Stichtag war der 1. Juli 2014. Nun ist es Realität. Was für gewerblich genutzte Fahrzeuge bereits galt – die Pflicht eine Warnweste mitzuführen – ist in Privat-PKWs auch in Deutschland Pflicht. Doch wenn in Deutschland etwas Pflicht wird, ist es häufig sinnvoll und fast noch häufiger kurios. So scheint es auch bei der Warnwestenpflicht zu sein. Weshalb? Nun ja, es besteht die sinnvolle Pflicht nun auch in Deutschland eine Warnweste im Auto mitzuführen, aber kurioserweise muss sie nicht getragen werden …

Dennoch sollte man sich durch diese Kuriosität selbstverständlich nicht verleiten lassen und es nicht zu locker mit der Warnwestenpflicht nehmen. Verstößt man dagegen, sind schnell 15,– Euro fällig. Das ist zwar recht moderat, aber bedenkt man wie günstig einfache Warnwesten sind, ist es ärgerlich für den, der wieder einmal am falschen Ende spart. Doch bei diesem Thema das Geld in den Vordergrund zu stellen erscheint ohnehin unsinnig, schließlich handelt es sich bei der Warnwestenpflicht nicht um eine jener Neuerungen, die nur deshalb geschaffen wurde, um einigen Beamten und Bürokraten eine Daseinsberechtigung zu verleihen, sondern tatsächlich, um eine sinnvolle Maßnahme, die dem Schutz dient, einzuführen.

Die reflektierenden Elemente und die Signalfarbe ermöglichen es, dass man auch bei Dunkelheit bis zu 150 Meter weit gesehen werden kann. Bedenkt man wie viele Unfälle NACH einer Panne oder einem Unfall passieren, weil aussteigende Fahrer oder auch Helfer von anderen Verkehrsteilnehmern schlicht übersehen wurden, sollte man ohnehin nicht zögern seinen PKW mit guten Warnwesten auszustatten, denn eine Panne kann jeder haben, auch mit einem Neuwagen!

Für wen ist die Warnweste Pflicht?

Dass auch die Warnwestenpflicht nicht konsequent umgesetzt wurde, mag verwundern – vielleicht aber auch nicht. Wie auch immer, Tatsache ist, dass in Deutschland lediglich eine Warnweste für den Fahrer vorgeschrieben ist, Beifahrer oder weitere Mitfahrer benötigen keine. Vermutlich werden in Deutschland nur Fahrer auf der Straße übersehen … Auch Motorradfahrer sind ausgenommen, auch sie sind scheinbar nicht gefährdet.

Aber man kann ja auch in einem Staat in dem sehr, sehr viel per Gesetz geregelt ist, Eigeninitiative ergreifen und Eigenverantwortung übernehmen. Daher ist es ratsam für jeden Insasse eine Warnweste bereitzustellen, denn mehr zu tun als das Gesetzt es fordert muss nicht immer »uncool« sein!

Übrigens sollte man trotz der wesentlich besseren Sichtbarkeit nicht leichtsinnig werden, am besten aufgehoben ist man bei einem Unfall oder einer Panne hinter der Leitplanke oder falls keine vorhanden ist zumindest am Straßenrand.

Wo muss sich die Warnweste befinden?

Das Mitführen einer Warnweste ergibt nur dann Sinn wenn sie im Notfall auch getragen wird, wenngleich dies wiederum keine Pflicht ist. Wer das Auto an der Unfallstelle verlässt, sollte die Weste bereits beim Verlassen tragen und nicht erst im Kofferraum suchen müssen, denn dann steht er bereits in der Gefahrenzone und bei einem Auffahrunfall kommt man ohnehin möglicherweise gar nicht mehr an den Kofferraum ran. Also sollte sie am besten stets griffbereit in der Nähe des Fahrers liegen, etwa im Handschuhfach, der Mittelkonsole oder den Türfächern. Bei Baustellenfahrzeugen sieht man häufig Warnwesten über die Sitzlehne gehängt, dies sollte man hingegen tunlichst vermeiden. Zum einen verblassen auf Dauer die Farben wodurch sie ihre eigentliche Funktion zumindest teilweise verlieren, zum anderen können sie das Auslösen bzw. ordnungsgemäße Entfalten des Seitenairbags behindern.

Welchen Anforderungen müssen Warnwesten entsprechen?

Eine Warnweste muss entweder Rot, Gelb oder Orange sein und reflektierende Streifen von mindestens 5 Zentimetern Breite haben, die komplett umlaufen. Sie müssen eines der beiden Europäischen Kontrollzeichen besitzen: EN 471 oder EN ISO 20471

Was passiert wenn ich keine Warnweste dabei habe?

Wie gesagt, dann gibt es zunächst eine Verwarnung verbunden mit 15,– Euro weniger im Geldbeutel. Aber auch beim TÜV hat man schlechte Karten: Keine Weste, keine Plakette! Wer im Falle eines Unfalls oder einer Panne den Wagen ohne Weste verlässt, riskiert nicht nur seine Gesundheit oder gar sein Leben sondern zudem den Verlust seines Versicherungsschutzes.

Das sollten Sie wissen

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt sollte ohnehin schon lange Warnwesten mitführen. Da die Regelungen aber in verschiedenen Ländern ganz unterschiedlich sind, empfiehlt es sich ganz klar auf Nummer Sicher zu gehen und für jeden Mitfahrer eine Weste bereitzustellen. 15,– Euro Verwarnung in Deutschland sind harmlos, dass es einen auch anders treffen kann, kann man im Zweifelsfall im Ausland erfahren.

»Kosten« derzeit, bezogen auf die jeweilige Mitführ- oder Tragevorschrift:

  • Österreich: mind. 14 Euro.
  • Frankreich: 22 Euro (Motorräder, Quads etc.). mind. 90 Euro (PKW)
  • Bulgarien: circa 25 Euro.
  • Italien: mind. 38 Euro
  • Slowenien: mind. 40 Euro
  • Luxemburg: mind. 49 Euro.
  • Slowakei: mind. 50 Euro
  • Portugal: 60 Euro (Mitführpflicht) ab 120 Euro (Tragepflicht).
  • Spanien: bis 90 Euro.
  • Ungarn: bis 120 Euro.
  • Belgien: 50 Euro – 1.375 Euro.

Wer an einer Warnweste spart missachtet nicht nur die Warnwestenpflicht sondern riskiert unnötig sein Leben!

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