Vor sich hin frösteln: Das war einmal

Zugegeben: Die Zeiten bauchfreier T-Shirts sind bei mir längst vorbei. Doch im Hinblick auf die Heizkosten wirkt sich so eine schützende Schicht um die Hüfte durchaus positiv aus. Denn was für ein gut gedämmtes Haus gilt, gilt auch für mich: Ich kühle nicht mehr so leicht aus und muss die Heizung nicht mehr so weit aufdrehen wie früher. Unterm Strich komme ich also mit weniger Heizöl aus. Ich habe nur Sorge dafür zu tragen, dass mir diese isolierende Körperschicht erhalten bleibt. Drei Tafeln pro Woche, schätze ich, sollten dafür genügen.

Mit Schokolade Heizkosten sparen: eine Modellrechnung

Thermometer.Die Rechnung ist ganz einfach: Die Raumtemperatur in einer 50-Quadratmeter-Wohnung um zwei Grad abzusenken hilft, elf Prozent Heizöl zu sparen. Das sind immerhin 80 Liter im Jahr, wie mir der freundliche Herr der örtlichen Energieagentur erklärt. Bei einem Heizöl-Preis von 0,93 Euro pro Liter spare ich jährlich sage und schreibe 74,40 Euro.

Im Gegenzug muss ich allerdings 156 Tafeln Schokolade (52 Wochen à drei Tafeln) zum Preis von je 70 Cent (es muss ja nicht die teuerste sein) einkalkulieren. Damit fallen Schokoladen-Kosten von knapp 110 Euro pro Jahr an. Sie meinen, ich mache da ein Verlustgeschäft? Lassen Sie es gut sein: Die 36 Euro, die ich drauflege, sind mein ganz persönlicher Beitrag zum Klimaschutz!

Schokolade contra Heizöl: Versuch einer Ökobilanz

Schokolade hat gegenüber Mineralöl auch noch den Vorteil, aus nachwachsenden Rohstoffen zu bestehen: Kakao, Kakaobutter und Zucker. Und Schokolade ist sogar fair gehandelt und klimaneutral hergestellt zu haben – wenn auch nicht für 70 Cent pro Tafel. Im Hinblick auf die Transportkosten tun sich die beiden Energieträger allerdings nicht viel. Das Rohöl wie auch die Kakaobohnen werden erst einmal um die halbe Welt verfrachtet. Und beide müssen energieintensiv verarbeitet werden.

Der Vorteil bei der Schokolade ist jedoch: Mit zunehmendem Alter muss ich gar nicht mehr so viel davon essen, um mein dämmendes Hüftgold zu behalten. Von so einer automatischen Ressourcenschonung kann ich beim Heizkessel nur träumen.

Bei der CO2-Bilanz wird es dann richtig schwierig: Keine Ahnung, wer da umweltfreundlicher arbeitet und weniger Kohlendioxid ausstößt, der Brennwertkessel oder ich. Aber schnaufen muss ich ja so oder so.

Das Fazit: Schokolade für den Klimaschutz!

Angesichts dieser Fakten würden Sie doch auch zu der süßen Variante greifen als zum unappetitlichen Heizöl?! Nur mit meiner Ärztin habe ich mein Projekt "Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung" noch nicht diskutiert. Cholesterin hin, Zucker her: Meinem übergeordneten Klimaschutz-Ziel wird auch sie sich kaum verschließen können, oder?

PS: Wer sich ernsthaft Gedanken machen will, wie sich Heizkosten reduzieren lassen: Hier ist eine Checkliste, um zu prüfen, ob die Heizung wirklich sparsam arbeitet.

PPS 1: Die "Gute Schokolade" – klimaneutral und fair gehandelt – gibt es übrigens wirklich: Infos zum Projekt

PPS 2: Greenpeace in Österreich hat eine (wenn auch nicht mehr ganz aktuelle) Liste zusammengestellt, welche Schokoladenmarken fair gehandelt und ökologisch sind – und welche nicht. Auf der Website von Greenpeace gibt's noch viele weitere Infos zu den Themen Umwelt und Ernährung – auch zu Nikoläusen 2012. 

Mondstein, am 15.08.2012
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