In alten Zeiten ...

Die Unterhosen Branche hat auch ihre eigene Sprache. Wussten Sie, was eine Gatya ist? Dabei handelt es sich um die Unterhose der ungarischen Bauern. Den Ausdruck kann man noch in die Rubrik seltene Wörter verschieben. Aber "Beinlinge annesteln" ist dann doch für einen Party-Lacher gut (*).

Beinlinge wurden die Vorläufer der Unterhosen genannt. Sie wurden mit einem Band an einem Gürtel befestigt. Ötzi hat ein solches Beinkleid schon getragen, vor circa 12.000 Jahren.
Bis zum Mittelalter waren die Beinlinge gleich bis auf die Zehen heruntergezogen. Strümpfe wechseln und Unterhose wechseln ging also in einem Arbeitsgang.

(Bild: Prawny)

Die erste moderne Unterhose für Männer wird für das Jahr 1870 reported (*). Den Schlitz haben die Modedesigner ihrer Zeit nach dem ersten Weltkrieg eingebaut.

Sackartige Oberhosen in Unterhosenmanier wurden in den 1980er mit der Hiphop Kultur aktuell. Das waren dann die berühmten "saggy pants". Ansonsten tragen die Herren ihre Unterhosen standardmäßig unter einer Tageshose.

Die Styles

Kurze Unterhosen für Herren gibt es in verschiedenen Schnittformen.

Der Sportslip sitzt eng an und sieht aus wie eine Badehose. Er hat also keinen Beinansatz. Der Ausdruck Slipper wird nur für die Unterwäsche bei den Damen benutzt. Er ist auf die Entwicklung der elastischen Hosengummis um anno 1900 zurückzuführen. Herren Unterhosen dieser Machart heißen bei unseren englischen Nachbarn eher briefs (kurze Unterhosen).

Boxershorts sitzen recht locker am Oberschenkel an. Bei den Boxershorts sind Reißverschlüsse im Eingriff tabu, so erzählt man in der Branche (*). 

Wer hat diese Stücke erfunden?
Ein Amerikaner war es, um das Jahr 1920. Der Begriff geht tatsächlich auf kurze Hosen für Boxer zurück. Der weite Schnitt soll die Beinarbeit erleichtern.

Retroshorts haben gleich drei verschieden Bezeichnungen für das gleiche Kleidungsstück. Sie heißen auch noch Retropants oder nur kurz "Retros". Man muss als Käufer im Herrengeschäft also nicht lange rätseln. Es ist alles das Gleiche.

Retroshorts liegen eng am Körper an. Die Oberschenkel sind auch einige Zentimeter tief bedeckt. Die Bezeichnung Hot Pants wird nur für die Retros der Damen verwendet. Dabei entfällt der Beinansatz (*).

Retro Pants (Bild: OpenClipArt-Vectors)

Die Bezeichnung Retro ist auf einen Modetrend zurückzuführen, der in den 1980er Jahren aufkam. Vorher trug der Mann kurze Slips. Ab 1980+ besann die Branche sich zurück auf die glorreichen 1950er Jahre, in denen die Unterhose bis zur Mitte der Oberschenkel geschnitten war.

Lange Unterhosen sind zeitlos. Der Begriff wird oft und immer noch auch als Liebestöter gekalauert. Männliche Shopper bringen von ihren Beutezügen aus London den Begriff Long Johns mit.

Das Material

Doppelripp war die vorherrschend Technologie im Unterhosen Sektor bis spät in die 1970er Jahre. Dann kam der Feinripp auf. Was ist der Unterschied? Die Webmaschinen wurden anders konstruiert. Sie produzierten in der Tat feinere Webmuster als die Produktgeneration der Doppelripp Ära.
Microfaser wird hauptsächlich für Retroshorts verwendet. Allerdings gibt es auch Retros, die aus Baumwolle hergestellt werden. Manchmal überrascht ein Angebot aus Bambusfaser den interessierten Käufer.
Der sichere Sitz bestimmt den Tragekomfort ebenso wie ein hochwertiger Stoff und eine perfekte Verarbeitung.

Ladies and Gentlemen

Lange Unterhosen sind witterungsbedingt ein Thema für sich. Sportslip, Boxershorts und Retroshorts - bei den Männern ist man damit quasi mit den Modellen für die kurze Unterhose "durch". Die Damen haben ein weitaus umfangreicheres Sortiment an Unterwäsche kreiert. Man kennt dort den Tanga sowie den String-Tanga. Leggins und Strumpfhosen werden gern getragen. Und dann gibt es noch das Abenteuer der Bodysuits.
Frauen haben es in der Mode immer besser. Es ist gegönnt.

 

Autor seit 2 Jahren
127 Seiten
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