Wunderkammern

Curiositas (lat.) bedeutet Neugier. Die ersten größeren Sammlungen entstanden als Kuriositätenkabinette im Europa des 14. Jahrhunderts (*). Durchlaucht erfreuten sich an Kunstgegenständen, die zu jener Zeit als Artefakte bezeichnet wurden. Gold und Silber, Haifischzähne und Bernstein Ornamente fanden den Einzug in die Sammlungen jener Zeit.

Vom 15. Bis zum 17. Jahrhundert brach sich eine neue Welle der Sammel-Begeisterung ihre Bahn. Warum sammelte man damals wieder? Der Humanismus war wiederauferstanden. Dazu kam ein besonderes Interesse an der Sagenwelt. Diese Epoche galt auch ein Zeitalter des Aufbruchs.
In jener Zeit wollten die Menschen wieder das Positive im Menschen entdecken. Die Schöpferkraft zeigte sich in vielerlei Gegenständen, die der menschliche Geist erschaffen konnte. Mit dem Besitz dieser Sammelobjekte ging quasi der Geist des Aufbruches auf den Besitzer über.

Museologie

Als Begründer der Museologie in Deutschland gilt der Belgier Samuel Quiccheberg (um 1500) (*).
Was hat dieser Mann Besonderes geleistet? Er hat die Inhalte von Wunderkammern mit lehrreichen Ausstellungsstücken in einer Einheit, und zu Lehrzwecken, zusammengeführt.

Trödelmarkt

Flohmarkt oder Trödelmarkt – dies sind Orte, an denen sich Sammler gern treffen. Wer hat ihn erfunden? Die Fürsten des Mittelalters waren es (*). Sie gaben Kleiderspenden an die bedürftige Bevölkerung. Später wurde daraus eine lukrative Handelsform entwickelt, die sich bis in die heutige Zeit erhalten hat.

Kleider, Spielzeug und Bücher finden sich überall. Spezielle Militaria finden ebenso ihre Abnehmer wie Schallplatten und Puppen. Diese Artikel werden zudem auf speziellen Märkten unter einem Fachpublikum von Sammlern gehandelt.

Die größten Flohmärkte in Deutschland werden nach verbreiteter Ansicht in Berlin, in Bonn und in Nürnberg aufgeschlagen. Europaweit sind der Naschmarkt in Wien sowie der Vossenplein in Brüssel bekannt. Dort treffen sich die Besucher zu Tausenden und frönen ihrem Freizeitvergnügen - mit Sammlerinstinkt.

Über das Sammeln

Warum sammeln wir? Die Ursprünge liegen natürlich im Nahrungserwerb. Später kamen ideelle Gründe hinzu (*). Was bedeutet das?
Es handelt sich um ein Freizeitvergnügen, um den Spaß am Besitzen und um das Erweitern des Besitzes. Sammeln kann entspannend sein. Die Betrachtung einer Galerie von schönen Gläsern kann den Menschen erfreuen. Schließlich kann eine Sammlung zum Selbstbild des Menschen beitragen (*). Der Sammler identifiziert sich mit der Welt, die er um sich herum aufgebaut hat. Die so erzeugte Stimmung kann ihn erfreuen, begeistern und sein Ichgefühl stärken.

Hobby, Liebhaberei und Steckenpferd

Was wird am meisten gesammelt?
Kulturgüter, allgemein gesagt. Kunst, Autos, Briefmarken, Bücher und Handschriften. Große Privatsammlungen tragen oft schillernde Namen, etwa das Peggy Gugenheim Sammlung in Venedig (*).
Das Liechtenstein Museum in Wien wird als eine der größten Privatsammlungen der Welt angeführt (*). In den USA ist das J. Paul Getty Museum in Los Angeles weltbekannt.

Solange der Sammler nicht der Sammelwut mit ihren negativen psychologischen Ausprägungen verfällt kann das Sammeln also als eine entspannende Freizeitbeschäftigung betrachtet werden. Wissensvermittlung und das Schwätzchen mit den Sammelfreuden runden dann das erfreuliche Gesamtbild dieser Tätigkeit ab.

Sammel-Rekorde

Wer besitzt die größte Briefmarkensammlung der Welt?
Wahrscheinlich das britische Königshaus (*). Eine Schätzung des Wertes dieser Sammlung soll nicht möglich sein, weil sich darin sehr viele Einzelstücke befinden, die praktisch unveräußerlich sind.

Münzen. Große europäische Münzsammlungen befinden sich in Frankfurt (Deutsche Bundesbank), London und Wien. Die meisten Einzelstücke von Münzen finden sich aber in – Moskau (*).

(wird fortgesetzt)

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