Vitamin B12 (Cobalamin)

Das wasserlösliche Vitamin ist vor allem in Fleisch, Eiern, Fisch und Milchprodukten enthalten. In pflanzlichen Lebensmitteln kommt es nicht vor, daher müssen Vegetarier und vor allem Veganer bei Ihrer Ernährung auf eine ausreichende Zufuhr achten. Ein erwachsener Mensch benötigt pro Tag etwa 2-3 Mikrogramm. Wird mehr Vitamin B12 zugeführt, so wird der Überschuss in der Leber und in der Muskulatur gespeichert. Das Speichervermögen liegt bei je 2 Milligramm, ist also deutlich höher als der tägliche Verbrauch. Ein Mangel an Vitamin B12 fällt erst durch Beschwerden auf, wenn die gespeicherte Menge verbraucht ist. Kurzfristige Ernährungsfehler werden durch dieses Depot ausgeglichen, welches für etwa 3 Jahre reicht. Ein wirklicher Mangel entwickelt sich daher sehr langsam und wird erst spät auffällig.

Besonders häufig betroffen von einem Mangel sind Schwangere und Stillende Frauen, sowie chronisch Erkrankte und ältere Personen. Während Schwangerschaft und Stillzeit ist der Bedarf höher. Im Alter kann das mit der Nahrung zugeführte Vitamin nicht mehr ausreichend vom Körper aufgenommen werden.

Das Vitamin B12 bei vielen Vorgängen im Körper gebraucht wird, sind die Beschwerden vielfältiger Natur. Cobalamin ist wesentlich an der Bildung der roten Blutkörperchen und an Stoffwechselvorgängen beteiligt und ist Voraussetzung für die Aufnahme von Folsäure.

Aufgenommen wird das Vitamin B12 im Darm aus der zugeführten Nahrung. Zur Aufnahme wird ein Protein – der sogenannte Intrinsic Factor – benötigt. Dieser wird im Magen produziert, bindet das Vitamin B12 im Darm an sich und führt es der Verwertung zu.

Symptome

  • Anfangs Müdigkeit, Konzentrationsmangel, Gedächtnissschwäche bis hin zu Verwirrung
  • Blässe
  • Zungenbrennen, glatte rote Zunge
  • Schmerzhafte Missempfindungen oder Lähmungen in den Extremitäten, Gangunsicherheit
  • Depression

 

Gerade bei älteren Menschen wird eine depressive Verstimmung und Gedächtnisschwäche auf das Alter geschoben und ein Vitamin-Mangel außer Acht gelassen.

Risikogruppen

  • Schwangere und Stillende aufgrund des erhöhten Bedarfs
  • Menschen mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen oder Magenteilresektionen
  • Ältere aufgrund des Magenschleimhautschwundes und dadurch ungenügender Bildung des Intrinsic Factors
  • Vegetarier und Veganer
  • Raucher und Alkoholiker

Ursachen

  • Die Ursachen eines Vitamin B12 Mangels liegen häufig im Bereich des Magen-Dram-Traktes. Im Magen wird der Intrinsic Faktor gebildet, welches für die Aufnahme des Vitamin B12s aus der Nahrung als Bindungsprotein nötig ist. Bei einer Entzündung im Mangen oder einer Teilentfernung des Magens kann die Bildung des Proteins gestört sein.
  • Das Vitamin B12 wird im terminalen Ileum aus der Nahrung in den Körper aufgenommen. Erkrankungen in diesem Darmabschnitt haben daher auch Auswirkungen auf die Vitamin B12 Aufnahme.
  • Verschiedene Medikamente können bei dauerhafter Einnahme einen Vitamin B12 Mangel hervorrufen (Protonenpumpenhemmer, H2-Antihistaminikum, Metformin).
  • Mangelhafte Aufnahme bei Vegetariern oder Veganern
  • Alkoholmissbrauch
  • Erhöhter Verbrauch bei chronischen Erkrankungen, Schwangerschaft und Stillzeit

Diagnose

Neben einer Blutuntersuchung finden verschiedene Untersuchungen statt, um die Ursache des Mangels festzustellen.

Therapie

Wenn der Vitamin B12 Mangel durch eine falsche Ernährung verursacht ist, wird die Ergänzung oral als Nahrungsergänzung vorgenommen.

In den anderen Fällen wird das Cobalamin intramuskulär mehrmals jährlich per Spritze verabreicht.

Wenn der Mangel in einer Störung der Aufnahme begründet liegt, kann substituiert werden, in dem die zugeführten Mengen deutlich erhöht werden. Es werden dann Milligramm statt Mikrogramm gegeben. Dies kann die Injektionen ersetzen.

Vegetarische und Vegane Ernährung

Vegetarier, die Milchprodukte und Eier zu sich nehmen, können Ihren Bedarf darüber decken. Veganer müssen daher besonders auf die Vitamin B12-Zufuhr achten. Vielen Lebensmitteln ist das Cobalamin zugesetzt. Dazu gehören viele Nahrungsmittel aus dem vegetarischen oder veganen Bereich wie zum Beispiel Milchersatzprodukte (Soja-, Hafer- oder Reismilch).

Verschiedene Vitaminpräparate sind speziell auf die Bedürfnisse von Veganern zugeschnitten.

Autor seit 4 Jahren
97 Seiten
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