lieferung
Geliefert wird das Starterpaket in einem optimal vorbereiteten Pappkarton. Es enthält den Sender, den Empfänger, zwei jeweils 2 Meter lange RJ-45 Netzwerkleitungen und eine Bildanleitung. Die vollständige Bedienungsanleitung ist jederzeit über die Homepage des Herstellers kostenlos beziehbar.

Beschreibung der Hardware

Die Firma Devolo bietet eine reichhaltige Auswahl an Geräten, die für die Übertragung von Daten über das Netzwerk vorgesehen sind. Für raumnotgeplagte Installationen bietet sich der dLAN (R) Miniadapter an, für besonders hohe Anforderungen an die Datenmenge hingegen das Gerät mit der Bezeichnung ‚dLAN (R) 1200‘.

Wer nichts gegen die Strahlung eines WLAN-Netzes und deren bisher nicht eindeutig erforschte Belastung einzuwenden hat, nutzt entsprechende Geräte mit einem Funkmodul. Laut Nachfrage beim Hersteller ist die WLAN-Funktionalität übrigens bei allen Geräten deaktivierbar, sodass das Funknetz mit den von Devolo umgesetzten Vorteilen wie der integrierten Datenverschlüsselung bei Bedarf zuschaltbar ist.

Maße und technische Daten
Das hier getestete Gerät dLAN (R) 650 enthält kein WLAN-Modul. Das Hauptgerät ist mit 131 mm x 65 relativ kompakt, während der Empfänger mit 145 mm und 70 mm etwas größer ausfällt. Beide Geräte sind 41 mm tief. Die mit Plus bezeichneten Geräte enthalten jeweils eine Steckdose, die mit 16 Ampere für das in Deutschland verbreitete 220 V Wechselstromnetz ausgelegt ist. Ausgelegt sind die Geräte für die maximale Last von 3600 Watt.

Testvorbereitung
Auch wenn bereits die Bildanleitung eindeutig darauf hinweist, dass keine optimalen Übertragungswerte zu erreichen sind, sobald die Geräte an eine Mehrfachsteckdose angeschlossen sind, umfasste der Praxistest natürlich genau diese Vorgehensweise. Schließlich sind oftmals am benötigten Nutzungsort Unterputz in Reihe geschaltete Steckdosen vorhanden!

Nachteilig erwies sich bei dem Einstecken in eine Steckdosenleiste, dass allenfalls ein Eurostecker in die nebenstehende Steckdose passt. Allerdings sei nochmals darauf hingewiesen, dass diese Konfiguration nicht der ursprünglich angedachten Vorgehensempfehlung des Herstellers entspricht. Die Firma Devolo schleift einen Steckplatz durch, um eine Steckleiste über den Netzwerkadapter anzuschließen.
Das Basisgerät bietet eine Netzwerkbuchse für die Einspeisung des Netzwerkes, der Empfänger des dLAN 600+ triple Gerätes enthält drei Ausgangsbuchsen zum Anschluss von Geräten, die fortan im Netzwerk und somit auch untereinander kommunizieren.

Aus dem Datenblatt ist zu ersehen, dass die Betriebstemperatur bis 40 Grad geprüft ist. Somit steht einem Betrieb beispielsweise im Wintergarten nichts im Wege, solange die Umgebungstemperatur nicht höher als 40 Grad steigt.

Selbst bei ungünstiger Voraussetzung überzeugt das Gerät mit guter Funktionalität
Steckdosenleiste, und Router und ...

Steckdosenleiste, und Router und paralleler Verbraucher! (Bild: Stefan Wichmann)

Der Aufbau des Testumfeldes


Der Aufbau des Testumfeldes ist zu unterteilen in Stromleitungen, über die das Devolo-Netzwerk die Daten leiten soll und in das Netzwerk, das aus mehreren Switches, Routern, Hubs und sogar virtuellen Umgebungen besteht.

Das Stromnetz umfasste als weiteste Verbindung eine Außensteckdose an der als Störquelle zeitweise eine Kreiselpumpe lief. Das zugehörige Basisgerät war für den Ersttest ca 10 Meter entfernt an einer Steckdose angeschlossen, die über die gleiche Sicherung abgesichert war. Für weitere Tests wurde das Basisgerät an eine Stromquelle nahe des Hauptverteilers angeschlossen und schließlich im ersten Stock parallel zu einem handelsüblichen Kühlschrank.
Die weiteste Netzwerkverkabelung lief über einen 5 Port TP-Link Gigabit Switch, über die Fritzbox, die den Hauptübergabepunkt zum Internet darstellte und die über einen 8 Port Level-One Switch mit dem oberen Stockwerk verbunden war.

Neben dem Test auf einem Windows 7 PC, erfolgte der Haupttest auf einem Notebook, dass als zugrundeliegendes Betriebssystem mit der Distribution Korona ausgestattet ist. Korona basiert auf Fedora und damit auf CentOS, bzw Red Hat. Auf diesem System liefen in einer virtuellen Maschine Windows Vista, Windows 10 (Testsystem), Linux Mint und Kubuntu. Per alternativem Bootsystem wurde das Notebook mit dem Betriebssystem Windows 8.1 gestartet und stellte über eine virtuelle Maschine CentOS bereit.

Die LEDs an der Oberseite leuchten, das Gehäuse ist weiß. (Meine Kamera gibt kein besseres Foto her)

Oberseite des devolo-Adapters mit den drei LEDs (Bild: Stefan Wichmann)

Die Inbetriebnahme

Nach Einstecken der Devolo-Geräte funktionierte der Testaufbau sofort. Eine Änderung an den im Notebook manuell eingestellten IP-Adressen war nicht notwendig.

Im Auslieferzustand zeigten an der Vorderseite des Devolo-Adapters jeweils drei Mini-LEDs den Status an. Die linke LED zeigte die generelle Betriebsbereitschaft. Als Indikator, ob die Devolo-Geräte über die Stromleitung eine Verbindung hatten, war die mittlere LED. Die rechte LED zeigte an, ob eine Datenübertragung zwischen Devolo-Adapter und jeweils angeschlossener Hardware möglich war.

Für den ersten Test wurde das Basisgerät direkt am Übergabeort der Interneteinspeisung betrieben; in diesem Fall an einem Steckplatz der Fritzbox. Am Empfangsgerät wurden zwei Notebooks betrieben.

Nach automatischen Wechseln des Notebooks in den Standbybetrieb zeigten sowohl die LED am Basisgerät, als auch die am Empfangsgerät, dass keine Netzwerkverbindung mehr bestand.
Fiel die Verbindung zum Internet aus, zeigte dies die rechte LED am Basisgerät an.
Das Empfangsgerät hingegen erkannte die bestehende Verbindung zum Basisgerät und signalisierte keinerlei Einschränkung. In diesem Zustand bestand die Verbindung der am Empfangsgerät angeschlossenen Notebooks weiterhin. Der Befehl ‚ping‘ ermittelte einen Wert kleiner als eine Millisekunde.

Die Erweiterung eines bestehenden Devolo-Netzwerkes

Soll ein bestehendes Netzwerk erweitert werden, gibt es zwei Möglichkeiten. Für die automatische Erkennung wird der zusätzliche Adapter in eine stromführende Steckdose eingesteckt und der seitliche Taster für eine Sekunde am neuen Gerät und am Basisgerät betätigt.
Am jeweiligen Gerät blinkt die linke LED für ca 2 Minuten. Dies ist der Zeitraum, in dem der Taster am Gegengerät ebenfalls zu betätigen ist. Die Internetverbindung besteht während dieser Zeit weiter.

Lediglich die Software ‚Cockpit‘ erkannte im Test erst nach Ablauf der zwei Minuten die Devolo-Geräte wieder.

Taster am Adapter
Der Taster ist etwas gewöhnungsbedür ...

Der Taster ist etwas gewöhnungsbedürftig, wird aber selten benötigt (Bild: Ausschnitt aus Pressefoto von devolo)

Die Software

Für die manuelle Einrichtung ist die Software ‚Cockpit‘ notwendig, die kostenfrei über die Herstellerseite heruntergeladen werden kann. Da hier die Security-ID des Gerätes benötigt wird, ist diese an der jeweiligen Unterseite ablesbar. Um bei der Übertragung der Zahlenkolonnen Fehler auszuschließen, hat Devolo diese in einer Datamatrix codiert. Diese als ‚Mobile Tagging‘ benannte Möglichkeit lässt es zu Werte per Lesepistole, bzw über eine Handy-App auslesen. Zu beachten ist, dass hier eine Datamatrix Verwendung findet. Im mitgelieferten Bilder-Handbuch wird ein QR-Code verwendet, so dass ggf eine andere App zum Auslesen notwendig ist! Die Nutzung der Datamatrix erklärt sich, da diese für die Darstellung weniger Platz beansprucht als ein QR-Code. Der QR-Code hingegen hat laut Recherche einen höheren Wiedererkennungswert in der Bevölkerung und wird von daher vorrangig eingesetzt, soweit dies technisch machbar ist.

Hinweis:
An der Geräteunterseite der Devolo-Adapter ist eine Datamatrix enthalten, die die Seriennummer des Gerätes enthält, die dLAN-Mac-Adresse, die Security-ID des Gerätes und weitere Angaben, beispielsweise: 131219 und AZ; 02547

Sicherheit
Jede Datenübertragung birgt die Gefahr in sich mitgeschnitten und missbraucht zu werden. Dies zeigt sich selbst bei Daten, die lediglich an einen Drucker gesendet werden und bei einem Angriff beispielsweise auf eine andere Adresse umgeleitet werden könnten.

Die Devolo-Geräte verschlüsseln von daher die Daten generell. Über die Software ist ein eigenes Passwort setzbar.

Änderung der Netzwerkkonfiguration
Soll einer der angeschlossenen Adapter aus dem Netz entfernt und einem zweiten Netz zugeordnet werden, so kann dies gezielt über die Software eingerichtet werden. Die jeweiligen Adapter sind dann mit einem eigenen Passwort zu versehen. Per Tastendruck, der länger als 10 Sekunden anhalten muss, kann jederzeit ein Adapter aus dem Netz herausgelöst werden. Soll dieser erneuten Zugang erhalten, ist am Basisgerät und am Empfänger innerhalb von zwei Minuten der seitliche Schalter zu betätigen.

Der Test zeigte, dass die Verbindung sofort wieder aufgebaut wurde, die Software zeigte den jeweils geänderten Status jedoch erst nach frühestens zwei Minuten an.

 

Die mitgelieferte Software Cockpit
Die Software unter Windows und Ubuntu

Die Software unter Windows und Ubuntu (Bild: Stefan Wichmann - Hardcopy unter Windows)

Softwarekonfiguration

Devolo bietet zur manuellen Konfiguration und zur Softwareaktualisierung die Software ‚Cockpit‘ zum Download für die Betriebssysteme Windows, Mac und Ubuntu-Linux an.
Die Installation erfolgt per Doppelklick auf die heruntergeladene exe-Datei, beziehungsweise auf die Datei ‚software-Devolo-cockpit-linux-4-3.run‘

Die Linuxvariante

Die Datei ‚software-Devolo-cockpit-linux-4-3.run‘ wird trotz der Namensbezeichnung leider lediglich für die Distribution ubuntu bereitgestellt. Eine Installation unter der Linux-Distribution CentOS 7 oder Korona führt zu einer Installationsorgie mit zusätzlich benötigten Paketen wie dpkg und apt, dem einbinden der RPMForge Repository und ergebnislosen Versuchen weitere Abhängigkeiten aufzulösen. Da dies nicht in gewinnbringender Zeit fruchtete, kam die Alternative ins Spiel die Windows-Version von Cockpit über die Wine-Umgebung zu nutzen. Dies schlug selbst unter Crossover, der kommerziellen Variante von Wine, fehl. Als letzter Ausweg blieb, eine Kubuntu-Installation in einer virtuellen Umgebung aufzusetzen und dort die Installation vorzunehmen.
Da Programme per root zu installieren sind und es sich bei ‚Cockpit‘ um eine grafische Anwendung handelt, wäre eigentlich der Befehl kdesudo zu nutzen. Laut Recherchen ist generell eine Installation einer grafischen Anwendung per switch user (su) zu vermeiden, da in diesem Fall Benutzerrechte falsch gesetzt werden, bzw die Grafikumleitung nicht immer funktioniert. Nicht so bei der Devolo-Software. Nach Herunterladen von der Herstellerseite, ist diese per Befehl ‚su ./software-Devolo-cockpit-linux-4-3.run‘ zu installieren. Dabei wird die Anwendung Adobe AIR installiert, die dafür Sorge träge, dass Cockpit nicht im Browser sondern als eigenständige Anwendung ausgeführt wird. Allerdings wird Adobe AIR für Linux nicht weiter gepflegt, sodass hier ein Update der Software zu erwarten wäre. Eine entsprechende Nachfrage beim Hersteller ergab, dass derzeit keine Aktualisierung angedacht sei.


Cockpit ist fortan über den Menüpunkt ‚Application/Settings/Devolo‘ aufzurufen.

 

Die Windowsvariante

Sowohl Installation als auch Nutzung der Software erfolgte problemlos.

 

Die Anwendung des Programms

In der Anwendung werden die verfügbaren Adapter dargestellt. Die untere Menüleiste ermöglicht es einen Adapter manuell hinzuzufügen, das Kennwort des Netzwerkes zu ändern, das Netzwerk in den Auslieferzustand zu versetzen und Adaptereinstellungen anzupassen. Am interessantesten ist, die Qualitätsbewertung der einzelnen Verbindungen zu prüfen. Hierfür stellt Cockpit eine Verbindung in grün dar, sobald diese für HD-Filme geeignet ist, die Farbe Orange deutet eine gute Datenverbindung an, die noch für Online-Spiele ausreicht und rot zeigt an, dass allenfalls Surfen im Internet flüssig funktioniert.

Cockpit - Die Oberfläche
Die Ziehleiste zum Ändern der ...

Die Ziehleiste zum Ändern der Fenstergröße ist leicht zu übersehen (Bild: Stefan Wichmann - Hardcopy)

Testergebnis

Die Adapter funktionieren stabil und tadellos.

Wurde ein Stromverbraucher angeschlossen, minimierte sich erwartungsgemäß der Datenfluss zum Empfänger, jedoch konnten im täglichen Betrieb mit Ein- und Ausschalten parallel betriebener Geräte keine Einbrüche bei der Datenübertragung festgestellt werden.
Der kleinste gemessene Wert lag bei 160 MBit / Sekunde am Basisgerät und 142 MBit / Sekunde am Empfänger, wobei die Softwaremessung über das mitgelieferte Programm ‚Cockpit‘ erfolgte.
Über eine längere Stromnetzverbindung lag der Wert bei 150 MBit/s zu 108 MBit/s

Fazit
Egal an welchem stromführenden Steckplatz und in welchem hardware- oder virtualisiertem Umfeld das Devolosystem betrieben wurde, arbeitete es einwandfrei.
Einzig die Software ist nicht wirklich für Linux ausgelegt, wie der Name der Installationsdatei vermuten ließe. Dies ist schade, bietet sie doch eine einfache Möglichkeit den Datendurchsatz zu erkennen und Updates einzuspielen. Eine generell unter Linux nutzbare Software wäre somit das Optimum.
Da die Hardware stabil läuft und ohne Konfigurationsaufwand verschlüsselte Datenübertragung ermöglicht, wird trotzdem die Bestnote vergeben.

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Fazit - Kompakt

Testergebnisse Kompakt:
Name: dLAN® 650 triple+

Wie stabil arbeite das Netzwerk?
Die Datenübertragung ist schnell hergestellt und arbeitet stabil.

Wie schnell erfolgt die Installation?
Die Installation der Hardware ist auch ohne Handbuch möglich, die Software ist nicht zwingend erforderlich.

Software
Die optionale Zusatzsoftware verrichtet unter Windows problemlos ihren Dienst, unter Linux wird lediglich das Ubuntu-Derivat unterstützt. In einer Linuxumgebung ist die Software nicht über die Windows-kompatible Laufzeitumgebung Wine oder Crossover installierbar.

Wie alltagstauglich ist das Gerät?
Die Hardware arbeitet problemlos und ist kurzfristig einsatzbereit. Die drei jeweils 1 Gigabit Lan Anschlussdosen ermöglichen den direkten Datenaustausch auch untereinander.

Preis
114,90 Euro Ladenpreis

Wic, am 02.07.2015
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Bildquelle:
samscreatives (Mac Pro 3.1 zerlegen und reinigen)

Autor seit 2 Jahren
6 Seiten
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