Das Fiese an Schreibblockaden - Vertreibt Fachwissen die Kreativität?

Kaum zu glauben, aber dieses Phänomen ist wahr: Solange der Hobbyschreiber seine Eindrücke zu Papier bringt, sprich solange er frei aus dem Bauch, weg von der Leber oder tief aus dem Herzen schreibt, wird er ihr selten oder gar nicht begegnen. Der Schreibblockade. Professionelle Autoren hingegen könnten Bücher füllen über ihre Erlebnisse mit diesem Ungeheuer, das sie mal früh am Morgen, mal spät am Abend oder einfach mittendrin, vielleicht während einer Szene, in einem Satz überfällt, um sich gefühlte Ewigkeiten anzuhaften und ihnen Geduld, Zeit, manchmal gar Existenz oder den Verstand zu rauben. Sie könnten Bücher mit diesem Thema füllen, können es aber nicht. Denn sie stecken fest. Für Tage, Monate oder Jahre.

Viele Schreiber werden sich sagen, dass es dann vielleicht besser wäre, dem Individualismus freien Lauf zu lassen, zu verzichten auf Theorien, die sich mit Szenenaufbau, Personenfindung und Konflikten befassen. Doch so einfach ist es leider nicht. Derjenige Autor, der Wert auf die Qualität seiner Texte legt, der sich weiterentwickeln möchte, wird nicht umhin kommen, sich mit grundlegenden Techniken des Schreibens auseinanderzusetzen. Die Frage ist nur, wie, wo oder mit wessen Hilfe er das macht.

Zwei Arten von Fachliteratur über das Schreiben - Kreativität kontra Theorie

Wer sich entscheiden soll zwischen Studium, Fernlehrgang, Abendschulbesuch oder entsprechender Fachliteratur, wird mit Sicherheit in seine Kalkulation die entstehenden Kosten mit einbeziehen. Und da Autoren zumeist klamm bei Kasse sind, wird die Anschaffung eines Buches die billigste Methode sein, um sich Wissen anzueignen. Wobei "billig" nicht schlecht sein muss. Doch bedarf es einiger Überlegungen bei der Auswahl des richtigen Fachbuches, damit der gerade so glühende Übereifer nicht innerhalb kurzer Zeit mangels Motivation erlischt.

 

Der Schreiber muss zwei Arten von Büchern unterscheiden: Diejenigen, die sich mit den Grundlagen des Schreibens befassen und solche, die seinen Schreibfluss am Leben halten sollen. Letztere Sorte sind unnötig, wird sich mancher Schreibanfänger denken, die Ideen sind schließlich in meinem Kopf. Ich will nur wissen, wie ich sie sortieren und in ordentlicher Form zu Papier bringen kann. (Dreimal auf Holz geklopft, damit diese Einstellung nicht zu schnell versiegt.) Der Anfänger wird sich also erst einmal mit den Grundlagen des Schreibens beschäftigen. Wer Anreize oder neue Ideen braucht, verwendet die Bücher zum Thema Schreibfluss.

Fernstudium Autor werden lohnt sich - Studiengemeinschaften fördern Motivation

Der ein oder andere Hobbyautor wird es schaffen, sich durch den theoretischen Teil der Schreib-Fachliteratur zu beißen, um am Ende bessere Texte zu präsentieren, deren Qualität er nun realistischer einschätzen kann als am Anfang seiner Übungen. Vor allem dann, wenn er die Literatur gefunden hat, die seinen individuellen Bedürfnissen entspricht. Viele Leser aber verzweifeln auch, fühlen sich allein gelassen mit dem Buch ihrer Wahl, mit dem sie so viel gar nicht anfangen können. Sie geben auf, ohne je richtig angefangen zu haben. 

 

Eine Möglichkeit, das vorhandene Talent doch noch unter Beweis stellen zu können, sind Fernlehrgänge, die sich mit dem Schreiben beschäftigen. Die meisten Anbieter unterteilen in Grundlagenwissen, Belletristik, Journalismus, Kinder- und Jugendbuchschreiben, so dass jeder Studierende die für ihn passende Richtung wählen kann. Studienleiter begleiten den Schüler während des Lehrganges genauso wie Mitstudierende, die mit ihrer Kritik oft weniger zimperlich sind als die Pädagogen. Aber: Kritik hilft. Wer gelernt hat, sie nicht als persönlichen Angriff, sondern als Bereicherung aufzufassen, hat große Chancen, besser und besser zu werden. Und außerdem entwickeln sich zwischen Studierenden echte Freundschaften.

 

Es bleibt also eine Frage des persönlichen Geschmacks und des Geldbeutels, ob man sich für den Kauf von Fachliteratur oder für die Finanzierung eines Studiums entscheidet. Auf Vorurteile, ob die eine oder andere Variante die bessere ist, sollte allerdings nicht viel gegeben werden. Denn wer sich zu sehr beeinflussen lässt, kommt ins Grübeln. Und wer zu viel grübelt, wird unter Garantie bald von einem Ungeheuer befallen: der Schreibblockade.

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