Auf der Suche nach einer professionellen Tauchbasis in Ägypten - Tauchschulen, die was "tauchen" …

Fast schwerelos durch die Unterwasserwelt zu schweben... farbenfrohe und faszinierende Lebewesen und bizarre Korallenformationen so weit das Auge reicht. Den Gedanken freien Lauf zu lassen, entschleunigen, Ruhe finden – all das und noch vieles mehr beschreibt einen Tauchgang im Roten Meer.

Meinen ersten Tauchkurs "meisterte" ich schon im zarten Alter von 13 Jahren auf den Philippinen. Die rauen Mengen an Salzwasser, die ich zu dieser Zeit geschluckt habe, mussten etwas in mir ausgelöst haben. 1996 machte ich mich als nicht mehr ganz so junger Tauchlehrer auf die Flossen, um die Weltmeere zu erkunden.

Selbst nach 15 Jahren, in denen ich als Tauchlehrer und Basenleiter in Griechenland, Spanien, Malediven und Ägypten tätig war, hat die Faszination für den Tauchsport bis heute nie nachgelassen.

Ägyptengilt schon seit vielen Jahren als einen der Top-Spots weltweit. Eine traumhafte Unterwasserwelt, Sonne satt, günstige Pauschalangebote und die geringen Flugzeiten zwischen Europa und dem Land der Pharaonen schnüren das perfekte Tauchurlaubspaket.

Gerade im nördlichen Teil des Roten Meeres, also von Safaga über Hurghada und El Gouna bis hin zu Sharm El Sheikh auf der Halbinsel Sinai, hat der Tauchboom auch seine Kehrseite entwickelt. Über die Jahre sind Tauchbasen wie Pilze aus dem Boden geschossen. Zur Spitzenzeit gab es alleine in Hurghada über 150 Tauchbasen!

Gerade für Tauchanfänger, oder solche, die mit dem Tauchsport beginnen möchten, ist die Menge an Basen schon fast erdrückend. Welche ist gut? Worauf soll ich achten?

Vorab:

Zunächst einmal ist die Recherche im Internet ein guter Schritt. Plattformen wie www.taucher.net bieten viele Eindrücke und Erfahrungsberichte von Tauchern für Taucher. Einfach den Link anklicken und unter "Datenbank" auf Basen/Shops gehn. Als erstes Markenzeichen ist die Prüfung von CDWS (Chamber for Diving and Water Sports) – so etwas wie der "Tauch-TüV" in Ägypten – ein wichtiger Anhaltspunkt. Tauchanbieter, die weltweit vertreten sind, haben meist strikte Standards, was den Service, Sicherheit, Ausbildung und Ausrüstung angehen. Somit ist man dort oft in guten Händen.

Selbstverständlich gibt es auch kleine Basen, die vorbildlich geführt und ausgestattet sind. Ein guter Richtwert ist die Anzahl und die Qualität der Kommentare bei den einzelnen Basen.

Sehr aufschlussreich kann der E-Mail-Verkehr sein. Kommen die Antworten prompt, verständlich und informativ, so spricht das in der Regel für eine gute Basenleitung. Wenn man nach drei Tagen noch immer keine Antwort erhalten hat, sagt dies ja eigentlich schon alles: "Kein Bock, keine Zeit weil unterbesetzt oder uns geht‘s soooo gut, da brauchen wir keine weiteren Gäste."

Vor Ort:

Die Tauchbasis, die einem gleich im ersten Gespräch vom Reiseleiter angepriesen wird, muss nicht zwingen die beste sein. Reiseveranstalter arbeiten auf Kommissionsbasis, was bedeutet, dass es denen meist egal ist, wie die Basis arbeitet, sondern eher wie viel die Basis ihnen pro Gast bezahlt. So kann es durchaus vorkommen, dass man beispielsweise in El Gouna residiert, zum Tauchen aber 25 km weiter nach Hurghada gebracht wird. Dabei hat fast jedes Hotel eine eigene Basis, die in der Regel super geführt werden. Ähnlich kann es einem in Hurghada gehen.

In der Tauchbasis angekommen, sollte wir auf ein paar Sachen achten, die uns die Entscheidung für oder gegen diese Basis erleichtern können.

  1. Auf sein Bauchgefühl achten! Tauchen hat ganz viel mit Vertrauen zu tun. Wie ist der Empfang in der Basis? Gibt man mir gerne Auskunft oder muss ich alles selbst erfragen?
  2. Sich umschauen! Erst mal nach einer Zulassung des Tauchdachverbandes suchen (PADI/CMAS/SSI/NAUI o.ä.). Diese sieht meist aus wie eine Urkunde. Ist die Basis vom CDWS geprüft und abgenommen? Auch hier sollte eine Urkunde sichtbar in den Räumen aushängen.
  3. Gibt es Fotos vom Team? Werden Tauchkurse in verschiedenen Sprachen angeboten? Vor allem bein Theorieunterricht ist es wichtig, dass sich Tauchlehrer und Schüler perfekt verstehen.
  4. Wird eine Führung durch die Basis angeboten? Kann man einen Blick in den Kompressorraum werfen? Dieser sollte sauber sein - keine Ölschicht auf Boden und Wänden -, über gute Zu- und Abluftventilatoren verfügen und die Atemluft für die Tauchflaschen sollte aus einem Außenbereich kommen, wo saubere und frische Luft zur Verfügung steht.
  5. In welchem Zustand ist die Leihausrüstung? Neu? Abgenutzt? Sauber? (Salzkrusten?)

Manche Basenleiter verpflichten ihre Mitarbeiter, den neuen Gästen alles zu zeigen, was für absolute Professionalität spricht! 

 

 

Fazit:


Erst mal die Augen auf machen, einige Basen anschauen und lieber ein paar Euro mehr ausgeben, dafür aber sorgenfrei tauchen. Die Sicherheit beim Tauchen und eine fundierte Ausbildung sollte das auf alle Fälle wert sein!

Nun noch ein paar Bücher, die ich für mich und meine Schüler entdeckt habe. Zum Lernen, Lust machen und als Nachschlagewerke.

Nun wünsche ich noch viel Spaß in Neptuns Reich, and let there be bubbles!

Über die Autoren

The Hagenz, das sind Angelica & Daniel Hagen.

Angelica ist diplomierte Übersetzerin für Italienisch, Deutsch und Englisch mit über 16 Jahren Berufserfahrung.

Daniel ist gelernter Koch und Hotelbetriebswirt; 15 Jahre lang bereiste er als Tauchlehrer und Basenleiter die Welt.

Seit 2009 leiten die beiden nun ihre eigene Text- und Übersetzungsagentur "The Hagenz". Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.the-hagenz.com.

Autor seit 7 Jahren
135 Seiten
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