Die Trilogie wird zeigen, dass die US-Wirtschaft besser die Realwirtschaft bei weitem nicht in solch einer guten Verfassung ist, wie die überwiegende Zahl der politischen und wirtschaftlichen Eliten (Analysten, Finanzexperten, Volkswirte), aber auch die meisten Medien in den USA und Deutschland erzählen. Das Narrativ ist nämlich ökonomisch falsch.

Weder wächst die US-Wirtschaft real mit über 4 Prozent wie angeblich in Q2 2018 (https://pagewizz.com/die-mar-von-einem-realen-bip-wachstum-in-den-usa-von-42-38270/) noch liegt die Arbeitslosenquote, die tatsächlich die ökonomische Realität abbildet, bei 3,7 Prozent nach U3.

Schaut man sich nämlich die offiziellen Daten des Bureau of Economic Analysis (BEA) und des Bureau of Labor Statistics (BLS) im Detail an und blickt hinter die in und von den Medien veröffentlichten plakativen Zahlen, bekommt man ein annähernd realistisches Bild der ökonomischen Realität in den USA.

Wie konnte es also dazu kommen, dass der Milliardär Trump zur offensichtlich einzigen politischen Hoffnung des "kleinen" US-Mannes wurde, zur Hoffnung all jener Arbeiter und Menschen der unteren- und mittleren Einkommensschichten, deren Lebensrealität und -qualität infolge der Finanzkrise 2007/2008 stark gelitten hat?

Die Ursache für all diese gesellschaftlichen, politischen aber vor allem ökonomischen (Fehl) Entwicklungen, für die Banken- und Finanzkrise 2007/2008 und letztlich auch für die Wahl Trumps ist eine ökonomische Ideologie:

der liberale MARKTFUNDAMENTALISMUS auf Basis des MONETARISMUS und der EFFIZIENZMARKTHYPOTHESE!

Drei kompliziert anmutende Begriffe, zwei "ISMUSSE" und auch noch eine Hypothese.

Sie lesen sich schlimmer als sie sind, will heißen, dass die ökonomische Ideologie bzw. Denkrichtung, die alle drei Begriffe repräsentieren, gar nicht so kompliziert ist und sich auf einen gemeinsamen Kern reduzieren lässt. 

Schlimm sind und werden die Begriffe und die Ideologie allerdings, lüftet man den Schleier, denn sie stehen für politische, wirtschaftspolitische und sozioökonomische Entscheidungen, Maßnahmen und Entwicklungen, die die Banken- und Finanzkrise 2007/2008 verursachten, sie stehen für großes wirtschaftliches Leid und Arbeitslosigkeit sehr vieler Menschen und sie stehen für die Desillusionierung und den Hass des "kleinen US-Mannes" auf das Establishment, auf die politischen und wirtschaftlichen Eliten.

Der gemeinsame Kern der ökomischen Ideologie steckt in zwei der Begriffe:

es ist der Markt!

Die Kernaussagen der Ideologie lauten:

I) Der Markt regelt alles und er regelt genau dann alles, wenn er frei = liberal ist! 

II) Der Markt entfesselt genau dann optimal und effizient seine Kräfte, wenn er möglichst keinen Regeln unterliegt und die Marktteilnehmer, d.h. die Verkäufer und Käufer bzw. die identischen Anbieter und Nachfrager sich frei entfalten können, um ihren jeweiligen Nutzen zu maximieren.

III) der Markt ist wie die Sonne in unserem Planetensystem, die Dank der Gravitationskraft, die Planeten in stabilen und gleichgewichtigen elliptischen Umlaufbahnen hält. Der dem Markt immanente Marktmechanismus hält über einen (flexiblen) Preis für eine Ware, Dienstleistung, Aktie oder für die angebotene Arbeitskraft (Lohn pro Zeiteinheit) Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht. Der Preis bestimmt Angebot und Nachfrage und umgekehrt, Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

Ein alter Ökonomenwitz: Ökonomen kennen von alles und jedem den Preis, aber nicht den Wert.

Für den Anbieter gilt: setzt er den Preis zu hoch an, trifft er auf weniger Nachfrage, setzt er ihn zu niedrig an, verdient er weniger oder macht unter Umständen sogar Verlust. Ist seine Ware rar und begehrt, so steigt die Nachfrage und er kann einen höheren Preis verlangen.

Für den Nachfrager gilt: ist er nicht bereit, einen angemessen Preis für die Ware zu zahlen, sinkt das Angebot oder es gibt erst gar keines. Gibt es viele Anbieter für die gleiche Ware, so sinkt der Preis. Ist die Ware sehr begehrt und/oder rar, steigt der Preis.

Anbieter und Nachfrager treffen sich genau dann in der Mitte, im Gleichgewicht, wenn der Gleichgewichtspreis über den Marktmechanismus, d.h. über Angebot und Nachfrage bei flexiblen Preisen gefunden wird. 

All das funktioniert am Besten ohne Regeln und Einschränkungen bis auf zwei sehr wichtige Ausnahmen - die oft von den Marktfundamentalisten selbst vergessen werden:

Per Gesetz...

a) ...muss die Bildung von Oligopolen (wenige Anbieter) und Monopolen (ein Anbieter); 

b) ...müssen Absprachen unter Wettbewerbern, d.h. die Bildung von Kartellen...

...unter Strafe gestellt, von den Aufsichtsbehörden kontrolliert und von der Rechtsprechung sanktioniert werden.

Denn nur durch möglichst viel Konkurrenz und damit Wettbewerb kann der Markt und der ihm immanente Marktmechanismus optimal und effizient zum Wohle ALLER funktionieren.

Die ökonomische Realität sieht allerdings ganz anders aus, sonst wären Alphabet (Google), Amazon niemals so gross und mächtig geworden. Auch hätte es kein Schienenkartell, kein Stahlkartell, kein Bäderkartell (Waschbecken, Badewannen, Armaturen) gegeben.

Schlussfolgerung der Marktfundamentalisten:

Unter den Bedingungen eines freien Marktes mit nahezu vollständiger Konkurrenz und starkem Wettbewerb können die Menschen (Anbieter und Nachfrager, Kapitalisten und Konsumenten) ihren jeweiligen Nutzen maximieren und zwar so, dass letztlich alle Menschen davon partizipieren. Deshalb ist ein Wirtschafts- und Gesellschaftssystem auf Basis freier Märkte für den Wohlstand und das Allgemeinwohl am Besten.

Soweit so gut, von der Idee her und auch theoretisch erst einmal nicht schlecht...

Vom MONETARISMUS über die EFFIZIENZMARKTHYPOTHESE zur Banken- und Finanzkrise 2007/2008!

Sowohl die ökonomischen Denkschule bzw. Ideologie des MONETARISMUS in den 1960iger Jahren als auch die EFFIZIENZMARKTHYPOTHESE in den 1970iger Jahren, die in relativ direkter Linie zum Monetarismus steht, bildete nicht nur die wirtschaftstheoretische Grundlage für die Deregulierung der Finanzmärkte unter US-Präsident Bill Clinton, sondern auch für die geldpolitische Ausrichtung der US-Zentralbank FED, insbesondere nach dem Platzen der Dotcom-Aktien-Blase im Jahr 2000.

Noch in Bearbeitung, Fortsetzung folgt zeitnah...

Falsche Fiskal- und Wirtschaftspolitik seit 2009 führt zur Desillusionierung

Die beiden die US-Wirtschaftspolitik und die Geldpolitik der FED seit Mitte der 90iger Jahre maßgeblich prägenden makroökonomischen Ideologien, der Monetarismus und die Effizienzmarkthypothese und ihre Protagonisten (Friedman, Fama, Lucas) haben - bewusst oder unbewusst - dazu beigetragen, dass die Banken- und Finanzkrise entstand, und Millionen Menschen ihre Jobs, ihre Lebensgrundlage und damit ihre Lebensqualität in den USA verloren.

Der fundamentale Glaube an die oben beschriebene Effizienz und die Allheilkräfte des Marktes an sich, negiert jede Form der Übertreibung und der Blasenbildung auf den Geldkapitalmärkten (Aktien-, Anleihen-, Devisen- und Derivatemärkte) und auch auf den Rohstoffmärkten. Nach Ansicht der Anhänger der Effizienzmarkthypothese und der Marktfundamentalisten führt eine expansive Geldpolitik mit negativen Realzinsen weder zu Fehlallokationen und Assetpreisblasen noch hat sie starke oder gar negative Auswirkungen auf die Einkommens- und die Vermögensentwicklung und deren Verteilung. 

Die Ausrichtung der Geld- und Wirtschaftspolitik auf Basis der Ideologie des Marktfundalismus sorgte allerdings gerade unter Präsident Obama dafür, das vor allem die Vermögensungleichheit, aber auch die Einkommensungleichheit wuchs und insgesamt drei gigantische Blasen - auch wenn Fama diesen Begriff falsch und lächerlich findet - entstanden sind, die tatsächlich eher früher als später platzen werden.

Die marktfundamentale Theorie ist definitiv nur dann eine ökonomische Theorie des Wohlstands für alle, wenn sowohl Oligopol- und Monopolbildungen als auch Kartellbildungen radikal verhindert werden, wenn auf allen Märkten möglichst starker Wettbewerb herrscht und wenn die Finanzmärkte eine der Realwirtschaft rein dienende Funktion haben, indem sie die realwirtschaftlichen Investitionen finanzieren und fördern!

Andernfalls liefert sie die wirtschaftstheoretische Rechtfertigung für eine ausufernde Geldkapitalakkumulation einiger Weniger und zwar mittel- bis langfristig auf Kosten der Allgemeinheit

. Die Zeche der Banken- und Finanzkrise zahlte und zahlt der "kleine" US-Mann / die "kleine" US-Frau!

Von Märkten und NICHT-Märkten - Die Abwesenheit des marktwirtschaftlichen Prinzips auf den Finanzmärkten

Es gibt aber nach wie vor den einleitend beschriebenen Marktmechanismus, in erster Linie bei den noch tatsächlich vorhandenen Märkten der Realwirtschaft, der Angebot und Nachfrage über den Preis mittel- bis langfristig ins Gleichgewicht bringen wird.

Die geldpolitisch quasi "sozialisierten" Aktien- und Anleihe-"Märkte", die ökonomisch strenggenommen gar keine echten Märkte mehr sind und nicht den fairen und realistischen Wert - nicht Preis - der auf ihnen gehandelten Aktien und Anleihen wertstellen, werden definitiv durch die realwirtschaftlichen Märkte in naher Zukunft ins "Gleichgewicht" gebracht.

Die expansive Geldpolitik der Notenbanken (FED, EZB, Bank of Japan, Bank of China, Schweizer Zentralbank SFB) weltweit sorgte und sorgt seit 2008 dafür, dass die Aktien- und Anleihen in den USA quasi eine Vollkaskoversicherung erhielten. Die Akteure in der Finanzindustrie glauben deshalb nach wie vor daran, dass diese Versicherung im Schadenfall greift und eintritt.

Die FED stieg als erste grosse Notenbank im Jahr 2016 aus der expansiven Geldpolitik aus. Sie hebt seitdem die Zinsen sukzessive an, um eine sog. vermeintliche Überhitzung der US-Wirtschaft zu vermeiden. Die Ideologie des Marktfundamentalismus auf Basis des Monetarismus und der Effizienzmarkthypothese rechtfertigen selbstverständlich diesen Ausstieg, und er bedient die Interessen der großen Banken, der Reichen und Superreichen. 

Allerdings führen die seit 2008 sinkenden und stagnierenden Realeinkommen des "kleinen" US-Mannes (und auch zahlreicher kleinerer und mittlerer Unternehmer) zu einer immer weiter steigenden Überschuldung. Irgendwann wird es ihm nicht mehr möglich sein, mit immer wieder neuen Krediten seinen Lebensunterhalt und seinen Konsum zu bestreiten. Die steigenden Zinsen für Wohneigentum, aber auch für die Miete - der Mietzins - bringen den US-Ottonormalverbraucher schon jetzt wieder in große Bedrängnis.

Sichtbar wird dies bereits auf zwei großen Realmärkten: dem Automobilmarkt und dem Immobilienmarkt.

Beide befinden sich bereits in einer Rezession, der Automobilmarkt bereits seit 2017. In den USA wurden 2017 insgesamt weniger Autos und Light Trucks verkauft als 2016. Und 2018 werden es noch weniger sein.

Immer mehr Einzelmärkte werden von sinkender Nachfrage aufgrund stagnierender und sinkender verfügbarer Realeinkommen bei der breiten Masse der US-Bevölkerung betroffen sein.

Irgendwann wird auch der letzte Effizienzmarktgläubige begreifen, dass die Preise der Assets Aktien und Anleihen (Staats- und Unternehmensanleihen) nicht mehr den realistischen Wert
widerspiegeln. Es ist grundsätzlich ein Witz, welch einen im Verhältnis niedrigen Zins die US-Regierung bei einer Staatsverschuldung von 108 Prozent!!! des Bruttoinlandsprodukts für seine zehnjährigen Staatsanleihen bezahlen muss…?!

Das Kartenhaus wird zusammenbrechen, die Blasen werden platzen. Dabei wirken die Finanzmärkte wie Brandbeschleuniger, da auch die letzten Rücklagen des "kleinen" US-Mannes aufgrund sinkender Assetpreise eingedampft werden. Bereits jetzt sind viele Pensionsfonds in den USA unterkapitalisiert und stehen vor einem Kollaps. Sie verwalten die Altersvorsorge von Millionen Amerikanern und ein Geldvermögen vom mehreren Milliarden USD.

Die immer noch vorhandenen Marktkräfte der Realwirtschaft werden nach gut 10 Jahren expansiver Geldpolitik aufgrund der beschriebenen Fehlallokationen im Bereich Einkommen und Vermögen letztlich auch die Aktien- und Anleihemärkte zu ihrem "natürlichen" Gleichgewicht zwingen, trotz aller Versuche der Notenbanken, diese Kräfte auszuhebeln.

Trumps aktive in Teilen "neukeynesianische" Wirtschaftspolitik!

Donald Trump, ein Milliardär und die Hoffnung des "kleinen" US-Mannes, die Realwirtschaft wieder zu stärken, indem die Reste der US-Industrie erhalten, bestehende und neue Industriezweige aus- und aufgebaut werden, versucht tatsächlich mit einer teils neukeynesianischen, teils angebotsorientierten (im Sinne der Neuen Klassische Makroökonomik) Wirtschaftspolitik, diese Hoffnungen zu erfüllen.

Er selbst bzw. seine Administration greift mit seiner Handelspolitik, mit seinen Zöllen und seiner Fiskal- und Ausgabenpolitik stark in die Märkte ein.

Seine Wirtschaftspolitik ist definitiv nicht marktradikal, sie ist aber trotzdem stark angebotsorientiert. Die Anbieter, d.h. die Unternehmer und Unternehmen sollen durch die in weiten Teilen gesamtwirtschaftlich falsche Steuerreform - die Senkung der Körperschaftssteuersätze und auch die Möglichkeit der Repatriierung in der Vergangenheit erzielter Gewinne war richtig - in die Lage versetzt werden, mehr zu investieren und noch mehr Jobs zu schaffen. Auch sollen durch diesen Produktionsaus- und Jobaufbau die Realeinkommen beim "kleinen" US-Mann wieder steigen.

Allerdings gibt es zahlreiche Inkonsistenzen und Widersprüche in der Wirtschaftspolitik Trumps, die das grundlegende Problem der sinkenden Realeinkommen des "kleinen" US-Mannes nicht wirklich auflöst. Dazu wurde in den letzten 10 Jahren einfach zu vieles versäumt!

Zahlreiche Wähler und Unterstützer Trumps nehmen wahr, dass Trump auf alle Fälle handelt und versucht, etwas in ihrem Sinne ökonomisch zu ändern.

Im Gegensatz zu Obama, der grundsätzlich eher an die Markteffizienzhypothese Famas glaubte, der an der Universität Chicago lehrte und arbeitete, jener Universität an der auch Obama bis 2004 einen Lehrauftrag in Rechtswissenschaft (Verfassungsrecht) hatte. Obama's Wirtschaftspolitik war in den letzten Jahren eine der ruhigen Hand, selbstverständlich auch stark bedingt durch die Blockade der Republikaner im Kongress.

Nichtsdestotrotz fehlte ihm der Mut für den grossen Wurf, für starke Investitionen in Bildung und Infrastruktur, für die Senkung der Einkommensteuer bei den unteren- und mittleren Einkommen und für die kleinen- und mittelständischen Unternehmen. Obama verliess sich auf die expansive Geldpolitik der FED und tat selbst wenig für die Stärkung der Realwirtschaft.

Die drei folgenden Artikel werden anhand der harten Makrodaten, d.h. anhand der Entwicklung des realen Bruttoinlandsproduktes, der verfügbaren Einkommen und des US-Arbeitsmarktes seit 2008 anschaulich und faktenbasiert zeigen, warum Trump zur Hoffnung "kleinen" US-Mannes wurde.

Die seit Jahrzehnten falsche wirtschaftspolitische Ausrichtung der US-Regierung und Notenbank FED aufgrund einer nicht das Allgemeinwohl und den Wohlstand aller fördernden ökonomischen Ideologie, führte zu einer starken Entfremdung der Menschen mit geringen und mittleren Einkommen von den politischen und wirtschaftlichen Eliten.

Eine Person, die genau diesen Eliten den Kampf ansagen würde, den Menschen wieder so etwas wie eine Chance auf neue und bessere Jobs im produzierenden Gewerbe und in der Industrie geben würde, würde definitiv nicht chancenlos bei einer Präsidentschaftswahl sein.

Nicht nur Millionen Amerikaner, sondern Abermillionen Menschen weltweit fühlen sich durch die Globalisierung abgehängt und erniedrigt von relativ stupiden Dienstleistungsjobs, die auch noch schlecht bezahlt sind. Selbstverständlich ist die "ungezügelte" Globalisierung auch eine logische Folge des Marktfundamentalismus und der Markteffizienzhypothese. Die softwaretechnische und elektrotechnische Fähigkeit, Geldkapital in Sekunden an alle Orte der Welt zu transportieren, verstärkte die Globalisierung und sorgte für Wohlstandszuwächse in Asien, vor allem in China.

Allerdings kann und wird gerade der technische Fortschritt durch smarte Automatisation, Robotik und 3-D-Druck dabei helfen, dass Teile der Produktion wieder in die USA zurückkehren, womit sich der letzte Artikel der Trilogie intensiv beschäftigen wird.

EPILOG: Marktradikale Bullen vs. Crashpropheten

Sowohl diese Ouvertüre als auch die folgenden drei Artikel stellen eine ideologiefreie und kritische Analyse der Entwicklung der US-Realwirtschaft und der Finanzmärkte seit 2008 dar. Wie bereits oben erwähnt, verwende ich fast ausschließlich nur offizielle Daten des Bureau of Economic Analysis (BEA), des Bureau of Labor Statistic (BLS), des Bureau of the Census (USCB) und der Federal Reserve of St. Louis (FRED). Diese sind erstens unverdächtig und zweitens für jedermann kostenfrei und öffentlich zugänglich.

Mit unverdächtig meine ich, dass sie nicht vom sog. Mainstream, von Marktfundamentalisten, aber auch von Keynesianern bestritten werden können. Und genau das ist der Punkt: die offiziellen Daten sind vollkommen ausreichend, um die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den USA seit 2008 zu analysieren und eine ökonomisch fundierte Bewertung und kritische Einordnung vorzunehmen.

Die Entwicklung (nicht nur in den USA, sondern auch in China und Europa) und die makroökonomischen Daten sprechen eine ziemlich eindeutige Sprache:

Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession der US-Wirtschaft steigt mit jedem Tag!

Wie tief diese Rezession sein wird, lässt sich schwer abschätzen. Jedoch ist eines auch ziemlich klar:

Platzen zusätzlich die wirklich gigantischen Blasen an den Aktien- und Anleihemärkten wird die Weltwirtschaftskrise von 1929 noch deutlich in den Schatten gestellt. 

Es gibt eine ganze Reihe von Crashpropheten wie der Schweizer Marc Faber, Prof. Dr. Max Otte oder auch Dirk Müller. Vor allem Otte sagte die Banken- und Finanzkrise 2007/2008 als einer der wenigen Bekannten Ökonomen relativ zeitnah und genau voraus. In den vergangenen Jahren beschworen sowohl Faber als auch Müller mehrmals eine heftige Wirtschaftskrise herauf.

Alleine ihr Timing stimmte aus mehreren Gründen nicht. Warum? Das erfahren Sie hier:

Von Perma-Bullen und Crashpropheten oder die berühmte Glaskugel

Jede Sekunde, jede Minute und jeden Tag - eben permanent - blicken Menschen in die Glaskugel.

Jede Sekunde treffen Menschen Entscheidungen hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Zukunft. 

In dem Moment, indem ein Mensch die Entscheidung trifft, zu sparen, d.h. auf Konsum heute zu verzichten, blickt er in die Zukunft. Er will mit dem Ersparten irgendetwas erreichen, entweder etwas meist Größeres kaufen oder er erhofft sich, dass das angesparte Geld im Laufe der Zeit eine Rendite bringt und dann mehr Wert ist, d.h. nach Möglichkeit eine höhere Kaufkraft hat.

In diesem Moment der Entscheidung blickt der Sparer in die Glaskugel, denn er trifft bewusst oder unbewusst eine Annahme über die Zukunft hinsichtlich Inflation und der Entwicklung der Zinsen. Er wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nur dann Sparen, wenn der Realzins (Zinsertrag minus Inflation) über den Zeitraum positiv ist, zumindest ist das die Erwartung des Sparers.

Wenn Ihnen ein Banker oder ein Altersvorsorgeberater mit dem Spruch kommt, dass niemand eine Glaskugel besitzt, gerade was wirtschaftliche Prognosen angeht, dann sollten Sie das Weite suchen! Denn er hat nichts verstanden. Banker sind die größten Glaskugelschauer, aber sehr oft auf mindestens einem Auge...!

Unternehmen und Banken blicken permanent in die Glaskugel, wenn sie Umsatz- und Gewinnprognosen für ein oder mehrere Jahre erstellen.

Wenn Ihnen eine Bank ein Sparangebot über 10 Jahre macht, z.B. mit dem Marketingspruch, wenn Sie heute 100 Euro monatlich über 10 Jahre in unseren Fonds einzahlen, der in der Vergangenheit 5 Prozent Rendite pro Jahr nach Abzug der Kosten erwirtschaftet hat, dann hätten Sie nach 10 Jahren 15.499,21 Euro. Eingezahlt hätten Sie 12.000 Euro.

Das hört und liest sich erst einmal nicht schlecht, oder? Ein ordentlicher Ertrag von 3.499,21 Euro ohne etwas dafür zu tun.

Allerdings hat die Bank damit bewusst oder unbewusst in die Glaskugel geschaut! Denn sie geht stillschweigend davon aus, dass die Inflation geringer als 5 Prozent pro Jahr über all die Jahre ausfällt und damit die Kaufkraft annähernd so hoch ist. 

Jeder Unternehmer oder Existenzgründer blickt in die Glaskugel, denn er wird das Risiko der Selbständigkeit nur dann bereit sein, zu tragen, wenn er eine positive wirtschaftliche Entwicklung erwartet.

Die Bundesbank und alle Wirtschaftsforschungsinstitute wie IFO-INSTITUT München, 5 Wirtschaftswaise, DIW, et cetera pp., die bis heute keine einzige Rezession vorhergesagt haben, blicken permanent in die Glaskugel und prognostizieren zweimal jährlich Jahr für Jahr reale Wachstumsraten zwischen 1 und 2 Prozent für die Zukunft!

 

Und ein jeder, der 1 und 1 zusammenzählen kann, spürt und weiss dies auch, selbst die politischen und wirtschaftlichen Eliten.

Der Vorhang zum letzten Akt wurde bereits gehoben, wie die jüngsten Wirtschaftsdaten und die Entwicklung in Teilen der Realwirtschaft zeigen.

Rezessionen kann man durchaus sehr gut vorhersagen, die Entwicklung der Börsen und der Aktienkurse definitiv nicht

Die wirtschaftliche Entwicklung der Realwirtschaft allerdings kann man durchaus sehr gut voraussagen und zwar auch mit einem ziemlich guten Timing. Denn hier kann man sich definitiv auf die detaillierten makroökonomischen Daten der Wirtschaftsstatistiker weltweit verlassen und darauf basierend, die realwirtschaftliche Entwicklung sehr gut prognostizieren.

Das gelingt allerdings nur, wenn man eben genau, aber vor allem ideologie- und interessenfrei auf die Daten schaut, die makroökonomischen Interdependenzen versteht und den gesunden ökonomischen Menschenverstand walten lässt. Zudem sollte man mit offenen Augen durch die Städte und die Welt laufen und mit Menschen reden. Im Elfenbeinturm erfährt man relativ wenig! 

Ich selbst habe erstmalig Anfang 2017 einen beginnenden weltweiten Abschwung für Ende 2017, spätestens 2018 prognostiziert und bin davon ausgegangen, dass eine Rezession auch in den USA noch in 2018 eintreten wird. Mit dem beginnenden Abschwung Ende 2017 lag ich bereits in einigen Ländern richtig, nur im Falle der USA "noch" nicht. Obwohl das reale BIP in den USA in Q4 2017 nur um 0,57 Prozent wuchs und in Q1 2018 sogar nur noch um 0,55 Prozent!

Warum? Weil ich de facto nicht damit gerechnet habe, dass Trump seine angekündigte Steuerreform in dem Umfang durch den Kongress bekommen würde, wie er es getan hat.

Wie oben im Artikel beschrieben, hat die Trumpsche Fiskal- und Wirtschaftspolitik nochmal für ein kurzfristiges Strohfeuer, für einen wirtschaftlichen Frühling im absoluten Spätherbst des Konjunkturzyklus gesorgt. Dies habe ich auch in einer umfassenden Analyse zum Zustand der US-Wirtschaft im April 2017 geschrieben. Sollte Trump seine Steuerreform verwirklichen und die FED die Zinsen nur langsam und möglichst sanft anheben, könnte eine Rezession in den USA 2018 vermieden werden.

Der weltweite Abschwung begann bereits im letzten Quartal 2017 in vielen Einzelmärkten und vielen Ländern. China's Wirtschaft kühlt sich bereits seit dem zweiten Quartal 2018 spürbar ab.

Die zwei größten Volkswirtschaften nach den USA und China wuchsen in Q3 2018 nicht:

Japans reales BIP sank in Q3 2018 in der ersten Schätzung um -0,3 Prozent!

Deutschlands reales BIP verringerte sich in Q3 2018 in einer ersten Schätzung um -0,2 Prozent!

Das ist kein Zufall und war absehbar, obwohl die Wirtschaftsforschungsinstitute für 2018 noch ein reales Wachstum in Deutschland von über 2 Prozent ausriefen.

Sie lagen - mal wieder - deutlich daneben...

Deshalb lehne ich mich auch an dieser Stelle deutlich aus dem Fenster und beziehe klar Position:

Nicht nur Deutschland und Japan, sondern auch die USA, China und die Weltwirtschaft insgesamt stehen unmittelbar vor einer tiefen Rezession!

Ich lasse mich gerne an diesen Zeilen messen...

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