Person Frau Seeberg

Nur der Tatkraft der Richterin ist es zu verdanken, dass das Mädchen überhaupt je wieder aus dem Gefängnis in Polen entlassen wird. Big Brother ist watching you, aber er macht es lückenlos und auf Schritt und Tritt. Zwar bemühen sich die Freundinnen von Frau Seeberg lange Zeit um Aufklärung des Falles. Doch Licht bringt erst ein Journalist in die Sache, den Frau Seeberg einst verknackt hat, weil er aus internen Ermittlungsakten zitierte. 

Fotografen im Haus gegenüber

Die "Story"

Eine erschreckende Studie des gegenwärtigen Zustandes der deutschen Innenpolitik. Eine Juristin ist Mutter einer erwachsenen Tochter, die dabei ist, nach Köln zu ziehen. Sie studiert Islamwissenschaft und hat einen Freund. Gleichzeitig aber ist eine Intrige im Gange, die den Chef des Kammergerichts in eine höhere Position hieven soll: Alle Mittel sind auszuschöpfen - "unter dem Radar", wie sich die Mitarbeiterin des Innenministers ausdrückt, der gleichzeitig mit König vom BKA eng zusammenarbeitet. Ein weiterer Mitarbeiter des BKA, der abgesägt werden soll, spielt eine interessante Rolle in diesem Puzzle, bei dem die Tochter der Juristin entführt und in einem Außenposten eines Geheimdiensten in Polen gefoltert. Doch man stellt fest, dass sie nichts weiß. Ihre Mutter, die eine durchaus kämpferische Schiene einschlägt, verschafft sich Beweise, die das BKA aktiv vernichten möchte. Denn es ist an der Entführung beteiligt. Ein Alptraum für jede Mutter. Glücklicherweise ist die Frau aber eine wendige, gut sozialisierte Juristin, sogar Richterin, und in der Lage Rechtsmittel einzusetzen. Sie bemerkt, dass ihr lieber Freund, um dessen Beförderung es geht, ihr nicht helfen wird, denn er ist Mitwisser.

So ist sie gezwungen, in dieser Sache selbst zu recherchieren und Mittel einzusetzen, die unüblich sind. Sie lässt sich von einem Journalisten, der über die richtigen Kontakte verfügt helfen, sich in das polnische Gefängnis einzuschleusen. Dort wird sie dabei erwischt, wie sie Fotos von den Gefangenen macht und gerät selbst in die Folterzelle. Allerdings sind die Mühlen der Justiz inzwischen ein wenig schneller am Laufen, denn die Presse wurde mit allerlei Informationen gefüttert, so gelingt es ihnen, die Richterin wieder freizukriegen. Sie wird aus dem Gefängnis geworfen. Sie harrt dort aber aus, bis sie auch ihr Kind wiederfindet, das misshandelt auf der Straße vor dem Gefängnis abgelegt wurde.

Zuhause in Deutschland gab es ein Köpferollen, denn die Mitarbeiterin des Innenministers, die mit König vom BKA zusammenarbeitete, wurde samt ihrem Chef abgesetzt. Der Posten fällt an den designierten Verfassungsgerichtshofschef und wird Innenminister. Es war nur eine Personalentscheidung. Von der Richterin, der "Terrormutter" ist nichts in den Medien. 

Rezeption

Das erschreckende daran ist die lückenlose Überwachung. Es scheint fast, als ob die Geschichte nicht mehr durch Kameras, sondern durch Überwachungskameras erzählt wird. Als gäbe es nicht nur keine privaten Flächen, sondern als wäre die Kontrolle lückenlos. Ist sie das? Bonus-, Konto- und Treue-Karten, Überwachungskameras, Handykameras, Drohnen, Satellit.

Und es ist erschreckend, dass die Grundrechte, die das Verfassungsgericht eigentlich wiederherstellen und Verletzungen ahnden soll, offenbar temporär ausgesetzt werden können. Es sind zwar nicht die üblichen Töne, denn die würden sagen, es handelt sich um eine Umkehr der mitunter den Richtern unterstellten Ausländerfeindlichkeit in den Entscheidungen. Aber tatsächlich ist hier vielleicht mehr dahinter. Denn selbst für ungarische Verhältnisse sind 15.000 Euro viel Geld, das sind ne Menge Zähne ... Vielleicht soll uns der Film zeigen, dass ein Volk politisch organisierten, weil mit "Versagen" auf EU-Ebene gepflasterten Massenzuzug von Migranten mitunter als Besatzungssituation empfinden könnte. Denn um diese Überwachung zu rechtfertigen ...

 

Autor seit 6 Monaten
55 Seiten
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