Einigkeit macht stark

Glaubensgemeinschaften haben immer versucht, Kohärenz in Gruppen zu erzeugen - einen gesellschaftlichen Zusammenhang. Aus diesen alten Zeiten sind unzählige Relikte in die Neuzeit mitgewandert. Dazu gehören:

Symbole. Die Acht
Talismane. Traumfänger
Glückformeln. Happy New Year
u.v.a.

Der Kampf zwischen animistischem Glauben und institutionalisierter Religion dauerte lang an, bis in die Gegenwart. Im "dunklen Mittelalter" schreckte man auch nicht vor Hexenverfolgungen zurück. Gar manche "Wurzelfrau", die mit der Heiligen Hildegard gut ein Tässchen Tee hätte trinken können, wurde übel gequält. Später folgten dann die Entschuldigungen.

(Bild: Peka)

Doch die Leut' wurden nicht einsichtig. Hartnäckig hielten sich über die Jahrhunderte zahlreiche Symbole und Rituale, die oft im Versteckten getragen oder praktiziert wurden.

Glückssymbole. Das Kleeblatt. In einer vierblättrigen Form ist es sehr selten anzutreffen. Die Wahrscheinlichkeit ist dementsprechend gering, dass die Suche auf einer zufällig ausgewählten Wiese (Grundgesamtheit) zu einem Volltreffer führt. Wenn ja, Glück gehabt. Ein guter Tag. Das Kleeblatt anheften oder aufbewahren in der Hoffnung, dass es das Glück weiterhin anzieht. Populärwissenschaftlicher Magnetismus.

Okkulte Rituale. Die Wirksamkeit von Voodoo Formeln soll auf dem Vertrauen der Probanden in die Macht des Priesters beruhen.
Der Wallfahrtsort Plaine du Nord auf Haiti soll sowohl von der dortigen Voodoo Religion als auch von der katholischen Kirche gleichermaßen benutzt werden (*). Dies scheint mit Übereinstimmungen im Glauben in Bezug auf die Jungfrau Maria zusammen zu hängen. Solche Überschneidungen in den Glaubenswelten nennen sich Synchretismen (*).

Der un-heilige Geist

Nicht erlaubt nach kirchlichen Vorstellungen sind spiritistische Praktiken. Das Händchenhalten im Kreis zur Anrufung von Gespenstern und Geistern ist ein absolutes No-Go aus Sicht der westlichen Kirchenlehre. Englische Schwarmgeister des 19. Jahrhunderts sind bekannt dafür, dass sie die Geister der Ahnen anriefen. Dieser Praxis lag die Vorstellung zugrunde, dass der Geist beim körperlichen Tod nicht stirbt. Über Medien können nach Ansicht der Spiritisten die Geister der Toten zu Rate gezogen werden, um den Lebenden zu helfen (*).

Die Aufzählung solcher Praktiken aus der Welt des Aberglaubens kann beliebig fortgeführt werden.
Was sagt die moderne Wissenschaft?
Es ist alles Humbug – und zwar mit dem Ausdruck vom Aberglauben. Es gibt keinen Aberglauben. Es gibt nur einen Volksglauben (*). Was ist das?

Dem Volk "auf das Maul geschaut"

Das Volk ist von Natur aus – fromm. Und die Glaubenspraktiken heißen Volksfrömmigkeit. Aberglaube ist von "der Kirche" verboten. Volksfrömmigkeit wird toleriert (*). Das liest sich wie ein interessanter Ausweg, ein Schlupfloch oder ein Hideaway für lieb gewonnene Gewohnheiten.
Was darf der Gläubige denn so anstellen?

  1. Maibaum setzen. No problem.
  2. Karneval feiern. Diese Praktiken gehören sogar zum UNESCO Welterbe für immaterielle Güter.
  3. Ostern Eier verstecken. Ist erlaubt.
  4. Zu Neujahr ordentlich knallen. OK.
  5. Halloween feiern. Erlaubnis zurzeit unbekannt. 

Fazit. Was hilft gegen Aberglauben und Volksglauben, wenn ein Mensch diese meiden will? Bildung, Wissen ändert alles. Auch die Weltsicht.
Und was gibt es sonst an Ratschlägen? An Neujahr ordentlich krachen lassen und Happy New Year wünschen.

Happy New Year 2018!

Happy New Year 2018! (Bild: geralt)

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