Grillen aus Leidenschaft - Freizeitspaß für Hobbyköche am Rost und weltmeisterliche Profikunst

Die Freude am Grillen ist nicht nur hierzulande in den warmen Monaten überall zu spüren, auch in vielen Erdteilen gehört diese Art der Zubereitung zum alltäglichen Bild. Besonders in Nordamerika, Australien und Neuseeland wird das Barbecue zelebriert, wobei sich die Nordamerikaner gern als die Erfinder, um nicht zu sagen als die Urväter des Grillens bezeichnen. Selbst in Südafrika, hier wird dazu liebevoll Braai gesagt, gehört ein ordentliches Straußensteak auf den Grill. Besondere regionale Unterschiede sind eigentlich nur in der Form und bei den Zutaten zu finden. Der Spaß am Grillen, das Flair und vor allem die Gemeinschaft dabei unterscheiden sich nicht von den Grillabenden in unseren Breitengraden.

Neben dem Faulenzen vor dem TV, gehört das Grillen wohl zu einer der liebsten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Es gibt mancherorts Grillsportvereine und Grillclubs, welche die Zubereitung von Lebensmitteln auf dem Rost zelebrieren oder sich über Techniken und Zutaten austauschen. Außerdem werden in jedem Jahr von der GBA (German Barbecue Association) die Deutschen Grillmeisterschaften abgehalten, wo Amateure und Profiköche mit ihren Teams gegeneinander antreten. Auch Grillweltmeisterschaften, World Barbecue Championships, werden seit 1998 in regelmäßigen Abständen rund um den Globus absolviert. Dem Zuschauer werden kulinarische Hochgenüsse in mehreren Gängen geboten, dazu Grillworkshops, verschiedene Seminare und jede Menge Begleitprogramm. Der erste deutsche Grillweltmeister von 2002, Hans-Joachim Fuchs (gest. 2008) eröffnete nur ein Jahr nach seinem Weltmeistertitel 2003 die erste Deutsche Grill- und Barbecueschule im thüringischen Erfurt.

Der Grill im Vergleich - Gas, Elektro oder lieber Holzkohle?

Grill ist nicht gleich Grill, das weiß man spätestens bei einem Blick auf die Auswahl der verschiedensten Geräte, die in den Fachmärkten angeboten werden. Für welchen man sich letztlich entscheidet, hängt von einigen Faktoren ab.

Gemütliches Beisammensein am Holzkohlegrill

Es qualmt und rauchst, es stinkt, zwischendurch lodert die Flamme auf und ein herrlicher Duft von gebratenem Fleisch zieht durch die Luft. Für viele Menschen ist der Holzkohlegrill der Inbegriff für einen gemütlichen Abend, für die Gemeinschaft mit Freunden, einem spritzigem Bierchen und dem typischen Grillgeruch, welcher die ganze Nachbarschaft miteinbezieht. Allerdings sorgt gerade diese Methode für den ein oder anderen Nachbarschaftsstreit am Gartenzaun. Denn, was für den einen Genuß ist, bedeutet für den anderen eine störende Geruchsbelästigung. Das Grillen mit Holzkohle gleicht einem Ritual und dauert auch dementsprechend lange.

Schnell mal Grillen mit Elektro

Kaum Rauchentwicklung entsteht beim Grillen mit Elektro. Deshalb ist er auch in den meisten Mietwohnungen und auf Balkonen erlaubt. Er ist handlich, schnell zusammengebaut und sofort einsatzbereit, lässt sich problemlos reinigen und bietet daher eine gute Alternative zum herkömmlichen Holzkohlegrill. Allerdings ist der Elektrogrill wegen seiner Leistungsstärke nur für kleinere Fleischmengen geeignet und braucht für ein dickes Steak etwas mehr Zeit, als ein Grill mit Holzkohle. Für den eingefleischten Grillfan fehlt außerdem das typische Grillaroma, was dem Grillspaß aber keinen Abbruch tut.

Der Gasgrill - eine umweltfreundliche Alternative

In den USA gehört der Gasgrill zu den beliebtesten Grillgeräten und auch in Deutschland, weiß man um seine besonderen Vorteile. Er ist, wie der Elektrogrill, schnell einsatzbereit und braucht keine lange Vorheizphase. Die Hitze lässt sich variabel einstellen und dank seines Deckels geht weniger Energie verloren und das Grillgut ist schneller durchgebraten. Wegen seines hohen technischen Aufwands ist so ein Gasgrill leicht störanfällig und außerdem relativ teuer in der Anschaffung. Da er aber auch fast ohne Qualm grillt, eignet sich diese Form besonders gut für den Balkon oder eine launische Nachbarschaft.

Mit welchem Gerät grillen Sie am Liebsten?

Tipps von den Grillprofis - Grillweltmeister verraten ihre Grillgeheimnisse

Grillen wie die Profis - mit ein paar einfachen Tricks schaffen Sie das zu Hause auch. Das A und O beim Grillen ist die Vorbereitung. Hier sollten Sie sich schon im Vorfeld überlegen, was Sie grillen wollen, welche Zutaten Sie dafür benötigt und wie viele Gäste Sie erwarten. Das Fleisch sollte mindestens 24 Stunden vor dem Benutzen mariniert werden, damit der Geschmack tief in die Fleischfasern einziehen kann. Vergewissern Sie sich auch unbedingt vorher, ob Sie alle Materialien zum Grillen bereit haben, wie etwa Grillkohle und Grillschalen, oder ob die Propangasflasche noch voll genug ist. Außerdem gilt wie bei jedem Gericht, sich genügend Zeit zu lassen.

Nun denn, der Grillabend steht an - der Grill ist vorgeheizt, das Fleisch liegt auf dem Rost und plötzlich beginnt die Glut an zu brennen. Jetzt heißt es Nerven bewahren und auf keinen Fall das Feuer mit Bier ablöschen. Dadurch wird die Würzung abgewaschen, die Kohle gelöscht und die Asche aufgewirbelt, welche dann am Grillgut klebt. Besser ist es vorher, die überflüssige Marinade mit einem Messer abzukratzen, das Fleisch selber zu Marinieren oder eine Grillschale zum Auffangen der heruntertropfenden Marinade zu benutzen.

Um die Bildung von krebserregenden Stoffen, wie etwa Acrylamit oder PAK, so gering wie möglich zu halten, achten Sie darauf, dass kein Fett oder Marinade in die Glut tropft. Auch angebrannte Stellen sollten nach Möglichkeit abgeschnitten werden.

Feuer und Flamme - Grillen mit Holzkohle (Bild: Peter Smola, pixelio.de)

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