Wie entstehen Wanderdünen?

Wie genau Dünen entstehen, ist ein extrem komplizierter Vorgang, für dessen Berechnung Experten zahlreiche Formeln benötigen. Will man es aber einfach ausdrücken, kann man sagen, dass Dünen immer dann entstehen, wenn Wind auf eine größerer Menge von losem Sand trifft. Dabei bilden sich verschiedene Arten von Dünen:

- die Primärdünen

- und die Sekundärdünen.

 Die Wanderdüne gehört der Gruppe der Primärdünen an. Genauer noch den freien Dünen. Sie entsteht, wenn Sand gegen ein kleineres Hindernis (z.B. einen kleinen Baum) geweht wird. An diesem Hindernis, verfängt sich der Sand und beginnt sich zu sammeln. Anschließend werden weitere Sand- und Staubteilchen auf der dem Wind zugewandten Seite (Luv) vom Wind erfasst und von ihm bis zu der vom Wind abgewandten Seite (Lee) des Sandhaufens transportiert. Erreicht der Wind die höchste Stelle der Düne, den so genannten Dünenkamm, fallen die Teilchen in den dahinter gelegenen windstillen Bereich. Ein Vorgang, der sich Saltation nennt. Auf diese Weise wächst die Düne an. Fortbewegen tut sie sich auf eine ähnliche Art und Weise. Sand hebt nämlich erst bei einer hohen Windstärke vom Boden ab. Vorher "rollt" er nur. Hat sich nun eine größere Düne gebildet und weht ein leichter Wind, rollen die Sandkörner von der Luv-Seite den Kamm der Düne nach oben und fallen ins Tal. Dort häufen sie sich erneut an und so rückt die Düne Stück für Stück nach vorne. Die "schnellste" Düne kann sich auf diese Weise bis zu 16 Meter am Tag vorwärts bewegen und ganze 200 Meter im Jahr. Im Durchschnitt ist eine Wanderdüne 8,5 Meter hoch und 96 Meter breit.

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Warum die Kolosse aus Sand jetzt Menschen gefährden können - Wie der Sand ganze Siedlungen verschluckt

1,7 Billiarden Sandkörner bewegen sich im Schnitt in einer Sanddüne voran und sie verschlucken auf ihrem Weg alles, was ihnen in den Weg kommt und dabei machen sie auch vor Siedlungen der Menschen keinen halt. Zahlreiche Oasen in den Wüsten Afrikas mussten von ihren Einwohnern schon aufgegeben werden und sind nun die reinsten Geisterstädte. Erschreckend ist, dass solche Situationen in Folge des Klimawandels immer öfter vorkommen. Der Klimawandel verstärkt die Dürre in den Wüsten unserer Welt und lässt die Böden immer mehr austrocknen. Die Pflanzen gehen ein und der Sand wird von nichts mehr gehalten. Gleichzeitig nimmt der Wind in den betroffenen Regionen zu. Eine unheilvolle Kombination. Veranschaulichen lässt sich dieser Vorgang an Hand des Kalahari-Beckens. Noch ist dieses Gebiet von den Dünen verschont geblieben, aber schon im Jahre 2070 wird es vollständig von den riesigen Sandbergen beherrscht sein. Wie viele Siedlungen die Menschen dort dann räumen müssen, kann noch keiner vorher sagen.Doch bereits jetzt kämpfen viele Orte einen scheinbar aussichtslosen Kampf gegen die Sandmassen.
Beispielsweise kämpfen

- die Oasenstadt Timbuktu (gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO)

- die Sahelzone und

- sogar die Stadt Peking, die vom Sand der Wüste Gobi bedroht wird,

um ihr Überleben.

Eine der riesigen Sanddünen in Namibia - Den Baum im Vordergrund wird sie schon bald unter sich begraben

Dusk Falls on Soussevlei Sand Dunes, Namibia (Bild: Darrell Gulin / AllPosters)

Wie die Wanderung der Dünen gestoppt werden kann

Es gibt zwei natürliche Dinge, die die Düne auf ihrem Weg aufhalten:                

- Erhebungen mit mehr als 45 Grad Steigung und

- Flächen mit aufgelockertem Sand.

Erreicht ein Barchan eine Erhebung mit einer Steigung von mehr als 45 Grad, wird der von ihr transportierte Sand zurückgeworfen und die Düne kann sich nicht weiter fortbewegen. Eindrucksvoller ist es, wenn die Düne auf lockeren Sand trifft. Dann nämlich gräbt sich die Düne in den Boden ein und "verschmilzt" förmlich wieder mit ihm zu einer ebenen Fläche. 

Der Mensch verfügt kaum über Mittel, die die Düne aufhalten können. In den Wüstenregionen versuchen die Menschen trotzdem alles, um die Dünen zu stoppen und von ihren Siedlungen fern zu halten. Ein paar Beispiele:

- in einigen Wüstenregionen werden Holzzäune um die Oasen errichten. An diesen soll der Wind dann Dünen auftürmen, die ihre wandernden Geschwister von dem Erreichen der Siedlungen abhalten sollen,

- andernorts versucht man die Dünen mit Gras zu bepflanzen, damit der Wind die Sandkörner nicht mehr abtragen kann

- und wenn alles andere nicht mehr hilft versuchen verzweifelte Wüstenbewohner sogar den riesigen Sandbergen mit Bulldozern und Schaufeln zu Leibe zu rücken.

Es scheint jedoch, als würden die Menschen ihren Krieg verlieren. Die meisten Regierungen der betroffenen Ländern haben bereits angekündigt, dass sie die Städte aufgeben werden, wenn die Sandmassen zu weit vorrücken.

Die Wüste aus der Vogelperspektive - Ein Rundflug über die Wüste Namibias und ihre Dünen

Gibt es auch in Europa Wanderdünen?

Die bekannteste Düne Europas trägt den Namen "Dune du Pilat"  und befindet sich in Frankreich an der Atlantikküste. Sie ist 120 Meter hoch und beeindruckende 2,7 Kilometer lang. Lange Zeit galt sie als Europas größte Wanderdüne, doch mittlerweile ist klar, dass es in Europa tatsächlich gar keine Wanderdünen gibt. Grund dafür ist, dass die Dünen in diesen Regionen alle mit Gräsern oder anderen Pflanzen bewachsen sind und diese Vegetation verhindert, dass sich der Sand vom Fleck bewegen kann. Der Eindruck, dass sich die Düne bewegt entsteht dadurch, dass sich an den Rändern der Düne neuer Sand ansammelt und dadurch die Illusion entsteht, dass sich die Düne vorwärts geschoben hat. In Europa kann es also zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu einer Gefährdung durch Wanderdünen kommen.

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Autor seit 4 Jahren
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