Von der Mattscheibe auf die Leinwand

Es ist wohl der Traum aller TV-Produzenten: Die eigene Fernsehserie auf die große Leinwand ins Kino zu bringen! Denn große Blockbuster können hunderte Millionen Dollar Gewinn einspielen, an denen eine Produktionsfirma anteilig beteiligt wird. Dass dies keine Utopie ist, bewies passenderweise eine Science-Fiction-Reihe.

Als 1966 die von Gene Roddenberry inszenierte Serie "Star Trek" (auf Deutsch: "Raumschiff Enterprise") erstmals über die Mattscheiben flimmerte, ahnte wohl niemand, welcher Kult sich daraus entwickeln sollte. Tatsächlich war "Star Trek" anfangs kein großer Erfolg beschieden und mauserte sich erst allmählich zu jenem erfolgreichen Phänomen, das wir heute kennen.

Star Trek im Kino

1979, wohl inspiriert vom sensationellen "Star Wars"-Erfolg, wurde der erste Kinofilm der Reihe produziert. Von der Kritik verrissen, vom Publikum geliebt legte "Star Trek: Der Film" den Grundstein zu einer der erfolgreichsten Kinoserien überhaupt. Alleine in den Kinos spielten die Filme bislang weit über eine Milliarde Dollar ein und bieten schier endloses Material für weitere Filme und Ableger im Fernsehen. Dieses Beispiel machte natürlich Schule - denn wo immer viel Geld zu verdienen ist, mischt Hollywood fleißig mit.

Von der Leinwand ins Fernsehen

Egal, ob eine TV-Serie als Stoff für einen Leinwandfilm oder ein erfolgreicher Film als Ausgangspunkt für eine TV-Serie diente: In beiden Fällen bedienten sich die Produzenten der Bekanntheit des Vorbilds. Nicht immer mit Bravour, wie eine Vielzahl gefloppter TV-Ableger populärerer Blockbuster bewiesen.

So wurden etwa die TV-Adaptionen von Kassenschlagern wie "Planet der Affen" oder "Westworld" nach jeweils nur wenigen Folgen auf Grund desaströser Einschaltquoten eingestellt. Erfolgreicher waren Filmversionen bekannter TV-Hits wie S.W.A.T. (deutscher Titel: "Die knallharten Fünf"), das Ben-Stiller-Vehikel "Starsky & Hutch" oder die Leinwandversion der 80er-Kultserie "Das A-Team". Vielen dieser und ähnlichen Film- bzw. TV-Adaptionen ist eines gleich: Während die Schauspielcrew im Falle einer Leinwandversion den Sprung ins Kino wagen, gibt sich kaum ein Kinostar für die TV-Adaption her.

Akte X: Vom Flop zum Kult - und retour!

Manchmal freilich scheitern die Versuche, einen TV-Kult erfolgreich im Kino wiederzubeleben. Während 1998 der erste auf der Mystery-Serie "Akte X" basierende Kinofilm noch fast 200 Millionen Dollar in die Kassen spülte, floppte zehn Jahre später das Sequel "Akte X – Jenseits der Wahrheit" grausam.

Die Ironie daran: Anfangs lief die von 1993 - 2002 wegen der niedrigeren Produktionskosten in Kanada produzierte Mysteryserie beinahe unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Erst der Esoterik- und Mysteryboom der frühen 1990er Jahre und die sich langsam formierende Internetcommunity verhalfen der Serie zu beachtlichen Einschaltquoten und ihren Kultstatus. Dass der erste "Akte X"-Film zu einem der größten Blockbuster des Jahres avancierte, lag nicht zuletzt an seinem Zeitpunkt: Ende der 1990er Jahre befand sich der Mysteryboom auf dem Höhepunkt. Obwohl der Film viele Fans enttäuschte, füllte er die Kinokassen.

Der weitaus spannendere und besser inszenierte "Akte X – Jenseits der Wahrheit" konnte den Hype erwartungsgemäß nicht wiederholen und schmierte völlig ab. Dennoch ist mit einer Neubelebung der Serie mit völlig neuen Darstellern zu rechnen. Schließlich gilt auch im Fernsehen: Besser ein billiges Remake, als innovative Ideen riskieren!

Die nackte Kanone: TV-Flop, Kino-Blockbuster

Den Sonderfall einer im Fernsehen mäßig erfolgreichen TV-Serie, die im Kino zum Blockbuster geriet, stellte "Die nackte Kanone" dar. Mit dem unnachahmlichen Leslie Nielsen in der Hauptrolle eines tollpatschigen Detective, erwies sich die vom Produktionsteam Zucker, Abrahams & Zucker inszenierte Komödienreihe als cineastischer Volltreffer. Ohne großen Marketingaufwand oder aufsehenerregende Cameos schlugen die insgesamt drei Filme wie Lachbomben im Kino ein und gelten noch immer als Höhepunkt anspruchsloser Nonsense-Unterhaltung.

Fortan war Hauptdarsteller Leslie Nielson auf die Rolle des sympathischen Trottels abonniert. Bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass der Kanadier über Jahrzehnte hinweg ausschließlich ernste Rollen verkörperte, unter anderem im SF-Klassiker "Alarm im Weltall" oder dem Katastrophenfilm "Die Höllenfahrt der Poseidon".

DVD und blu-ray verhindern Flops

Angesichts solcher Erfolgsbeispiele sollte es nicht verwundern, wenn noch mehr TV-Serien den Weg in die Kinos finden sollten, selbst jene, mit denen man kaum rechnen würde. Dank der Zweitauswertung aus DVDs und blu-rays ist es praktisch unmöglich geworden, einen Verluste bringenden Film zu produzieren.

Umgekehrt bietet das Fernsehen die Möglichkeit, mit relativ geringen Budgets zu arbeiten und im Erfolgsfall einen potenziellen Kinohit zu produzieren.

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