Schilddrüsenhormone – Funktion, Bildung und Ausschüttung

Damit die Schilddrüse richtig funktionieren und arbeiten kann, benötigt sie Jod. Dieses nimmt sie aus dem Blut. Eine Unterfunktion der Schilddrüse besteht also, wenn diese zu wenig Hormone bildet. Eine Überfunktion hingegen, wenn das Organ zu viele Hormone ausschüttet. Allerdings schüttet die Schilddrüse nicht automatisch genau die richtige Menge aus. Gesteuert wird dieser Prozess zum einen von der Hirnanhangsdrüse, zum anderen vom Hypothalamus, dem unteren Teil des Zwischenhirns. Die Hirnanhangsdrüse übernimmt dabei eine prüfende Funktion. Sie kontrolliert, ob wenig oder viel Botenstoff im Blut vorhanden ist. Der Hypothalamus hingegen überwacht die Funktion der Hirnanhangsdrüse.

Die Aufgaben der Schilddrüse

Auch wenn die Schilddrüse nur ein kleines Organ ist, übernimmt sie einige wichtige Aufgaben im Körper, welche mit dem Stoffwechsel zu tun haben. Sie beeinflusst den Energieumsatz, steuert den Sauerstoffbedarf und ist für die Wärmeregulierung zuständig. Außerdem fördern die Hormone der Schilddrüse den Fett- und Kohlenhydratabbau, wodurch sie auch gleichzeitig einen großen Einfluss auf den gesamtem Magen-Darm-Trakt haben. Zudem steigern die Hormone aktiv das Nervensystem und haben Einfluss auf das gesamte Herz-Kreislauf-System. Bei ungeborenen Kindern und bei Heranwachsenden wirken sie sich auf die geistige Entwicklung und das Wachstum aus. Damit die Schilddrüse all diese Aufgaben übernehmen kann, arbeitet sie eng mit dem Gehirn zusammen. Denn nicht nur das Herstellen der Botenstoffe, sondern auch das Speichern gehört zu den lebenswichtigen Aufgaben. Wann die Schilddrüse welches Hormon und in welcher Menge abgeben muss, sagt ihr das Gehirn. Sind einzelne Funktionen gestört, kann es zu einer Überfunktion, aber auch zu einer Schilddrüsenunterfunktion kommen. Weiterführende Informationen gibt es bei www.schilddruesenueberfunktion.com

Schilddrüsenunterfunktion

Fachlich wird diese Unterfunktion als Hypothyreose bezeichnet. Wie der Name bereits erraten lässt, handelt es sich hierbei um eine Unterversorgung, wobei zu wenige Botenstoffe an den Körper abgegeben werden. Frauen sind von einer Schilddrüsenunterfunktion wesentlich öfters betroffen als Männer. Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann angeboren sein, oder sich erst später entwickeln. Dann ist meistens eine Entzündung der Schilddrüse an der Unterfunktion Schuld, da diese danach nicht mehr in vollem Umfang arbeiten kann. Die Symptome sind nicht bei allen Betroffenen gleich, und können auch einzeln auftreten:

Heiserkeit

Verstopfung

Gewichtszunahme

Müdigkeit

Geistige Schwäche

Kälteempfindlichkeit

Sexuelle Unlust

Hautschwellungen

Trockenes Haar

Schilddrüsenüberfunktion

Eine Überfunktion der Schilddrüse ist als Hyperthyreose bekannt. Anders als bei der Unterfunktion, werden bei einer Schilddrüsenüberfunktion zu viele Hormone freigesetzt. Dies kann durch zu viel Jod passieren, aber auch durch die medikamentöse Verabreichung von Schilddrüsenhormonen. Eine Überfunktion kann schnell sehr schlimm werden und den Betroffenen stark beeinträchtigen. Besonders bei Patienten jenseits der 60 sollte die Überfunktion ärztlich überwacht werden. Die Symptome können sich auch hier einzeln oder in Gruppen zeigen:

Herzrasen

Luftnot

Schlafstörungen

Nervosität

Zittern (insbesondere an den Händen)

Schwitzen (auch bei Kälte)

Durchfall

Gewichtsverlust

Gesunde Ernährung bei Problemen an der Schilddrüse

Jod gehört zu den wichtigen Stoffen bei einer ausgewogenen Ernährung. Der tägliche Bedarf liegt bei rund 150 bis maximal 200 Mikrogramm pro Tag. Hilfreich bei der Nahrung sind jodhaltiges Salz, Fisch wie Kabeljau und Rotbarsch, aber auch Brot und verschiedene Milchprodukte. Auch Spinat enthält Jod. 100 Gramm von dem grünen Gemüse bringen es immerhin auf 12 Mikrogramm Jod. Allerdings sollte man nicht nur auf eine ausreichende Jodzufuhr achten, sondern allgemein darauf, den Körper mit gesunden Zutaten zu versorgen. Viel frisches Obst und Gemüse gehören ebenso dazu, wie die richtige Zubereitung. Obst und Gemüse eignen sich als Rohkost, können aber auch schonend zubereitet werden. Auf keinen Fall sollte Gemüse zu lange gekocht werden, da sonst die meisten Stoffe und Vitamine ins Wasser übergehen. Frischer Quark, Milch und Joghurt liefern zusätzlich Mineralstoffe.

Die Schilddrüse und ihre Krankheiten

Ob man nun selbst betroffen, oder einfach nur neugierig ist – oft stellt sich die Frage, ob man ohne Schilddrüse leben kann. Ja, man kann. In einzelnen Fällen kommt es sogar vor, dass Kinder ohne Schilddrüse geboren werden. Bei einem Leben ohne Schilddrüse wird jedoch eine Hormonbehandlung nötig. Daher ist es wichtig, bei Beschwerden jeglicher Art unbedingt einen Arzt aufzusuchen. Die häufigste Krankheit der Schilddrüse ist der Kropf. Auslöser ist in den meisten Fällen eine Mangelernährung, welche zu einer starken Vergrößerung des sonst so kleinen Organs sorgt. Neben dem Kropf, der Über- oder Unterfunktion kann allerdings auch dieses kleine schmetterlingsähnliche Organ von Krebs befallen werden.

Krankheiten und Veränderungen erkennen

Es ist nicht immer leicht, Veränderungen an der Schilddrüse zu erkennen. Oft bleiben diese lange im Verborgenen, ohne dass der Betroffene irgendwelche Symptome bemerkt. Im Internet gibt es zahlreiche Tests, mit denen man eventuelle Veränderungen oder Erkrankungen an der Schilddrüse testen kann. Diese ersetzen allerdings niemals einen Arzt, und schon gar keine Behandlung. Sie können jedoch helfen, indem sie den betroffenen bei der Selbsteinschätzung unterstützen und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen.

In der Regel wird dann der Hausarzt die erste Anlaufstelle sein. Dieser kann die ersten Untersuchungen machen, und danach eine Überweisung für einen Internisten ausstellen. Der Internist ist spezialisiert auf die innere Medizin. Die Untersuchungsmethoden der Schilddrüse können sehr unterschiedlich sein. Zum einen nutzt der Arzt die Blutwerte aus dem Labor, zum anderen wird der Patient ausführlich befragt. Hinzu kommen in den meisten Fällen auch ein Ultraschall der Schilddrüse und/oder ein Szintigramm - eine nuklearmedizinische Untersuchung. In einigen Fällen kann eine Feinnadelpunktion hilfreich sein, in anderen Fällen wird der Arzt eine Biopsie der Schilddrüse veranlassen. Daraus wird ersichtlich, dass dieses kleine Organ nicht nur eine große Leistung bringt, sondern auch nicht nach einem bestimmten Schema untersucht werden kann. Je schneller man jedoch bei Beschwerden einen Arzt aufsucht, desto besser.



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