Jeder hat das schon erlebt: Irgendwie geht nichts von alleine, alles ist immer das Gleiche, eine latente Unzufriedenheit macht sich breit und ein bisschen Sehnsucht nach Neuem. Als glücklich würde man sich in solchen Phasen kaum bezeichnen. Die einen fangen in solchen Momenten an, Kleider zu kaufen oder die Wohnung umzuräumen. Oder sonst irgendetwas zu verändern. Doch es funktioniert nicht immer, sich so zu einem besseren Lebensgefühl zu verhelfen.

 

Die niederländische Psychologin Marlies Terstegge entwirft in ihrem Buch "Bring Flow in dein Leben" eine andere Möglichkeit, um in solchen Situationen weiterzukommen: Flow, das ist ein Zustand, den auch jeder kennt: Wenn man selbstvergessen und mit Begeisterung etwas tut und hinterher oft gar nicht weiß, wie die Zeit vergangen ist. Und sich währenddessen und hinterher richtig freut. Ihre These: Je öfter Menschen es schaffen, im Flow zu sein, desto glücklicher sind sie.

Interessanterweise sind das keine Gefühle, die im Urlaub im Liegestuhl entstehen. Im Flow zu sein hat etwas mit gezieltem Engagement zu tun. Verglichen wird das gerne mit einem Bergsteiger, der den Gipfel vor Augen hat und jeden Schritt auf dem Weg dahin genießt. Oder mit einem Musiker, der nach vielem Üben mühelos und trotzdem konzentriert in seinem Spiel aufgeht

Marlies Terstegge erklärt diesen Kernbegriff der Positiven Psychologie unterhaltsam und nachvollziehbar. Man kommt nicht umhin, das Buch immer wieder sinken zu lassen, weil man plötzlich Beispiele aus dem eigenen Umfeld vor Augen hat. Im Lauf der 208 Seiten gibt die Psychologin ihren Lesern Anregungen an die Hand, um Flow-Momente an sich selbst und anderen zu beobachten. Schritt für Schritt kann sich jeder herantasten, wo man im eigenen Leben ansetzen könnte, um öfter in den Genuss dieses Lebensgefühls zu kommen. Fragenkataloge warten darauf, durchgearbeitet zu werden – und spätestens da fängt die Auseinandersetzung mit sich selbst an. 

Stichwort: Positive Psychologie

Die Positive Psychlogie widmet sich der seelischen Gesundheit von Menschen und erforscht, wie sich Menschen optimal entwickeln. Glück, Wohlbefinden, Optimismus und Geborgenheit sind dort zentrale Themen. Den Begriff hat der US-amerikanischen Psychologen Martin Seligman geprägt. Während das Fach Positive Psychologie in den Vereinigten Staaten bereits zu den Master-Lehrplänen gehört, ist dieses relativ junge Forschungsgebiet in Deutschland noch kein fester Bestandteil der universitären Ausbildung. Mehr dazu weiß Wikipedia.

 

Im Kern geht es in diesem Buch um Selbsterkenntnis und ganz grundlegend um die Suche nach dem eigenen Lebensthema. Doch auch, wenn man nicht gleich so weit kommt, ist es sehr inspirierend, sich mit einzelnen Teilen auseinanderzusetzen. Der ein oder andere Flow-Moment stellt sich schon beim Lesen ein. Ganz bestimmt.

Titelfoto: Elisabeth Patzal/pixelio

Mondstein, am 25.04.2014
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