Verständlichkeit testen

Dass Texte verständlich sein sollen, unterschreibt jeder. Doch was verständlich ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Wer in seiner Materie zu Hause ist, verheddert sich leicht im Gestrüpp unzähliger Details oder verliert vor lauter Eigenperspektive den Leser aus dem Blick. So entstehen Texte, die für andere schwer lesbar sind. Hier können Testtools gute Dienste leisten. Sie liefern Messwerte für einen Ausgangstext und ordnen ihn in eine Skala der Lesbarkeit ein. Bei Änderungen am Text zeigen sie in einem zweiten Durchgang unmittelbar an, ob die neue Fassung besser zu verstehen ist.

Tool 1: Verständliche Texte

Die Bedienung des Tools unter www.leichtlesbar.ch ist denkbar einfach. Ein Text von mindestens 21 Zeichen wird in ein Textfeld kopiert. Nach dem Prüfvorgang erhält der Nutzer den sog. Flesch-Wert, der auf einer Skala die Lesbarkeit anzeigt. Gleichzeitig erscheinen Angaben darüber, aus wie vielen Sätzen, Wörtern und Silben der Text besteht. Genau aus diesen Werten errechnet das Tool nämlich den Grad der Verständlichkeit.
Die zugrunde liegende Flesch-Formel basiert auf der Annahme, dass kürzere Wörter und kürzere Satze besser lesbar sind als längere Wörter und längere Sätze. Es handelt sich um die Original-Formel, die Rudolf Flesch für die englische Sprache entwickelt hat. Die mitgelieferte Skala der Lesbarkeit wurde allerdings an die deutsche Sprache angepasst. Ein durchschnittlich lesbarer Text hat einen Flesch-Wert zwischen 30 und 50.
Anmerkung: Diese beiden Abschnitte haben einen Flesch-Wert von 51.

Fazit: Mit dem Tool kann jeder die Lesbarkeit eines Textes schnell und unkompliziert überprüfen. Die mitgelieferten Erläuterungen zur Skala der Verständlichkeit sind dabei sehr hilfreich. Allerdings: Ein annehmbarer Flesch-Wert garantiert noch lange keinen guten Text.

Screenshot www.stilversprechend.de

Tool 2: Verständliche Texte

Ein weiteres Tool zum Testen der Lesbarkeit lohnt einen vergleichenden Blick. Es verwendet eine Flesch-Formel, die an die deutsche Sprache angepasst wurde. Die ausgegebenen Werte sind um ungefähr 20 Punkte höher als bei www.stilversprechend.de. Da auch hier eine Skala zur Interpretation der Ergebnisse mitgeliefert wird, sind die Ergebnisse in sich schlüssig.
Zusätzlich markiert das Tool Wörter und Sätze, die den Lesefluss hemmen. Mit diesen konkreten Hinweisen wurde sicher schon so mancher Text zu seinem Vorteil verändert.
Anmerkung: Die beiden Abschnitte haben nach der deutschen Flesch-Formel einen durchschnittlichen Wert von 63.

Fazit: Das Werkzeug ist leicht zu bedienen und funktioniert reibungslos. Spärliche Hintergrundinformationen und eine etwas zu klein geratene Schrift beeinträchtigen die Nutzung ein wenig.

Screenshot www.stilversprechend.de

Synonyme finden

Wenn der Schreibfluss stockt und die Ideen auf der Stelle treten, kann ein digitales Synonymverzeichnis aus der Klemme helfen. Sinnverwandte oder bedeutungsgleiche Wörter sollen den Text beleben und ihm Monotonie austreiben.
In Zeiten suchmaschinenoptimierter Texte ist die Toleranz gegenüber Wortwiederholungen zwar gewachsen. Und manchmal gibt sich ein Synonym auch allzu deutlich als gesuchte Alternative zu erkennen. Aber in den Vorschlagslisten der frei verfügbaren Wörterbücher finden sich häufig interessante Redewendungen oder Varianten, die die Gedanken in eine neue Richtung lenken und dem Schreiber textlich auf die Sprünge helfen.

Tool 3: Sinnverwandte Wörter

Unter www.openthesaurus.de ist das "freie deutsche Synonymwörterbuch zum Mitmachen" zu finden, das inzwischen zu einem mächtigen Werkzeug angewachsen ist. Die Trefferlisten sind umfangreich und enthalten auch viele umgangssprachliche Vorschläge. Diese sind zwar nicht in jedem Fall publikationswürdig. Sie lockern aber die Sprachregionen auf und tragen vielleicht sogar zu einem lebendigen Sprachstil bei.
Das Portal wirkt sehr aufgeräumt. Die integrierte Werbung kommt dezent daher und stört nicht. Das Forum, die Dokumentation und der Zugang zu kategorisierten Wortlisten werten das Portal zusätzlich auf.

Fazit: Ein Online-Wörterbuch, das immer wieder einen Besuch lohnt.

Screenshot www.openthesaurus.de

Tool 4: Sinnverwandte Wörter

Das Woxikon unter http://synonyme.woxikon.de ist ein erweitertes Synonymwörterbuch. Zusätzlich zu sinnverwandten und bedeutungsgleichen Wörtern gibt es noch Listen von Verben und Abkürzungen und sogar Übersetzungen zu einem gesuchten Begriff. Bisher sind 7 Sprachen angelegt.
Bei den Synonymen werden die Ergebnisse in Gruppen angezeigt. Durch diese Unterteilung in unterschiedliche Bedeutungskategorien kann man sofort zur gesuchten Bedeutung springen und seine Wahl treffen. Das Sprachniveau bewegt sich durchgängig im Normalbereich, Redewendungen tauchen kaum auf.
Das Portal ist funktionell, versprüht aber keinen inspirierenden Charme. Die an vielen Stellen integrierte Werbung schmälert das Vergnügen deutlich. Wer weniger Werbung sehen will, muss Mitglied werden.

Fazit: Die Vorschlagslisten sind gut unterteilt und ergiebig. Die integrierte Werbung schränkt das Lexikon-Vergnügen etwas ein und lässt keine übergroße Nutzerfreude aufkommen.

Screenshot http://synonyme.woxikon.de

Wortwiederholungen aufspüren

In Suchmaschinenzeiten haben Wortwiederholungen ihren Ruf als Textschädlinge weitgehend verloren. Mehr noch: Ein Werkzeug, das Wiederholungen aufzeigt, hat fast schon den Charakter eines Suchmaschinentools. Da Wörter jedoch auch unbeabsichtigt wiederholt werden, kann ein Tool zum Aufspüren von Wortwiederholungen vor allzu gleichförmigem Sprachklang schützen und hat insofern seine Berechtigung.

Tool 5: Wiederholte Wörter

Das Tool unter www.lemontree.de/schreibschule kommt sehr unscheinbar daher, entfaltet aber uneingeschränkt seine Wirkung. Die wiederholten Wörter erschienen in roter Farbe und sind deutlich erkennbar. Zu finden ist das Tool in der unteren rechten Seitenspalte eines altertümlich wirkenden Schreibportals. Dort ruft man es auf und kopiert den Text in das geöffnete Fenster. Gibt es mehrere Wortwiederholungen, lassen sich nacheinander die wiederholten Wörter aufrufen.

Fazit: Gut in der Auswertung, schlicht in der Ausstattung

Screenshot www.lemontree.de/schreibschule

Keyworddichte messen

Wer Texte für Suchmaschinen optimiert, will natürlich die "Quote" der Schlüsselwörter überprüfen. Das wäre von Hand sehr aufwändig und ist die ideale Aufgabe für ein automatisiertes Werkzeug. Die enorme Bandbreite an Tools zur Messung der Keyworddichte belegt das deutlich.

Tool 6: Die Keyword-Quote

Unter den vielen Angeboten zum Messen der Keyworddichte ragt das Angebot von http://www.ranks.nl/tools/spider.html positiv heraus. Es bietet viele nützliche Funktionen in einem.

Die Bedienung des sogenannten Page Analyzer ist sehr einfach: Nach Eingabe der URL, der optionalen Eingabe eines zentralen Schlüsselworts sowie der Captcha-Abfrage erscheint ein umfangreicher Ergebnisbericht. Er enthält eine visuelle Darstellung und fein unterteilte Listen mit detaillierten Angaben zur Fundstelle des Schlüsselworts z.B. in den Meta-Angaben. Natürlich wird auch der prozentuale Wert für die Keyworddichte angegeben. Auf einer weiterführenden Seite zeigt ein Ampelsystem, inwiefern es noch Raum für Verbesserungen gibt.

Fazit: Ein ergiebiges, leicht bedienbares Tool, das sehr schnell Erkenntnisse in Bezug auf die Keyword-Optimierung bringt.

Screenshot www.ranks.nl

Texte korrigieren

Fehler kommen gerne im Tarnanzug daher und geben sich nicht ohne Weiteres zu erkennen. Eine automatisierte Erkennung von Fehlern wie im Word-Programm ist daher sinnvoll. Doch jeder weiß: Nicht jedes fehlerhafte Word wird angezeigt. Andersherum werden oft Wörter mit der rot geschlängelten Linie markiert, die durchaus gebräuchlich sind, aber nicht im zugrunde liegenden Wörterbuch gelistet sind. Gerade bei der Korrektur von Fehlern bleibt der letzte prüfende Blick also – ganz analog – dem Schreibenden vorbehalten.

Tool 7: Fehler im Text

Ähnlich wie das Word-Programm funktioniert auch die Online-Textprüfung von www.duden.de. Über den deutlich erkennbaren Reiter "Textprüfung" gelangt man zu einem Eingabefeld und kopiert den Text hinein. Falsch geschriebene Wörter erscheinen mit einer rot geschlängelten Linie, Grammatikfehler in Grün. Teilweise werden sie auch unterstrichen, wobei man durch Anklicken des Worts Hinweise zur Korrektur als auch Vorschläge für die korrekte Schreibweise erhält. Dies ist zwar sinnvoll, funktioniert jedoch nicht zuverlässig.
Auch die eigentliche Fehleranzeige funktioniert nicht uneingeschränkt zuverlässig. So wird das Wort "Schreibwaise" nicht als fehlerhaft erkannt, ebenso wenig übrigens wie in Word. Begrenzt ist das Eingabefeld auf 1600 Zeichen. Dieses Limit ist schnell erreicht, lässt sich aber durch Portionieren eines Texts aushebeln.

Fazit: Aufgrund der begrenzten Zeichenzahl eignet sich das Angebot für kürzere Texte wie z.B. Postings oder Kommentare, die online verfasst, aber vor der Veröffentlichung noch kontrolliert werden sollen. Wird nichts markiert, weist dies nicht mit letzter Sicherheit auf einen fehlerfreien Text hin.

Screenshot www.duden.de

Wörter und Zeichen zählen

Mindest- oder Höchstmengen an Zeichen sind im Internet an der Tagesordnung. Das ist beispielsweise der Fall bei Postings, die eine Mindestlänge haben müssen, oder bei Teasern, die eine bestimmte Zeichenanzahl nicht überschreiten dürfen. Ein Tool zum Zeichenzählen gehört also zur Grundausstattung beim Texten.
Bekanntlich ist ein solches Tool auch in Word integriert, wo man es unter Extras "Wörter zählen" findet. In manchen Arbeitskontexten kann es aber sinnvoll sein, nicht gesondert auf das Programm wechseln zu müssen. In einem solchen Fall weiß man ein internetbasiertes Tool zum Zeichenzählen zu schätzen.

Tool 8: Zeichenzähler

Das schlichte Tool unter www.zeichenzähler.de hat eine angenehme Optik und zeigt blitzschnell die Anzahl der Zeichen mit und ohne Leerstellen sowie die Anzahl der Wörter an. Nicht mehr und nicht weniger. Die Ergebnisanzeige überzeugt mit guter Lesbarkeit und punktet damit gegenüber dem Extra in Word, das klein und gedrungen daherkommt. Bei diesem aufgeräumten Tool hingegen stellt sich sofort ein gutes Gefühl bei der Nutzung ein.

Fazit: Der schlichte Zeichenzähler gehört in jede Kollektion praktischer Texttools.

Screenshot www.zeichenzähler.de

Texte vergleichen

Das Bewusstsein für Änderungen in Texten bzw. einfachen Textübernahmen ist seit GuttenPlag groß. Insofern passt ein Tool zum Vergleichen von Texten in die Zeit. Aber auch jenseits von Plagiatsaffären kann es im Arbeitskontext sinnvoll sein, zwei Textfassungen miteinander zu vergleichen und sich die Unterschiede anzeigen zu lassen.

Tool 9: Unterschiede in Texten

Das Tool unter www.diffchecker.com ist denkbar einfach angelegt: Zwei Eingabefelder für Text 1 und Text 2, ein Button "Find Difference" zum Abschicken, fertig. Sofort erscheinen zwei neue farblich abgesetzte Textfelder, in denen die Unterschiede deutlich markiert sind. Zusätzlich gibt es noch die Option, den Vergleich für frei wählbare Zeiträume zu speichern.

Fazit: Ein einfaches, gut zu bedienendes Tool, das schnell das gewünschte Ergebnis bringt.

Screenshot www.diffchecker.com

Plagiate aufspüren

Manchmal finden sich die Früchte der eigenen Arbeit an Orten, wo sie nicht hingehören. Sie wurden dann per Copy & Paste vereinnahmt und existieren als doppelte Inhalte. Doch Contentklau kann nicht im Interesse des Schreibers sein.

Tool 10: Kopierte Texte

Mit dem Tool unter www.plagaware.de lässt sich für Texte von 250 - 5000 Zeichen eine kostenfreie Abfrage durchführen. Pro Monat und pro IP sind 25 Abfragen kostenfrei. Das dürfte in vielen Fällen ausreichen. Das Ergebnis liegt relativ schnell vor und wird 14 Tage lang unter einem permanenten Link gespeichert. Nicht überprüfen lässt sich, inwiefern die untersuchten Datenbestände auch wirklich ausreichend waren.

Fazit: Das kostenfreie Tool eignet sich für den kleinen Check, nicht aber für Überwachungen auf regelmäßiger Basis und in größerem Umfang.

Screenshot www.plagaware.de

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