Tomaten, Kartoffeln, Bohnen und viele andere Gemüse- und Obstsorten, die man meist nur aus dem Supermarkt kennt, werden in deutschen Kleingärten angebaut. Jedes Jahr werden die Hobbygärtner von neuen Züchtungen überrascht, die der Handel anbietet. Doch die alten Sorten sollten dabei ihre Daseinsberechtigung nicht verlieren. Denn nicht jede Neuzüchtung hält das was sie vorher verspricht. Deswegen sind viele Kleingärtner auf der Suche nach Händlern, die auch Samen von alten Obst- und Gemüsesorten verkaufen. Doch es muss nicht immer die Großbestellung beim Händler sein, die unter Umständen auch viel Geld kosten kann. Eine Alternative sind Tauschbörsen für Saatgut ohne finanziellen Hintergrund der Teilnehmer.


Tauschbörsen in Sachsen


Im Freistaat Sachsen hat sich eine Initiative gegründet, die sich dem Erhalt des alten Saatgutes verschrieben hat. Die Interessengemeinschaft "Lebendige Vielfalt" hat dafür mehrere Termine zum Tauschen und Fachsimpeln geplant. Um die geplanten Termine auch durchführen zu können, wurde eine Crowdfonding-Aktion gestartet. Die dort vereinnahmten Gelder dienen nur dazu, um die Mieten in den Veranstaltungsorten zu bezahlen und Werbung zu finanzieren, damit auch viele Interessenten die Tauschbörsen besuchen.
Die Teilnehmer selbst bekommen weder vom Veranstalter Geld, noch erhalten sie es von Besuchern, die Saatgut mit nach Hause nehmen möchten. Selbst wenn man nichts zum Tausch anbieten kann, wird man nicht mit leeren Händen und einer erleichterten Geldbörse nach Hause gehen. Und alte Hasen unter den Kleingärtnern sind dabei auch gern bereit ihr Wissen an Neulinge weiter zu geben. Wer aus die mitgebrachten Saaten nicht nur einmal nutzen und sondern die Pflanzen selbst vermehren möchte, findet im Artikel Saatgut im Garten für Blumen und Gemüse selber ziehen und ernten viele hilfreiche Ratschläge.

Der Veranstalter


Die Interessengemeinschaft "Lebendige Vielfalt" hat sich 2004 aus dem Umweltzentrum Auterwitz, Hanemannzentrum Meißen, das Umweltbildungshaus Johannishöhe und einige Privatpersonen gegründet. Es handelt sich dabei um einen losen Zusammenschluss, der sich über neue Interessenten freut. Selbst wenn man kein Kleingärtner ist, hat man vielleicht Räumlichkeiten, die man einer Tauschbörse zur Verfügung stellen kann. Man hat also das Ziel ein sehr umfangreiches Netzwerk für Gartenfreunde langfristig aufzubauen und zu pflegen.


Crowdfunding und Termine


Da die Interessengemeinschaft selbst und auch ihre Veranstaltungen auf einer nichtkommerziellen Basis aufbauen, wird Geld benötigt um Räumlichkeiten für die Tauschbörsen zu finanzieren. Damit die Veranstaltungen auch gut beworben werden können, wird das Geld aus der Crowdfundig-Kampagne auch genutzt. Für das aktuelle Jahr ist die Aktion schon beendet und viele Unterstützer haben dazu beigetragen, dass genug Geld zusammen gekommen ist.
Die Tauschbörsen selbst finden bis Anfang Mai statt. Danach erfordert der Garten die volle Aufmerksamkeit der Hobbygärtner. Alle Termine mit Veranstaltungsorten und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf der Webseite der Interessengemeinschaft.

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