Hautschuppen und ihre Ursachen

Behandlung von SchuppenSchuppen sind für Fische lebenswichtig, doch diejenigen Schuppen, die sich auf der Kopfhaut der Menschen tummeln, werden eher als lästig empfunden. Zumindest eine übermäßige, sicht- und spürbare Menge davon, denn dass die Kopfhaut abgestorbene Hautschüppchen abwirft, um sich zu regenerieren, ist an sich noch ein völlig gesunder Prozess. Kritisch wird es erst, wenn wirklich viele dieser Flocken im Haar vorhanden sind. Zu sehen sind Hautschuppen übrigens nur, wenn sie aus mindestens 100 bis 1000 zusammenhängenden Hautzellen bestehen.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Schuppen, welche nicht nur die Haare verunzieren, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen möglichst bekämpft werden sollten:

  1. Trockene Schuppen, welche in der Regel klein und weiß sind und von den Kopfhaaren rieseln. Ursache hierfür können die klimatischen Bedingungen sein, denen die Haut ausgesetzt ist, wie etwa trockene Heizungsluft oder Kälte im Winter. Aber auch eine allergische Reaktion auf einen Inhaltsstoff, der in einem benutzten Haarpflegemittel enhalten ist, kommt als Auslöser in Frage. Sehr häufiges Haarewaschen oder zu wenig reichhaltige (feuchtigkeitsspendende) Pflege begünstigt die Hautschüppchenbildung bzw. Austrocknung der Haut ebenfalls.
  2. Fettige Schuppen, die größer, meist gelblich sind und eher hängen bleiben. Sie sind oft auf eine vermehrte Talgproduktion der Kopfhaut zurückzuführen. In diesem Fall ist es möglich, dass der Hefepilz Pityrosporum ovale dahintersteckt. Juckende Kopfhaut zusätzlich zum Schuppenbefall kann ein Symptom hierfür sein. Eine Behandlung dieser Schuppenart ist daher dringend zu empfehlen.

Neben einer Pilzerkrankung können Hautschuppen am Kopf aber auch ein Zeichen für eine Hauterkrankung wie zum Beispiel die Schuppenflechte, das seborrhoische Ekzem oder Neurodermitis sein. Sollten die Schuppen also auch nach längerer Behandlung nicht mit Hausmitteln zu bekämpfen sein, sollte auf jeden Fall ein Dermatologe konsultiert werden.

Des Weiteren kann die vermehrte Schuppenbildung auch hormon- oder stressbedingt sein. Die Ernährung (in Fachkreisen wird diskutiert, inwiefern zu fettes Essen oder zu viel Koffein ursächlich dazu beitragen) und insbesondere Zinkmangel kann eine Rolle spielen. Eine Veranlagung zu trockener Kopfhaut oder eine genetische Disposition begünstigt die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit Kopfschuppen zu kämpfen hat, ebenso.

Was kann man gegen Schuppen tun?

Zunächst einmal kann man es mit einem Anti-Schuppen-Shampoo versuchen, möglichst eines mit natürlichen Inhaltsstoffen und keine Chemie, die die Kopfhaut zusätzlich reizen würde. Ergänzend schadet es sicher nicht, dem von Schuppen befallenen Haar eine feuchtigkeitsspendende Pflege-Haarkur zu gönnen. Dies ist auch als Prophylaxe zu empfehlen.

Für die sofortige Behandlung bei akutem trockenen Schuppenbefall eignen sich spezielle Fluids, die in die zu trockene Kopfhaut einmassiert werden. Als Hausmittel wird auch gern Olivenöl genommen; alternativ hilft möglicherweise auch Haaröl, das in gut sortierten Drogeriemärkten erhältlich ist.

Weitere Hausmittel gegen Schuppen sind selbstgemachtes Anti-Schuppen-Shampoo aus Eigelb und Zitronensaft, selbstgemachtes Haarwasser mit Brennesseln und Obstessig, Naturjoghurt sowie Teebaumöl (gibt es auch als Shampoo im Handel). Die Anleitungen dazu können unter dem gegebenen Link nachgelesen werden.

Wenn man den Verdacht hegt, bestimmte von der Haut nicht vertragene Haarpflegemittel oder einzelne Bestandteile daraus könnten mitschuldig an den Beschwerden sein, meidet man am besten das betreffende Mittel versuchsweise, um zu schauen, ob sich dadurch etwas verbessert.

Zudem schadet es in diesem Zusammenhang nicht, auf eine ausreichende Zinkzufuhr zu achten. Zink ist in Vollkornprodukten, Eiern, Kürbiskernen, diversen Hülsenfrüchten, dem "Schuppentier" Fisch:-) und Haferflocken reichlich enthalten.

Und wenn das alles nichts hilft?

Dann bleibt wohl nichts als ein Besuch beim Hautarzt. Dies gilt insbesondere, wenn der Schuppenbefall von Symptomen wie einer geröteten, entzündeten, verkrusteten oder gar nässenden Kopfhaut oder auch Haarausfall begleitet wird.

Im Falle eines Pilzes als Ursache der übermäßigen Schuppenmenge wird der Hautarzt wahrscheinlich ein Antipilzmittel (Ketoconazol oder Bifonazol) verschreiben. Dieses wird über einen Monat als Shampoo angewandt, welches längere Zeit einwirken muss. Danach soll es meist ein Mal pro Woche über etwa ein halbes Jahr weiter verwendet werden, damit der Pilz nicht wiederkommt. 

Bei sehr starker und hartnäckiger Schuppenbildung behandelt der Facharzt diese mit einer Haartinktur namens Salicylsäurespiritus. Ist die Kopfhaut stark entzündet, wird oft die kurzfristige Behandlung mit kortisonhaltigen Haartinkturen angesetzt, welche die Entzündung hemmen.

Hinweis zum Schluss

Es handelt sich hierbei um einen rein informativen Artikel. Welche Methode hingegen für Sie persönlich zur Schuppenbekämpfung geeignet ist, müssen Sie für sich selbst herausfinden. Bitte lassen Sie sich im Zweifelsfall von entsprechenden Fachleuten dafür beraten. Auch übernehme ich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. 

Autor seit 6 Jahren
112 Seiten
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