Um einen ersten Überblick zu bekommen, ob Studium oder Berufsausbildung nach dem Abitur folgen sollten, ist es hilfreich sich die Vor- und Nachteile eines Studiums und die einer Berufsausbildung zu verdeutlichen.

Vorteile und Nachteile des Studiums

Vorteile

  • später höheres Einstiegsgehalt und größere Gehaltssteigerungen möglich,
  • bessere Chancen Karriere zu machen,
  • durch Praktika Einblicke in verschiedene Berufsbilder bekommen,
  • Auslandsaufenthalte möglich,
  • Studien- und Freizeitgestaltung ist flexibel,
  • Berufsziele können auch während des Studiums erst eindeutig definiert werden,
  • größere Flexibilität bei der Berufswahl,
  • breites Wissen,
  • vielseitige Qualifikationen,
  • Arbeiten in Eigenverantwortung,
  • persönliche Entwicklung wird positiv beeinflusst,
  • Titel/Status wird erworben,
  • Statistiken zufolge besteht mit einem Studium ein geringeres Risiko arbeitslos zu werden.

 Nachteile

  • Selbstdisziplin und Eigeninitiative erforderlich,
  • kein Einkommen, Fremdfinanzierung erforderlich (Studiengebühren)
  • evtl. lange Studiendauer,
  • wer keine Ausdauer hat, hat geringe Erfolgsaussichten,
  • viel Theorie, wenig Praxis

Vor- und Nachteile der Berufsausbildung

Vorteile

  • sofort eigenes Einkommen, Unabhängigkeit von Eltern
  • sofort praktische Berufserfahrung (Kollegen, Kunden, Vorgesetzten)
  • eindeutig definierte Tätigkeiten
  • Vorbereitung auf den späteren Beruf
  • Chancen auf Übernahme nach der Ausbildung
  • überschaubarer Zeitraum

 Nachteile

  • Karrierechancen sind begrenzt
  • wenige Spielraum für freie Entscheidungen
  • geringe Gehaltssteigerungen
  • man ist sofort im Berufsalltag
  • erschwerter Wechsel in andere Berufe

Alle diese Vor- und Nachteile sollte sich jeder Abiturient vor Augen führen. Schlussendlich muss er selbst entscheiden, welcher Weg für ihn der richtige ist. Doch ganz unabhängig von diesen Vor- und Nachteilen spielt bei der Berufswahl auch das eigene "Ich" eine wichtige Rolle. Was kann ich? Wer bin ich?

Auch das sind Fragen, mit denen sich Schulabgänger konfrontiert sehen. Berufschancen hin oder her. Wer nicht seinen persönlichen Vorlieben und Fähigkeiten entsprechend eine Berufswahl trifft, der wird auf Dauer nicht glücklich in seinem Job sein. Was bringt es eine Management-Karriere einzuschlagen, wenn die persönlichen Vorlieben und Kenntnisse eher im kreativen und handwerklichen Bereich liegen? Gar nichts.

Entscheidungsfindung leicht gemacht

Es ist wichtig zu schauen, was man eigentlich gerne machen möchte. Was man gut kann. Worauf man Lust hat. Doch viele Schulabgänger können sich selbst gar nicht eindeutig beschreiben. Ihnen fällt es schwer eigene Stärken zu benennen oder auszuloten, in welchem Berufsfeld sie gern tätig wären. An dieser Stelle kann eine Beratung beim Arbeitsamt helfen. Hier wird eine recht umfangreiche Berufsberatung angeboten. Eine weitere Alternative ist die Berufsdiagnostik. Ein noch recht neues Feld, dass z.B. von der Beratungsfirma "perspektiVia" angeboten wird. Bei der Berufsdiagnostik stehen keine Berufe oder Studiengänge im Vordergrund, sondern die Person mit all ihren Fähigkeiten, Talenten aber auch mit all ihren Schwächen. Durch Verfahren, die in der psychologischen Forschung entwickelt wurden, wird bei der Berufsdiagnostik herausgefunden, welche Interessen bestehen, welche besonderen Fähigkeiten vorhanden sind und was dem Schüler Spaß machen könnte. Erst wenn diese Dinge klar definiert sind, werden Berufsfelder und Studiengänge empfohlen, die den persönlichen Neigungen entsprechen.

So kann man erstmal ein Bild über sich selbst bekommen. Kann seine Fertigkeiten beschreiben und von Anfang an den richtigen Weg einschlagen. Die Vorteile dieser Berufsberatung bzw. Berufsdiagnostik liegen auf der Hand:

  • von Anfang an den richtigen Karriereweg einschlagen,
  • Geld durch verschwendete Studienzeit sparen,
  • schneller seine Ziele erreichen,
  • Zufriedenheit im Job.

Mit einem solchen Kompass fällt es jedem Schulabgänger leichter, sich für einen Beruf zu entscheiden. Die gewonnenen Erkenntnisse können dabei sogar bei Bewerbungsgesprächen helfen. Hier wird nicht selten nach der persönlichen Einschätzung der Stärken und Schwächen gefragt. Eine Frage, bei denen viele Bewerber ins Straucheln kommen.

 

Bildquellenangabe: Elisa Al Rashid / pixelio.de

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