Es ist endgültig vorbei, das beruhigende Gefühl von Wohlstand und Sicherheit. Obwohl uns offizielle Statistiken seit Jahren vorgaukeln, dass die Lebenshaltungskosten nicht oder nur leicht steigen, spricht die Realität doch eine andere Sprache. Ein Blick auf die nächste Tanksäule genügt... Die vermeintliche oder auch tatsächliche Abzocke durch Staat, Einzelhandel, Krankenkassen und Versicherungen verursacht ein unterschwelliges Gefühl der Hilflosigkeit. Umso wichtiger ist es daher, das eigene Einsparpotenzial zu ergründen und entsprechend konsequent zu handeln. Beispielsweise stets nur die preiswerteste Tankstelle anzusteuern, bringt bestenfalls einige Cents Ersparnis. Entscheidender ist, die großen und fortlaufenden Kostenverursacher zu ermitteln. Dazu zählt unter anderem die Wahl der Gas- und Stromanbieter. Außerdem lässt sich auch am Heizkörper selbst bares Geld sparen. Drehen Sie jedes Regelventil monatlich (auch im Hochsommer) einmal voll auf und gleich wieder zu. Das Ventil bleibt dadurch gängig und behält in der Heizperiode seinen vollen Wirkungsgrad.

Auch beim Warmwasser kann man bisweilen auf einfache Weise ohne Zusatzgeräte sparen. Sie benutzen Einhebel-Mischbatterien? Dann vergessen Sie bitte einmal den deutschen Ordnungssinn, der viele Menschen dazu animiert, den Hebel genau in der Mittelstellung zu belassen. Meist spendet der Wasserhahn dann nur Kaltwasser. Aber der Warmwasserzähler läuft trotzdem fleißig mit. Drehen Sie den Hebel daher konsequent in die Endlage für Kaltwasser.

Geldanlagen und Versicherungen überprüfen

Einige der effektivsten Einsparungen lassen sich zudem erzielen, indem man seine Geldanlagen und Versicherungen einmal gründlich unter die Lupe nimmt. Allerdings sollte man dabei nicht nur auf einen möglichst niedrigen Preis achten, sondern ebenso die offerierten Leistungen genau untersuchen und zudem bedenken: Die "Berater" der Banken und Versicherungen sind in erster Linie Verkäufer, getrieben vom Streben nach Provision und den Umsatzvorgaben der Chefetage. Wer zu einem Beratungsgespräch geht, sollte daher bereits zuvor wissen, was er eigentlich will. Außerdem empfiehlt es sich, selbst interessante Offerten niemals sofort zu unterschreiben.

Sparen in der Freizeit

Aber auch im Alltag gibt es unzählige Möglichkeiten, den eigenen Geldbeutel möglichst unangetastet zu lassen. Kinofilme beispielsweise sind ein beeindruckendes Erlebnis! Überdimensionale Bilder, ein fantastischer Sound und ringsum nur Dunkelheit. Doch eigentlich ist der Kinobesuch ein völlig unwirtschaftlicher Vorgang. Denn für die teuer bezahlten Tickets bekommt man oft zunächst einmal: Werbung, volle 15 Minuten lang! Bis der gewünschte Film dann endlich beginnt, ist die zu saftigen Preisen gekaufte Popcorntüte unter Umständen bereits leer...

Wer sich daher zukünftig das Geld für den Kinobesuch sparen will, muss auf tolle Filme dennoch nicht verzichten. Halbwegs erfolgreiche Kinofilme erscheinen bereits wenige Monate später in den Regalen der Videotheken oder sind sogar als Kauf- DVD erhältlich. Für den Preis eines einzigen Kinobesuches kann die ganze Familie den Film dann unendlich oft anschauen. In der Regel sind auch die dabei vertilgten Naschereien zu Hause wesentlich preiswerter...

Auch Menschen mit wenig Zeit, die trotzdem gern lesen, sich weiterbilden wollen oder politisch interessiert sind, haben Einsparmöglichkeiten. Viele Tageszeitungen und Magazine bieten Probeabos an, im Idealfall sogar kostenlos. Warum also etwas dauerhaft bestellen, wenn man sowieso nur gelegentlich Zeit dafür hat? Nutzen Sie die feine Erfindung "Probeabo" also ganz gezielt, zum Beispiel für die Urlaubszeit...

Des Deutschen liebstes Kind, das Auto, wird manchmal mit dem spöttischen Begriff "Sparbüchse"bedacht, denn tatsächlich sind Autoreparaturen, Steuern und Versicherungen keineswegs Peanuts. Doch selbst technisch weniger versierte Autofahrer können so manchen Euro sparen, indem sie selbst Hand anlegen, beispielsweise beim Reifenwechsel. Wer zudem ein wenig Mühe und Zeit in die Fahrzeugpflege investiert, hat an seinem Wagen länger Freude und muss natürlich nicht so schnell über einen erneuten Autokauf nachdenken. 

 

Computersicherheit: Sparen nur am Preis

"Der Computer hilft mir, Probleme zu lösen, die ich ohne ihn nicht hätte!" An dieser Aussage ist durchaus etwas dran, wie das wichtige Thema Computersicherheit beweist. Ohne entsprechende Sicherheitssoftware kann heute kein Rechner mehr unbeschadet an das Internet andocken. Firewall und Virenscanner gelten inzwischen als sicherheitstechnische Mindestausrüstung jedes internetfähigen Computers. Doch das hat leider seinen Preis, immer wieder, denn die Lizenzen auf Sicherheitssoftware sind meist zeitlich begrenzt. Für die so aufgelaufenen Summen könnte man sich getrost auch eine solide Altersvorsorge finanzieren!

Doch es geht auch anders. Viele Anbieter offerieren sogenannte Freeware, also kostenlose Virenscanner, Echtzeitüberwachungen usw. Diese sind qualitativ nicht schlechter als ihre teuren Artgenossen. Nur eben etwas weniger komfortabel. Freeware dient in der Regel als Lockangebot für kostenpflichtige Komplettlösungen. Doch jene müssen nicht unbedingt die bessere Alternative sein, auch wenn diverse "Ratgeberseiten" in Illustrierten genau das suggerieren.

Doch wer viel Geld für das umfassende Sicherheitspaket eines einzigen Anbieters bezahlt, macht unter Umständen eins schlechtes Geschäft. Denn jede Sicherheitslösung arbeitet nach einem ganz eigenen Prinzip. Die Urheber schädlicher Software wissen das und nutzen daher ganz gezielt strukturelle Schwächen beliebter Sicherheitsprogramme aus. Wer hingegen beispielsweise die (natürlich kostenlosen) Virenscanner verschiedener Anbieter auf seinem Rechner installiert, erzielt möglicherweise bessere Resultate, da sich die Suchmethoden der einzelnen Scanner gegenseitig ergänzen.

Durch den Einsatz mehrerer Sicherheitsprogramme verlangsamt sich natürlich die Arbeitsleistung des Computers. Dem können Sie allerdings vorbeugen, indem Sie sich für ein ständig aktiviertes Sicherheitsprogramm entscheiden und die restliche Software nur beim Durchsuchen der Festplatte manuell aktivieren.

Sonderpreise sind ganz besondere Preise

Ein aus dem Tierreich bekannter Jagdinstinkt (potenzielle Beute weckt Bedarf und löst Aktion aus) lässt sich mit ziemlicher Treffsicherheit auch auf eine gewisse menschliche Spezies übertragen: Den Kunden. Ein günstiges Angebot genügt, und schon entdeckt der bis dato zufriedene Konsument ein Produkt, welches er angeblich sowieso schon immer haben wollte. Ob die dabei offerierten Rabatte eine tatsächliche Ersparnis bringen oder nur von imaginären Preisen aus berechnet wurden, lässt sich allerdings schwerlich überprüfen.

Ähnliche Reflexe lösen auch die kleinen, roten Preisschilder mit der Aufschrift "Sonderpreis" aus, welche eine Verbilligung suggerieren. Doch Vorsicht: Der Sonderpreis ist eben lediglich ein besonderer Preis. Ob dieser höher oder niedriger als bisher ist, entscheidet allein der Anbieter.

Autor seit 5 Jahren
97 Seiten
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