Via regia von Spanien bis in die Ukraine - Erste Erwähnung im Jahr 1252

Schon in der Antike handelten die Menschen mit Waren und legten dafür zum Teil sehr weite Wege zurück. Benötigt wurden dafür Straßen, die im Laufe der Entwicklung immer weiter ausgebaut wurden. Eine der "Hauptverkehrsadern" im Mittelalter war die via regia, auch "Hohe Straße" genannt, die sich auch heute noch von Spanien aus über Frankreich, Deutschland und Polen bis in die Ukraine als Kulturstraße Europas zieht. Die äußersten Eckpunkte sind Santiago de Compostela im Westen und Kiew im Osten.

Via regia – Ursprünge im 8. Und 9. Jahrhundert

Erstmals erwähnt wurde die via regia in einer Urkunde des Markgrafen Heinrich von Meißen im Jahr 1252. Da sie rechtlich dem König zugeordnet war und unter besonderem Friedensschutz stand wurde sie dort als strata regia, also als Königsstraße, bezeichnet. Die Anfänge der via regia – darüber sind sich die Historiker einig – gehen aber bereits ins 8. und 9. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1307 kämpften der Meißener Markgraf Friedrich der Freidige und der Markgraf Lausitz Dietrich IV. gegen den Habsburger König Albrecht I. in der Schlacht bei Lucka. Da die Markgrafen erfolgreich waren, konnten sie sich so den Fortbestand des Wettiner Adelsgeschlechts sichern und sorgten zudem für den Niedergang der königlichen Zentralgewalt in Mitteldeutschland. Die via regia verlor daher in dieser Zeit ihre königliche Funktion, stand fortan aber unterm landesherrlichen Schutz.

Via regia – wichtige Wirtschaftsader

Über die via regia wurden Waren aller Art transportiert. Aus dem Westen kamen Tuche und Gewürze, aus dem Osten Holz, Felle und Wachs und aus der Mitte Erze und andere Produkte des Bergbaus. Die via regia war außerdem wichtigste Handelsverbindung zwischen den beiden größten deutschen Messestandorten Frankfurt am Main und Leipzig. Neben Wirtschaftsgütern wurden über sie Sprachen und Kulturen ausgetauscht, und auch Armeen – darunter die Napoleons – zogen auf ihren Eroberungszügen über die via regia. In friedlicher Mission hingegen waren Pilger unterwegs, die entweder an der Aachener Heiligtumsfahrt teilnahmen oder in das spanische Santiago de Compostela unterwegs waren.

Weitere wichtige Orte an der via regia sind Bordeaux, Paris, Saarbrücken, Mainz, Erfurt, Görlitz, Breslau und Lubin. In Leipzig kreuzt sie die via imperii, eine ebenfalls bedeutende Handelsstraße, die von Rom nach Stettin führt. 2005 ernannte der Europarat die via regia zur europäischen Kulturstraße. Über das EU-Förderprogramm "Via Regia Plus" werden die heutigen Perspektiven der Straße betrachtet. Das Ziel ist die weitere Vernetzung der europäischen Nachbarn. In Görlitz informierte vom 21. Mai bis 31. Oktober 2011 die dritte Sächsische Landesausstellung umfangreich über die Geschichte der Straße und ihre heutige Bedeutung.

 

Bildnachweis: Hans Dunker/www.pixelio.de (Kaisertrutz in Görlitz)

Quellen:

3. Sächsische Landesausstellung "via regia – 800 Jahre Bewegung und Begegnung"

www.via-regia.org

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