Der Sucher

Daraus ergeben sich einige Vorteile gegenüber einer Spiegelreflex-Kamera. Zum einen kann das Bild im Sucher aufgehellt werden und ermöglicht eine bessere Sicht im Dunkeln. Desweiteren kann im Sucher eine Lupe zugeschaltet werden, die ein einfacheres Scharfstellen von Details ermöglicht. Zudem ist das Anzeigen von zusätzlichen Informationen, z.B. einem Histogramm innerhalb des Suchers möglich.

Als Systemkameras auf den Markt kamen, gab es häufig Probleme mit der Geschwindigkeit und Farbwiedergabe des Sucherbildes. Bei schnellen Bewegungen ruckelte das Bild und zeigte nur eine unzureichende Vorschau des entstehenden Fotos. Aktuelle Kameras wie z.B. die Panasonic GH3 oder G6 haben dieses Problem nicht.

Die Größe

Ein weiterer Vorteil ist die Kompaktheit, die sich aus dem fehlenden Spiegelkasten ergibt. Nicht nur kann die Kamera deutlich kleiner konzipiert, auch Objektive können anders gerechnet werden, wenn kein Spiegel überbrückt werden muss. Diese werden dadurch deutlich kürzer als die vergleichbaren DSLR-Pendants. Besonders im Telebereich kommt dieser Umstand zu tragen. Eine DSLR mit Teleobjektiv kann gut 3-4 Kilogramm auf die Waage bringen, eine Systemkamera im Extremfall (z.B. eine Panasonic GF6) weniger als 1 Kilogramm bei gleicher Brennweite.


Dieser Effekt wird durch die zumeist kleineren Sensoren, die in Systemkameras verbaut werden, verstärkt, da diese über den Cropfaktor ebenfalls eine Verkürzung der Objektive bewirken. Systemkameras unterstützen damit auf beste Weise das Motto "Nur mit einer Kamera, die man dabei hat, macht man auch Fotos"

Autofokus und Funktionen

Ein Nachteil, unter dem Systemkameras früher zu leiden hatten, ist in den neusten Generationen dieser Geräte ebenfalls ausgemerzt: Ohne Spiegel mussten Kameras früher auf einen Phasendetektionsautofokus verzichten, heute lässt sich diese Methode durch bestimmte Pixel auf dem Sensor ebenfalls mit ähnlicher Effektivität erreichen. Erstaunlicherweise bringt Canon als bekannter Hersteller von Spiegelreflexkameras aktuell selbst die Zukunft des Systemkameraautofokus auf den Markt: Mit der EOS 70D und ihrem Dual-Pixel-Sensor ist ein Autofokus mittels Kontrastautofokus und Phasendetektion gleichzeitig über den gesamten Bildbereich möglich. Diese Technologie wird zukünftigen Kameragenerationen (und hoffentlich auch Systemkameras) einen extrem präzisen und schnellen Autofokus unabhängig von festen Messfeldern ermöglichen.

Ein Fehlen von professionellen Anschlussmöglichkeiten, wie z.B. einer Blitzsynchronbuchse, ist in den neusten Generationen der Systemkameras ebenfalls nicht mehr zu beanstanden. Z.b. bietet die GH3 von Panasonic alle Anschlussmöglichkeiten, die ein Studiofotograf benötigt. Damit dürfte die Zukunft der Systemkamera auch in der professionellen People- und Produktfotografie gesichert sein.

Nachteile

Der einzige, ernst zu nehmende Nachteil, unter dem Systemkameras derzeit noch zu leiden haben, ist die Unmöglichkeit zur gleichzeitigen Aufnahme eines Fotos und Speisen des Suchers mit Bildinformation. Dadurch gerät das Sucherbild bei Serienaufnahmen ins Stocken und erschwert das Verfolgen schneller Objekte.

Fazit und die Zukunft

Viele Kritiker merken an, dass durch den Mangel an Vollformat-Systemkameras derzeit ein professionelles Arbeiten nicht möglich ist, dennoch zeigen Test-Berichte und viele Erfahrungsberichte von professionellen Fotografen, dass die Systemkamera in Bildqualität und Anwenderfreundlichkeit auch im gehobenen Sektor nicht zurückstehen muss. Zur Beruhigung sei aber gesagt, dass die Firma Sony für die Zukunft ankündigte, in ihren kommenden Kameraserien vollständig auf Spiegel verzichten zu wollen, so dass von diesem Hersteller mit Vollformatkameras zu rechnen ist.

Wer derzeit also auf Serienbildaufnahmen von sehr schnell bewegten Objekten (z.B. in der Sport-Fotografie) verzichten kann, findet im Bereich der Systemkameras einen adäquaten, platzsparenden und zukunftsweisenden Begleiter für seine Fotoeinsätze.

Mehr über mich findet ihr auf www.fotoartdh.de

Ruhr1900, am 20.08.2013
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Bildquelle:
Ruth Weitz (Wie macht man ein schönes Profilbild)

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