Finanzielle Freiheit muss kein ...

Finanzielle Freiheit muss kein Traum bleiben

Immobilienkauf – das größte finanzielle Risiko im Leben

Sie tragen sich mit dem Kauf einer Immobilie? Ihr Bankberater hat Sie in Ihrer Meinung bestärkt, dass Betongold die beste Altersvorsorge ist?

Vielleicht ist jetzt ein guter Moment, noch einmal nachzudenken und sich die Risiken eines Immobilienkaufs bewusst zu machen:

  • Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 400.115 Ehen geschlossen - und 163.335 geschieden. Die 2015 geschiedenen Ehen hielten im Durchschnitt ca. 15 Jahre. Die meisten Finanzierungen für Immobilien laufen aber deutlich länger.
  • Viele Finanzierungen - insbesondere in Ballungsgebieten - sind auf das Einkommen beider Ehepartner angewiesen. Eine längere Krankheit, wie z.B. ein Burnout oder Arbeitslosigkeit, können zu großen Problemen führen. 
  • Die Preise für Immobilien in guter Lage (z.B. München, Hamburg, Köln, Frankfurt, Berlin) sind in den letzten Jahren massiv angestiegen. Selbst bei einer Finanzierung mit niedrigem Zins ist es fraglich, ob sich über mehrere Jahrzehnte eine Wertsteigerung oder wenigstens ein Werterhalt bei gleichzeitiger Nutzung der Immobilie erzielen lässt.
  • Viele "Häuslebauer" planen keine Rücklagen für die Instandhaltung eines Hauses ein. Steht nach 30 Jahren dann ein neues Dach oder der Austausch der Heizung an, ist guter Rat teuer.
  • Eine Immobilie, die für einen bestimmten Lebensabschnitt optimal ist, ist später möglicherweise eine Belastung. Man denke an die Witwe, die ein Haus bewirtschaften muss, dass früher einmal von vier oder fünf Personen bewohnt wurde und das einen großen Garten hat. Wenn dann unter Druck verkauft werden muss, kann es ein böses Erwachen geben.
  • Viele Käufer einer Immobilie legen "alle Eier in einen Korb", d.h. sie müssen für die Finanzierung sämtliche Einkünfte aufbringen und können ihr Vermögen nicht streuen. Sie akzeptieren anders gesagt also ein Klumpenrisiko.

Natürlich trifft man die Entscheidung für den Kauf einer selbst genutzten Immobilie auch immer ein Stück weit mit dem Herzen. Und wer sich mit einem Haus mit Garten seinen größten Lebenstraum erfüllt, ist vielleicht bereit, die obigen Risiken in Kauf zu nehmen.

Wer aber nüchtern betrachtet seine Altersvorsorge oder einen langfristigen Vermögensaufbau plant, kann sich ebenso gut nach Alternativen umsehen.

Vermögensaufbau an der Börse – Weg zur finanziellen Freiheit

Hier möchte ich Ihnen die Investition in börsengehandelte Wertpapiere vorstellen, die Teile des Gewinns regelmäßig ausschütten. Natürlich kann ich Ihnen aber keine konkrete Anlageempfehlung geben. 

Als Beispiel: Das Unternehmen Procter & Gamble zählt mit seinen bekannten Marken wie Gillette, Pampers oder Ariel zu den größten Konsumgüterherstellern der Welt. Der Umsatz lag 2016 bei 65,3 Mrd. US-Dollar. Um das einmal in eine Perspektive zu setzen: die deutschen Bundeshaushalte 2017 für die Bereiche Verkehr und Infrastruktur, sowie Verteidigung liegen bei insgesamt 64,9 Mrd. €.

Es ist bei einem Unternehmen in dieser Größenordnung also relativ unwahrscheinlich, dass eine Aktie in kürzester Zeit vollkommen wertlos wird. 

Das Unternehmen schüttet in jedem Quartal einen Teil seiner Gewinne aus – und das seit über 120 Jahren! In den letzten 60 Jahren ist die Dividende außerdem jedes Jahr angestiegen. Im Moment liegt die Ausschüttungsrendite bei 3,1 %. Anders gesagt: wenn Sie zum diesjährigen Kurs für 1000 € Aktien von Procter & Gamble gekauft haben, erhalten Sie voraussichtlich eine Ausschüttung von 31 €.

Wenn man dazu bedenkt, dass die Aktie mit einem heutigen Kurs von über 87 US-Dollar Anfang 2000 noch für weniger als 60 US-Dollar zu kaufen war, steigt die mögliche Rendite natürlich noch deutlich an.

Dies als kleiner Appetizer für einen Einstieg in die Welt der Börse.

 

Investieren – Stockpicking oder Investmentfonds?

Im Wesentlichen lassen sich zwei Anlagemöglichkeiten unterscheiden.

  1. Stockpicking, d.h. der Anleger wählt einzelne Aktien oder Wertpapiere selbst aus, denen er zutraut den Gesamtmarkt zu schlagen, also zum Beispiel die Aktie von Procter & Gamble
  2. Investmentfonds, die mehrere Wertpapiere bündeln. Man unterscheidet zwischen aktiv und passiv gemanagten Fonds, sog. ETFs (Exchange-traded funds). Vereinfacht gesagt bildet ein ETF einen vorgegebenen Index wie den DAX oder den DOW Jones einfach nur möglichst genau nach und folgt seiner Entwicklung passiv. Der Anleger gewinnt oder verliert annähernd genau so viel wie der Index. Bei einem aktiv gemanagten Fond entscheiden Fondsmanager dagegen laufend über die Zusammensetzung des Fonds und hoffen so die allgemeine Marktentwicklung zu schlagen. 

Ziehen wir als Beispiel für einen ETF den SPDR S&P US Dividend Aristocrats UCITS ETF heran.

Er investiert in 100 verschiedene Unternehmen aus der Liste des amerikanischen S&P Composite 1500® Index. Ausgewählt werden die Unternehmen nach zwei Kriterien:

  1. Es handelt sich um die 100 Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite
  2. Die Dividenden müssen in den letzten 20 aufeinander folgenden Jahren gestiegen sein

Im Moment hält dieser ETF Anteile an so bekannten Unternehmen Coca-Cola, Exxon Mobil, Catterpillar oder AT&T.

Meine Empfehlung geht klar in Richtung ETFs. Das hat verschiedene Gründe:

  • Nur absolute Profis werden genau die Aktien finden, die langfristig den Markt schlagen. Insofern ist Stockpicking nicht für Anleger geeignet, die nur begrenzte Zeit in Ihre Vermögensplanung investieren können oder wollen.
  • Mit dem Kauf eines ETFs können Sie Ihr Vermögen weit streuen und vermeiden ein Klumpenrisiko. Die Wahrscheinlichkeit, dass von 100 Unternehmen kein einziges mehr eine Dividende ausschüttet, ist einfach geringer als es bei einem einzelnen Unternehmen der Fall ist.
  • Aktiv gemanagte Fonds sind hinsichtlich der zu zahlenden Verwaltungskosten deutlich teurer als ETFs. Gleichzeitig ist praktisch kein aktiv gemanagter Fonds in der Lage, den Markt langfristig zu schlagen. Werfen Sie zum Beispiel einmal einen Blick auf die Ergebnisse des sogenannten SPIVA-Reports (eine Zusammenfassung hier: https://www.wallstreet-online.de/nachricht/9666698-top-fonds-schlagen-benchmark)

Der Kauf von ETFs ist sehr einfach. Eröffnen Sie ein kostengünstiges Online-Depot, suchen Sie die Wertpapierkennnummer des entsprechenden Fonds und kaufen Sie die gewünschten Anteile. Viele ETFs sind auch sparplanfähig, d.h. Sie können auch schon mit kleineren Beträgen ab ca.50 € pro Monat an die Börse gehen. Ein weiterer Vorteil: wenn das Geld automatisch für Ihren Sparplan abgebucht wird, werden Sie nach kurzer Zeit gar nicht mehr darüber nachdenken.

Sehr praktisch finde ich die Seite: https://www.justetf.com/de/find-etf.html

Hier können Sie einfach aus einer riesigen Zahl an ETFs einen sparplanfähigen aussuchen, der Ihrer persönlichen Risikobereitschaft entspricht. Auch finden Sie dort die Gebühren einzelner Banken und weitere wichtige Informationen.

 

Crowdlending - ein spannender Ansatz

Unter Crowdlending versteht man die Vergabe von Krediten durch Privatpersonen an andere Privatpersonen. Angebot und Nachfrage werden über Plattformen gebündelt, eine der bekanntesten dürfte Auxmoney sein.

Anleger erhalten hier im Moment durchschnittliche Zinsen von 5,5 Prozent auf ihr angelegtes Kapital. Durch die große Zahl an Krediten, die auf der Plattform vermittelt werden, ist auch der Ausfall einzelner Kredite kein Problem. 

Es gilt aber, genau so wie für Anlagen an der Börse:

Keine Entscheidung ohne Risiko

Natürlich ist praktisch jede Geldanlage, die attraktive Zinsen bietet, mit Risiken behaftet. Daher ist es wichtig sich genau zu informieren, bevor man investiert.

Die wichtigsten Grundregeln:

  1. Gehen Sie nicht mit Geld an die Börse, dass Sie vielleicht schon bald wieder kurzfristig benötigen. Sie brauchen einen Puffer von 2-3 Nettogehältern auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto, um die größten Risiken im Alltag (z.B. Kauf eines Autos nach einem Unfall) abdecken zu können. Damit ist auch klar, dass man sich keinesfalls verschulden sollte, um an der Börse zu spekulieren.
  2. Je früher Sie mit der Geldanlage starten und je länger Sie Ihre Wertpapiere liegen lassen, desto lukrativer (Stichwort: Zinseszins) und risikoloser wird Ihre Investition. Bei einem Anlagezeitraum von 20 oder mehr Jahren sind Schwankungen in den Aktienkursen ein wesentlich kleineres Problem als bei 2 Jahren. Oder wie es der bekannte Investor André Kostolany einmal ausgedrückt hat: Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.
  3. Kaufen Sie nur, was Sie verstehen. Das kann natürlich bedeuten, dass Sie sich noch Wissen aneignen müssen. Aber Sie werden sehen, dass Sie in kurzer Zeit ein ausreichendes Grundwissen erwerben können, um selbständig gute Anlageentscheidungen zu treffen.
  4. Werden Sie nicht gierig. An "todsicheren" Tipps verdient meistens nur derjenige, der sie gibt. Rennen Sie nicht dem letzten halben Prozent Rendite hinterher, sondern investieren Sie einigermaßen konservativ.
  5. Streuen Sie Ihre Investitionen breit. Falls Sie an der Börse nur in Aktien investieren, sollten Sie noch zusätzlich sichere Anlagen haben, z.B. eine betriebliche Altersvorsorge. Alternativ können Sie auch ETFs für Rohstoffe, Immobilien, Anleihen und viele andere Anlageklassen erwerben und so Ihr Risiko durch Streuung senken.

Wo bekomme ich das Geld her?

Machen Sie sich einen Haushaltsplan und überlegen Sie sich genau, wie viel Geld Sie ohne große Schmerzen jeden Monat ansparen können.

Dafür gibt es inzwischen praktische elektronische Hilfsmittel.

Mein Favorit ist der Lexware Finanzmanager (früher: Quicken). Das Programm ist sicher nicht perfekt, aber es erlaubt Ihnen mit überschaubarem Aufwand einen sehr guten Überblick über Ihre Ausgaben zu bekommen. Einmal eingerichtet werden sämtliche Kontobewegungen automatisch Kategorien zugeordnet. So können Sie zum Beispiel leicht sehen, wie viel Geld Sie im Monat für Tanken, Lebensmittel oder Ihr Handy ausgeben. Freuen Sie sich auf einige Aha-Erlebnisse!

Das ist vielleicht auch ein guter Zeitpunkt, um Ihren Lebensstil zu überdenken. Brauchen Sie wirklich jedes Jahr ein neues Handy und alle zwei Jahre ein neues Auto? Wann haben Sie das letzte Mal Ihre Versicherungen kritisch geprüft? Wann haben Sie das letzte Mal Ihren Stromanbieter gewechselt? Muss es jedes Jahr eine Fernreise sein?

Suchen Sie erst einmal nach den "großen Brocken" und optimieren Sie soweit möglich. Wenn das geschafft ist, können Sie getreu dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist" über die kleineren Posten nachdenken.

Ein Beispiel: sie holen sich jeden Tag in der Arbeit am Kaffeeautomaten einen Cappuccino für 0,50 €. Bei einem normalen Arbeitsjahr mit ca. 220 Arbeitstagen geben Sie dafür also 110 € aus. Wenn Sie das 20 Jahre machen, reden wir von 2.200 €. Stellen Sie sich nun einmal vor, Sie hätten zweimal pro Jahr in einen ETF-Sparplan 50 € eingezahlt und dieser hätte sich mit 6-8% verzinst, was mit Blick auf die Vergangenheit realistisch ist. Dann hätten Sie vor Steuern nun grob zwischen 4.000 und 5.000 € zur Verfügung.

Eventuell sollten Sie auch einmal mit Ihrer Familie sprechen. Nicht selten erhalten Kinder von Ihren Eltern eine fünf- oder sogar sechsstellige Summe, wenn Sie eine eigene Immobilie kaufen. Aber was würde dagegen sprechen das Geld breit gestreut an der Börse anzulegen und die Dividenden zum Beispiel für die Miete einer Wohnung oder die Ausbildung der Kinder zu nutzen?

Wie lange dauert es, bis ich nennenswerte Einnahmen erhalte?

Die vielleicht spannendste Frage: wie lange dauert es?

Nicht jeder von uns hat schließlich Eltern, die uns mit sechsstelligen Summen unterstützen.

Die nachfolgenden Berechnungen können Sie mit einem Zinsrechner einfach nachvollziehen. Persönlich nutze ich gern http://www.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php 

Gehen wir davon aus, dass wir die Summe von 100.000 € erreichen wollen, bevor wir anfangen Geld aus unserem Vermögen zu entnehmen. Unser Ziel wollen wir innerhalb von 20 Jahren erreichen. Wir nehmen einen Freibetrag für Zinseinnahmen von 800 € und einen Steuersatz von 25% an. Schließlich gehen wir davon aus, dass wir mit unserer Anlage durch Kursgewinne und Dividenden im Schnitt eine Verzinsung in Höhe von 4% pro Jahr erreichen. Das ist mit Aktien durchaus machbar.

Ergebnis: Im Monat müssen wir ca. 290 € zur Seite legen.

Das ist sicherlich eine Menge Geld, aber ich vermute deutlich weniger als Sie gedacht hätten.

Gehen wir nun davon aus, dass wir die 100.000 € erreicht haben. Wir nehmen wieder Steuern und Freibeträge wie oben an und unterstellen, dass wir pro Jahr 4% Dividenden erhalten (mögliche Kursgewinne rechnen wir nicht ein). Dann könnten wir Monat für Monat mehr als 300 € entnehmen ohne das Geld zu verbrauchen. Erlauben wir uns, die ursprüngliche Summe über einen Zeitraum von 25 Jahren komplett aufzubrauchen, können wir sogar mehr als 500 € im Monat entnehmen.

Denken Sie einmal kurz an Ihre monatliche Miete. Und jetzt ziehen Sie 500 € ab. Wie fühlt sich das an?

In diesem Sinne: viel Erfolg auf Ihrem Weg in die finanzielle Freiheit!

Laden ...
Fehler!