Wie viel Haut verträgt die Promenade

Vom Hotel zum Strand nur im Bikini – das muss nicht sein

Mitnichten läuft der Autor dieser Zeilen Gefahr, als allzu prüde verdächtigt zu werden oder womöglich als eine moralische Instanz der Republik zu gelten. Und keine Frage, der Sommer ist die Jahreszeit, in der es bezüglich der Kleidung zum Glück auch deutlich freizügiger zugeht, als in der zugeknöpften kalten Jahreszeit.

Auch ist der Grad der Verklemmtheit (ebenfalls zum Glück) in Deutschland längst nicht in dem Maße vorhanden wie in manchen anderen Ländern, in denen dafür eine Doppelmoral herrscht, die eine natürliche moderate Freizügigkeit in den Schatten stellt. Und doch gibt es ein paar No Gos die man auch hier beachten sollte. Am Strand oder am Badesee stieg der Anteil an knappen Bikinis in den letzten Jahrzehnten deutlich und wurde damit auch immer normaler, ja bisweilen unspektakulärer, so dass sich manch einer wieder mehr Textil herbeisehnte –

nicht etwa aus Prüderie sondern aus einem ästhetischen Empfinden heraus und um der Fantasie noch etwas Spielraum zu lassen. Was am Strand aber völlig normal ist und in keiner Weise für Aufregung sorgt, ist außerhalb des Badebereichs nicht mehr unbedingt angesagt, wenngleich natürlich nicht verboten und individuell zu bewerten.

Der Weg vom Hotelzimmer durch die Lobby über die Promenade zum Strand etwa, sollte nicht unbedingt als Laufsteg für Bikinischönheiten dienen. Es genügt schon ein bisschen Stoff und man beweist Stil und hat einen wesentlich niveauvolleren Auftritt. Dabei spielt es keine Rolle ob man sich einen Pareo umbindet, leichte Shorts und Top anzieht oder ein luftiges Strandkleid überwirft: Hauptsache ein bisschen mehr Stoff als am Strand.

Das Gleiche gilt im Übrigen an der Strandbar. Auch hier wirkt es wesentlich stilvoller und keinesfalls weniger attraktiv, wenn man etwas mehr verhüllt, verdeckt und versteckt als beim Sonnen baden. Erst recht natürlich, wenn man zu den Damen gehört, die sich gerne oben ohne bräunen. Es ist wie immer und überall: alles zu seiner Zeit und an seinem Platz.

Welche stilvollen Möglichkeiten gibt es und mit welchem Strandoutfit macht man 2016 eine perfekte Figur?

Tücher und Pareo

Die einfachste Form des dezenten Strandoutfits

Wie gesagt, es braucht nicht viel, um mehr bekleidet zu wirken als im knappen Bikini. Letzten Endes genügt ein leichtes Tuch oder ein Pareo der locker um den Körper gebunden wird, entweder ganz einfach über der Hüfte oder unter der Schulter und über der Brust mit einem lockeren Knoten gebunden wird.

Fünf Sekunden und man ist angezogen ohne dabei »eingepackt« oder nicht »strandhaft« zu wirken. Ein Pareo hat sogar noch eine positive zusätzliche Funktion. Der dünne und leichte Stoff sorgt bei der Bewegung oder einem Windhauch für angenehme Abkühlung. Und sollte er mal etwas nass werden, ist er in kürzester Zeit wieder trocken. Die Auswahl an Modellen ist dabei schier endlos, zumal sich manches Tuch auch zweckendfremden lässt. Zum perfekten Strandoutfit wird es aber erst dann, wenn es farblich natürlich zum Bikini oder Badeanzug passt und nicht gerade einfarbig langweilig ist. Schade nur, dass dies nicht auch bei Männern Mode ist, mancher Bierkugel würde eine Verhüllung am Strand ganz gut tun …

Die Tunika

Wer nicht gerne mit Wickeltechnik arbeitet oder Angst hat, dass das Tuch nicht hält, bzw. nicht dort bleibt wo es hingehört, für den ist die Tunika als Strandoutfit die perfekte Wahl. Auch sie gibt es aus sehr leichten, luftigen Stoffen, sowohl in deckender als auch in transparenterer Ausführung. Ganz ohne Knotenkunst und Gefahr des plötzlichen Verlustes, lässt sich dieses blusenartigen Strandoutfit ganz bequem überstreifen und bietet dennoch alle Vorteile, die auch ein Pareo mit sich bringt.

Übrigens noch ein Tipp, der sowohl für Pareo als auch für Tunika gilt. Man sollte sich nicht durch die kühlende Wirkung unvorsichtig werden lassen, vor Sonnenbrand schützt dieses Strandoutfit nur sehr bedingt. Also: Sonnencreme nicht vergessen!

Das Strandkleid

Das sicherlich eleganteste Strandoutfit ist das Strandkleid, wobei sich oft die Frage stellt, wann spricht man von Tunika, wann von Strandkleid? Eine verbindliche Definition gibt es denn auch nicht. Grob kann man einfach sagen, eine Tunika ist ein bisschen mehr Bluse und ein Strandkleid ein bisschen mehr Kleid. Ist ja auch egal, bequem und stilvoll muss es in erster Linie sein und wer wie dazu sagt, kann der Trägerin ja egal sein.

Damit ein Strandkleid tatsächlich auch ein perfektes Strandoutfit ist, muss es in erster Linie leicht und luftig sein. Außerdem möchten sie sich ja wegen des kurzen Wegs zwischen Hotel und Strand oder eines kleinen Abstechers zur Strandbar nicht umständlich ankleiden müssen und das womöglich noch mit dem nassen Bikini. Deshalb sind Sommerkleider mit Reißverschluss, Gürtel oder Knöpfen denkbar ungeeignet und in aller Regel für diesen Zweck wohl auch nicht wirklich bequem. Vielmehr sollte man sich das Strandkleid ganz einfach überstreifen können. Der Stoff muss leicht sein, damit er weder an der eingecremten Haut noch am evtl. nassen Bikini oder Badeanzug kleben bleibt.

Das Bandeaukleid

Ebenfalls als Kleid zu bezeichnen aber dennoch vom Strandkleid zu unterscheiden ist das Bandeaukleid. Zweifelsohne gehört die Form ebenfalls zu den schönsten Strandoutfits, allerdings ist bei diesen mancher genannte Vorteil nicht vorhanden. Da sie etwas fester sitzen müssen, sind sie naturgemäß nicht so luftig leicht, dafür aber vielseitig einsetzbar. Häufig kann man sie ganz unterschiedlich tragen, ob als Kleid oder umgeschlagen als Rock, am Strand alles kein Problem.

Dadurch ist es auch möglich sehr einfach die Länge selbst zu bestimmen. Auf dem Weg zum Hotel oder in den nahegelegenen Supermarkt ein wenig länger, an der Strandbar ein wenig hochschlagen und ein bisschen kürzer – perfekt.

Shorts

Wer Kleider oder Tücher nicht mag, hat natürlich auch eine andere einfache Möglichkeit, die durchaus auch salonfähig ist. Die klassischen Shorts. Wenn sie nicht gerade allzu eng ist, ist auch sie am Strand schnell übergezogen, vorausgesetzt, der Bikini oder Badeanzug ist trocken. Falls nicht, wird's unter Umständen schwierig und sieht nach kurzer Zeit auch alles andere als vorteilhaft aus.

In Shorts gekleidet ist es auch nicht weiter schlimm oder gar ein No Go, wenn man oben nur das Bikini-Oberteil trägt. Angezogen wirkt man irgendwie trotzdem. Wer aber sicher gehen möchte, streift sich ein leichtes Top über.

Mit diesen Tipps eines männlichen, gänzlich unbedarften aber scharf beobachtenden Ästheten sollte hoffentlich das perfekte Strandoutfit 2016 gefunden werden – der Sommer kann kommen!

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