Spaß im Kinderturnen.

Spaß im Kinderturnen. (Bild: Eveline de Bruin - Pixabay)

Kettenfangen – der Klassiker

Unter allen Fangspielen dürfte das »Kettenfangen« wohl als der Klassiker gelten. Hierbei nehmen sich zwei Kinder an der Hand und versuchen, ohne sich loszulassen, ein weiteres Kind der Gruppe durch berühren mit der Hand zu fangen. Das abgeschlagene Kind wird Teil der Kette, die auf diese Weise stetig wächst, solange bis alle Kinder zur Kette gehören. Wahlweise, kann das letzte, noch nicht gefangene Kind zum Sieger erklärt werden. Interessant ist es insbesondere, wenn immer nur die äußeren Kettenglieder mit der freien Hand fangen dürfen, so dass es geschickten Kindern möglich wird, in der Mitte der Kette durchzuschlüpfen, ohne dass sie gefangen werden. Dieses Spiel fördert den Gemeinsinn und die Fähigkeit, sich innerhalb einer Gruppe aufeinander abzustimmen und gemeinsam etwas zuwege zu bringen, denn die Kette darf nur fangen, wenn sie nicht gerissen ist, sich also alle Glieder an der Hand halten.

Die Löwen brechen aus – variantenreich

Dieses Spiel folgt einem Schema, das in abgewandelter Form zahlreichen Fangspielen zugrundeliegt. Entsprechend leicht lässt es sich auch nach eigenen Vorstellungen abwandeln. Hier befinden wir uns nun im Zoo. Ein Bereich der Turnhalle wird als Tiergehege abgetrennt. Wofür beispielsweise Turnbänke, Zauberschnüre oder Matten genutzt werden können. Ein Kind ist der Löwe und befindet sich im Gehege, während die anderen die Besucher sind und den zahmen Löwen beschauen und auch streicheln dürfen. Plötzlich ruft der Übungsleiter »der Löwe bricht aus!«.

Dann springt der Löwe über die Abtrennung hinweg und jagt die Besucher, die schnell flüchten müssen. Gerettet sind sie erst wenn sie an der gegenüberliegenden Wand angekommen sind. Wahlweise kann es auch ein Mattenberg sein oder eine Weichbodenmatte, die auf Sprungkästen liegt, so dass die Kinder nicht nur schnell, sondern auch geschickt sein müssen. Die Kinder die vom Löwen abgeklatscht werden, werden nun auch zu Löwen, so dass die Löwenfamilie immer mehr wächst, bis kein Besucher mehr übrigbleibt. Auch hier kann das letzte Kind als Sieger benannt werden.

Liegestützfangen – Schwache werden stark

Liegestützfangen lässt sich je nach Fähigkeit und Alter der Kinder sowie Zielsetzung des Übungsleiters in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen spielen. Neben Aufwärmen und dem spielerischen Spaß, kann dieses Spiel dazu genutzt werden »ganz unauffällig« nebenbei die Kräftigung verschiedener Muskelpartien zu steigern. Das Grundprinzip ist dabei das einfache Fangspiel, bei dem ein Kind versucht möglichst viele Kinder zu abzuschlagen. Wer gefangen wurde macht wahlweise nach Schwierigkeitsgrad einen Vierfüßlerstand oder geht in den Liegestütz (wer etwas mehr fördern möchte, lässt das Kind noch eine oder mehr Liegestütze machen). Kinder die noch nicht gefangen worden sind können die anderen wieder befreien, indem sie unter diesen durchkriechen. Wenn es dem Fänger gelingt, alle Kinder in den Liegestütz zu bringen hat er gewonnen. Dieses Spiel lässt sich auch auf Zeit spielen, sprich wie viele Kinder fängt der Fänger innerhalb einer bestimmten Zeit oder wie lange benötigt er für alle Kinder.

Drippelfangen – Koordination mit Ball

Beim Drippelfangen handelt es sich ebenfalls um eine Variante des »Standardprinzips«. Ein Kind wird zum Fänger bestimmt (wie immer entweder freiwillig, durch Auszählreim oder aufgrund eines gewonnenen/verlorenen Spiels). Der Fänger bekommt nun einen Ball in die Hand, mit dem er durch die Halle läuft und dabei diesen ständig auf den Boden drippelt. Nebenher muss er versuchen, andere Kinder mit der freien Hand abzuschlagen, wodurch ein größeres Maß an Koordination notwendig ist und geschult wird. Gefangene Kinder bekommen ebenfalls einen Ball in die Hand, so dass sich die Gruppe der Fänger stets vergrößert.

Der unbekannte Retter – schnell sein und beobachten

Bei diesem Fangspiel geht es nicht nur um Geschwindigkeit sondern auch um Aufmerksamkeit, gutes Beobachten und Lernen Entscheidungen nach Priorität zu treffen. Das klingt aufwändig und vielleicht sogar hochtrabend, ist es aber keinesfalls. Wie eigentlich immer bei einem guten Programm fürs Kinderturnen, werden die Ziele ganz einfach nebenher ohne im Vordergrund zu stehen erreicht. Beim unbekannten Retter wird ein Kind (oder mehrere) als Fänger bestimmt und verlässt kurz den Raum. Die übrigen bestimmen eine Person als den unbekannten Retter. Das Spielprinzip ist wieder das altbekannte: Der Fänger versucht durch Abschlagen möglichst alle Kinder zu fangen. Wer abgeschlagen ist, setzt sich auf den Boden, doch der unbekannte Retter hat die Möglichkeit durch Berührung den Gefangenen wieder zu befreien. Der Fänger muss also gut beobachten wer der unbekannte Retter sein könnte und sein Ziel muss es sein, diesen möglichst schnell zu fangen, damit er nicht ständig die Gefangene wieder befreit.

Lämmerschwanz – jeder gegen jeden

Jedes Kind bekommt ein so zusammengeknotetes Hüpfseil, dass es etwa eine Länge von 30–40 Zentimeter hat. Dieses wird ein kleines Stück hinten in die Hose geschoben, so dass es aussieht wie ein Lämmerschwanz (natürlich kann auch eine andere Bezeichnung verwendet werden). Nun versucht jeder bei einem anderen das Seil herauszuziehen. Wer kein Seil mehr hat scheidet aus. Das Spielende kann unterschiedlich gestaltet werden. Entweder gewinnt derjenige, der als letzter übrig bleibt oder derjenige dem es gelungen ist die meisten Seile zu ergattern.

Schutzball – Zusammenspiel ist wichtig

Bei diesem Spiel gibt es wieder einen Fänger, der versucht ein anderes Kind durch Abschlagen zu fangen, woraufhin dieses zum neuen Fänger wird. Je nach Gruppengröße kommt einer oder mehrere Bälle (schwieriger) ins Spiel. Die freien Kinder werfen sich den Ball zu und immer das Kind, das einen Ball in Händen hält kann nicht gefangen werden. Ziel ist es möglichst lange dem Fänger zu entkommen und diesen möglichst lange als Fänger zu halten. Wichtig ist hier ein gutes Zusammenspielen der Kinder und zugleich, trotz Wegrennens aufmerksam zu sein, um rechtzeitig zu bemerken, ob inzwischen ein anderes Kinder der Fänger ist, vor dem man sich und die anderen in Schutz nehmen muss.

Ganovenjagt – Geschwindigkeit und Strategie

Bei der Ganovenjagt müssen sich die Kinder, sowohl die die Ganoven mimen als auch diejenigen, die die Polizisten spielen eine gute Taktik entwickeln. Eine große Weichbodenmatte in der Mitte der Halle dient als Gefängnis. Je nach Gruppengröße werden einige Kinder zu Polizisten erklärt, die die herumrennenden Ganoven durch Abschlagen fangen und ins Gefängnis stecken müssen. Die Ganoven auf freiem Fuß können durch einfaches Berühren die Eingesperrten wieder befreien, müssen allerdings aufpassen, dass sie bei dieser Aktion nicht selbst gefangen werden. Die Polizisten müssen eine Strategie entwickeln, wie sie einerseits die Ganoven in der Halle fangen können und gleichzeitig aber das Gefängnis nicht unbeaufsichtigt lassen. Gar nicht so einfach!

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