Sich nicht zu einem Studium drängen lassen - Studieren oder nicht ist immer eine persönliche Entscheidung

Wer über ein Studium nachdenkt, sollte sich über einige Dinge im Klaren sein. Ein Studium verlangt erstens die Bereitschaft und die Fähigkeit, viel zu lesen. Wer das Lesen an sich regelrecht hasst, der sollte sich von vornherein überlegen, ob eine Lehre nicht vielleicht besser wäre. Zweitens verlangt ein Studium ein hohes Maß an Motivation! Wer sich lediglich von seinen Eltern oder anderen Menschen aus der näheren Umgebung zu einem Studium überreden lässt, ohne selbst allzu überzeugt von der Idee zu sein, der sollte nichts überstürzen. Ein Studium kann ja auch ein Jahr später noch aufgenommen werden, wenn sich die persönliche Einstellung dazu in dieser Zeit geändert haben sollte. In dieser Zeit des Überlegens kann man zum Beispiel jobben, privat etwas lernen, das einen interessiert, reisen, oder sonstige Dinge tun, die einen persönlich weiterbringen. Verlorenen Zeit muss ein Wartejahr jedenfalls nicht zwangsläufig bedeuten.

Selbstdisziplin ehrlich einschätzen - Studieren heißt, sich motivieren

Ein dritter Punkt, der berücksichtigt werden muss, hängt eng mit der Motivation zusammen: Selbstdisziplin. Das klingt jetzt erst mal relativ preußisch, ist aber eine wichtige Voraussetzung beim Studium. Anders als in der Schule ist es an der Uni nämlich so, dass sich niemand wirklich dafür interessiert, ob man zu den Vorlesungen und Seminaren erscheint, ob man eine Prüfung fristgerecht ablegt, oder wie intensiv man sich in ein Thema einarbeitet.

All diese Dinge liegen in der persönlichen Verantwortung des Studenten und niemand ruft bei den Eltern an, um zu fragen, wo das Kind war, als es sein Referat halten sollte. Am Ende des Semesters gibt es keine Zeugnisse und Hausaufgaben werden in der Regel entweder nicht erteilt, oder zumindest nicht kontrolliert. Man muss eben selbst wissen, was zu tun ist, wann es zu tun ist und vor allem, WOZU es zu tun ist. Womit wir wieder bei der Motivation wären: Nur wer motiviert ist, wird auch die nötige Selbstdisziplin aufbringen, morgens aufzustehen, sich rechtzeitig die richtige Literatur zu besorgen, in die Sprechstunden zu gehen, das Referat noch ein drittes und viertes Mal zu überarbeiten und aus eigenem Antrieb Wissenslücken zu füllen, die niemandem auffallen, als einem selbst. Zu all dem kann nur motiviert sein, wer echtes INTERESSE an seinem Studienfach hat. Als Lehrling bekommt man Geld, als Student bezahlt man Geld. Für Kopien, Bibliotheksgebühren, Semesterticket, Bücher, Arbeitsmaterial, und so weiter und so fort.

Schnellcheck: Ist ein Studium was für mich?

Zusammengefasst sollten also folgende Punkte auf dich als künftigen Studenten zutreffen: Du solltest gern lesen oder zumindest die Bereitschaft haben, regelmäßig große Textmengen zu bewältigen. Ferner solltest du durch ein echtes Interesse an deinem künftigen Studienfach dazu motiviert sein, dich auch intensiv und über längere Zeit mit diesem Fach zu beschäftigen, tief darin einzudringen und dich auch über das geforderte Maß hinaus, so wie in deiner Freizeit damit zu beschäftigen. Wer nur studiert, um anderen einen Gefallen zu tun, seine Ruhe zu haben, oder um später möglicherweise viel Geld verdienen zu können, sollte sich die Sache noch mal ernstlich überlegen. Darüber hinaus solltest du dich selbst disziplinieren können, regelmäßig deine Arbeit zu machen, zu deinen Vorlesungen zu gehen, am Abend vor einem schwierigen Seminar auch mal eine Party ausfallen zu lassen und dir rechtzeitig die wichtige Literatur für die Veranstaltungen des nächsten Semesters zu besorgen. Wenn du dir all das klargemacht hast und nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss kommst, dass du es packen kannst, dann steht deinem Start an der Uni eigentlich nichts im Weg. Andernfalls ist es keine Schande, wenn du ich entschließt, erst mal etwas anderes zu probieren.

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Rene_Junge, am 10.09.2012
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Bildquelle:
Reisefieber (Wo kann man Tourismus studieren?)

Autor seit 4 Jahren
31 Seiten
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