In James Camerons Fußstapfen

1991 drehte er zum ersten und einzigen Mal eine Fortsetzung zu einem seiner Werke und begeisterte erneut Publikum wie auch Kritiker. Nach einer zwölfjährigen Pause erschien schließlich Teil 3, den der bis dato unbekannte Jonathan Mostow wenig überzeugend realisierte. Danach sollte es nur noch sechs Jahre dauern, ehe erneut im Auftrag des rational-kühlen Skynet Terminatoren Jagd auf Menschen machen durften.

Die Welt der Terminatoren

Nichts Neues unter der Sonne: Auch in der Zukunft herrscht Krieg! Jene Menschen, die den nuklearen Holocaust, vom Supercomputer Skynet ausgelöst, überlebten, sehen sich von den Maschinen in ihrer Existenz bedroht. Verstärkung erhalten die vom Aussterben bedrohten Menschen von Marcus Wright (Sam Worthington), der keinen blassen Schimmer hat, wie er in diese Welt hineinplatzte. Schließlich reicht seine Erinnerung nur so weit zurück, zum Tode verurteilt worden zu sein.

John Connor (Christian Bale) hat indes andere Probleme: Offenbar hat es Skynet auf die Terminierung des jungen Kyle Reese (Anton Yelchin) abgesehen. Ein perfider Plan, der bei Gelingen das Ende des menschlichen Widerstandes bedeuten könnte. Denn eben jener Kyle Reese wird später in die Vergangenheit zurückreisen und Sarah Connor – Johns Mutter – schwängern.

Oder ist die Jagd auf Kyle nur ein Ablenkungsmanöver und das eigentliche Ziel ist ein ganz anderes?

Wirrer Streifzug durch SF-Blockbuster der vergangenen Jahrzehnte

Was zumindest auf dem Papier halbwegs ansprechend klingt, erweist sich in der filmischen Umsetzung durch den bislang nur mit dem dürftigen "Drei Engel für Charlie" aufgefallenen McG als unspektakuläre Nabelschau der CGI- und Special-Effects-Spezialisten. Eher willkürlich reiht sich eine Actionsequenz an die nächste, ohne einem Roten Faden zu folgen.

In technischer Hinsicht gibt es an dem rund 200 Millionen Dollar teuren Streifen nichts zu bemängeln. Ganz im Gegensatz zum Herzstück des Films: Dem Plot. Während die Handlungsfäden nur mühsam halbwegs zusammengehalten werden, kollabiert "Terminator: Die Erlösung" unter dem Eigengewicht der Schauwerte und hohen, belastenden Erwartungen. Zugegebenermaßen legte Regie-Exzentriker James Cameron ("Titanic", "True Lies", "Avatar") die Latte mit seinen beiden "Terminator"-Filmen enorm hoch.

Dennoch scheitert McG nicht zuletzt am Unverständnis für die philosophischen Aspekte der Vorlage und inszeniert eine laute Schlachtplatte, die sich noch dazu bei zahlreichen anderen Filmen bedient. Der Schauplatz der Wüste ist nicht nur zufällig "Mad Max" entlehnt, ein Stahlkoloss erinnert verdächtig an Michael Bays "Transformers", einige Szenen sind offensichtlich ähnlichen Szenen aus "Aliens" entnommen, und dergleichen mehr.

Reif für die Schrottpresse

In keiner Phase des Filmes wird ein Spannungsbogen aufgebaut, was zwar durchaus der durchaus üblichen Diktion modernen Popcorn-Kinos folgt, Fans der Reihe jedoch verstören dürfte. Und auch wenn es müßig ist, von einem Szenario, das im Wesentlichen zeitreisende Killerroboter birgt, Plausibilität zu verlangen: Gerade die völlige Absenz jeglicher Spannung verführt zum Hinterfragen zahlreicher Plotpunkte. Fragen, die der Film weder beantworten kann, noch möchte.

Dabei steht die Inszenierung in teilweise krassem Widerspruch zu den ersten beiden "Terminator"-Filmen. Nicht nur wird John Connor zum vierten Mal von einem völlig anderen Schauspieler verkörpert, sondern es wird auch ein Stilbruch mit Camerons Originalfilmen begangen. Jene Zukunft, von der Kyle in "Terminator" und "Terminator 2 – Tag der Abrechung" alpträumt bzw. von der er erzählt, findet sich im vierten Teil nur noch in groben Zügen.

Das düstere Szenario ist einer grellen Wüstenlandschaft gewichen, von atomarem Winter keine Spur mehr, die ausgemergelten, ums nackte Überleben im Untergrund kämpfenden Gestalten gleichen plötzlich perfekt gestylten Models. Mit dem Terminator-Mythos hat all dies nicht mehr das Geringste zu tun, weshalb sich der Film auch in bloßen Effektorgien erschöpft, die zwar nett anzusehen sind, aber den Plot keinen Schritt vorantreiben.

Somit kann "Terminator: Die Erlösung" als Abgesang auf einen fast drei Jahrzehnte alten Kultfilm interpretiert werden. Und wenn in "Terminator" der Schädel des Cyborg in einer Schrottpresse zerquetscht wird und die blutroten Lichter seiner als Augen dienenden Kameralinsen erlöschen, nimmt diese Szene in geradezu prophetischer Weise das unrühmliche Ende des Mythos vorweg.

Falls dies in seiner Absicht lag, so hat McG ganze Arbeit geleistet.

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