Die Challenger-Katastrophe: Die Mannschaft und ihre Aufgabe

Bei dem Unglück kamen alle Mannschaftsmitglieder ums Leben: Kommandant Francis Scobee, Pilot Michael Smith und Judith Resnik, Enizon Onizuka, Ronald McNair und Gregory Jarvis. Mit an Bord war auch die Grundschullehrerin Christa McAuliffe, die aufgrund eines besonderen Programms der NASA ebenfalls zur Besatzung gehörte und live aus dem Weltraum einige Unterrichtseinheiten abhalten sollte. Die Mission hatte ursprünglich die Aufgabe gehabt, einen Kommunikationssatelliten auszusetzen und den Kometen Halley vom Weltall aus zu beobachten. Der Raumflug sollte sechs Tage und 34 Minuten dauern und mit der Landung auf dem Kennedy Space Center am Cape Canaveral in Florida beendet werden.

Die Challenger-Katastrophe: Die Untersuchungskommission

Es wurde eine Untersuchungskommission gebildet, die die Ursache des Unglücks erforschen sollte; und die Ursache wurde schnell gefunden. Ein Dichtungsring der Feststoffraketen versagte, weil dessen Kunstgummimaterial wegen des Nachtfrostes zu wenig elastisch war. Tatsächlich aber waren mehrere Fehler in der menschlichen Kommunikation am Boden vor und während der Startvorbereitungen ursächlich für die Katastrophe, wie die Untersuchungskommision herausfand. Ein Mitglied der Untersuchungskommission hat sich bei der Aufklärung besonders hervorgetan: Richard Feynman, ein amerikanischer Physiker, Nobelpreisträger und Autor. Er wurde während der Anhörung der Kommission bekannt durch seinen Eiswasserversuch zum Verhalten von Kunstgummi bei Kälte.

Dichtungsringe und Frost, ein vernachlässigtes Problem in Florida

Die Challenger-Katastrophe: Menschliches Versagen führte ins Unglück

Ein Ingenieur der Herstellerfirma der Raketen hatte gegenüber der NASA wegen des starken Nachtfrostes Bedenken gegen den Start der Mission geäußert. Tests des Unternehmens hatten ergeben, dass die Dichtungsringe bei derartigen Temperaturen nicht zuverlässig genug funktionierten. Die NASA tat das Beweismaterial jedoch als "unvollständig" ab, die Raketenfirma solle dieses Problem aus Managementsicht betrachten und im übrigen habe es auch bei vorherigen erfolgreichen Flügen Verschleißerscheinungen gegeben.

Zudem gab es unzulängliche Arbeitsvorschriften. Nach jedem Start fallen die ausgebrannten Raketenhüllen ins Meer, wo sie geborgen und anschließend der Wiederverwendung zugeführt werden. Die damaligen Handbücher besagten, dass die Raketenhülle wiederverwendet werden könne, wenn die jeweils von drei Punkten im Abstand von 60 Grad gemessenen Durchmesser stimmen. Aus der Vorschrift folgte aber nicht zwingend, dass dies einen regelmäßigen Kreis ergibt. Tatsächlich gab es öfter Verformungen, die schlicht wieder gerade gebogen wurden.

Das Management der NASA ging auch fahrlässig mit den notwendigen Überprüfungen der Software des Shuttle um. Da die Überprüfungen stets erfolgreich verliefen, wurden sie schließlich unterlassen. Bei Zulieferern wurden Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern häufig ignoriert. So sparte man sich die Herausgabe neuer Handbücher, die im Falle von Veränderungen notwendig gewesen wären.

Eine Lehrerin sollte ins All

Die NASA wollte die Challenger unbedingt starten lassen, weil US-Präsident Ronald Reagan publikumswirksam eine Lehrerin ins All fliegen lassen wollte und seine Rede zur Nation unmittelbar bevorstand. Das Medieninteresse war nach 24 Spaceshuttle-Flügen abgeebbt. Deshalb sollte die Lehrerin Christa McAuliffe als erste Zivilistin ins All fliegen. Die Live-Übertragung vom Start wurde in vielen Schulen gezeigt. McAuliffe hätte später zwei Unterrichtsstunden aus dem All halten sollen.. Der ursprünglich für den 22. Januar geplante Start war wegen des Wetters bereits zuerst um zwei Tage, dann bis zum 28.Januar verschoben worden.

Eine Explosion war nicht die Ursache

Die Raumfähre löste sich 73 Sekunden nach dem Start auf. Was wie eine Explosion aussah, war der logische technische Faden nach vielen Fehlern und Nachlässigkeiten: Zuerst versagte ein Dichtungsring an der rechten Feststoffrakete. Eine Flamme trat aus und zerfrass Halterungen der Rakete, so dass der Metallzylinder ins Schlingern geriet und mit dem externen Treibstofftank kollidierte. Austretender Wasserstoff entzündete sich. Die vier Hauptteile des Shuttles mit zwei Feststoffraketen, Treibstofftank und Raumfähre flogen auseinander und wurden bei ihren hohen Geschwindigkeiten von den aerodynamischen Kräften zerrissen.

Gewißheit beim Bergen der Kapsel

Am 7. März fanden Taucher die Mannschaftskabine mit den sterblichen Überresten der sieben Astronauten. Dabei zeigte sich, dass mindestens drei Crewmitglieder noch Zeit gehabt hatten, ihre Sauerstoffversorgung für den Notausstieg zu aktivieren. Möglicherweise starben sie erst beim Aufprall des Wracks auf der Oberfläche des Atlantiks zwei Minuten und 45 Sekunden nach der Katastrophe.

Die Stellung von Reglern im Cockpit deutete darauf hin, dass Pilot Mike Smith noch versuchte, den Shuttle unter Kontrolle zu bekommen. Aber es gab keinen Strom mehr.

Aus Fehlern nichts gelernt

Trotz der neuen Sicherheitsvorkehrungen geschah am 1. Februar 2003 erneut ein Unglück, denn die Columbia wurde zerstört, als sie wieder in die Erdatmospäre eintrat. Auch hier starben wieder die sieben Besatzungsmitglieder.

Die Untersuchungskommission schrieb der Nasa ins Stammbuch, nicht genug aus ihren Fehlern beim Challenger-Unglück gelernt zu haben.

Nasa und US-Regierung ließen das Programm auslaufen

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