Polyglott

"Do you speak English?". Eine Milliarde Menschen auf der Welt antworten mit "Yes, I do". Die Verwendung des Englischen führt weit über das ursprüngliche Sprachgebiet hinaus. Als Sprachgebiet bezeichnet man die Region, sprich das Land, in dem diese Sprache als Muttersprache verwendet wird.
England ist mit knapp 70 Millionen Einwohnern nun nicht weltweit die stärkste Nation. Dennoch benutzt die Welt das Englische als Verkehrssprache, weit über das ursprüngliche Mutterland hinaus. Wie kam es dazu?

Machtausdehnung

Kriege haben die Sprachen der Sieger seit Jahrtausenden zu den Verkehrssprachen ihrer Epochen gemacht. Griechen, Römer und Chinesen – sie alle haben zu ihren Hochzeiten die Sprache in ihren jeweiligen Machtbereichen geprägt.
In der Neuzeit hat die britische Kolonisation das Bild der Staatenwelt entscheidend mitgeprägt. Während des Viktorianischen Zeitalters, also besonders im 19. Jahrhundert, hatte das britische Imperium weite Teile der Welt unter seine Herrschaft gebracht.
In den Kolonien wurde oft ein Prinzip des Indirect Rule vorgeschrieben (2). Dies bedeutete, dass die indigenen Sprachen vorsätzlich zurückgedrängt wurden. Ihr Gebrauch wurde teilweise unter Strafe gestellt. Schon nach einer bis zwei Generationen verlor sich das Wissen um die eigene Ausdrucksform. Die dortige Muttersprache und ihre vielfältigen Dialekte wurden durch die Kolonialsprache ersetzt.

Big Ben und die lingua franca

Diese Zeiten sind vorbei, in den der Big Ben in London als Ausdruck weltpolitischer Dominanz galt. Das geopolitische Gefüge hat sich nach dem zweiten Weltkrieg entscheidend verschoben.

Warum ist Englisch die Weltsprache? (Bild: pdimaria/ pixabay.com)

Dennoch blieb das sprachliche Erbe in Form einer lingua franca in den ehemaligen Kolonialgebieten weitgehend erhalten. Als lingua franca bezeichnet man eine sprachliche Mischform, die sich aus den indigenen Sprachen und den jeweiligen kolonialen Amtssprachen gebildet hatte. Man kennt in diesem Zusammenhang die Bezeichnung pidgin english.

Globalisierung

Mit Globalisierung bezeichnet man die zunehmende Verflechtung vielfältiger Beziehungen zwischen den Ländern der Welt. Wirtschaftliche Kontakte stellen eine bedeutende Triebfeder dieser Entwicklung dar. Aber auch die Zunahme von kulturellen und gesellschaftlichen Beziehungen, besonders seit den 1960er Jahren, hat die weitere Verstärkung der englischen Sprache gefördert.

Zahlen im Vergleich

Wie viele Menschen sprechen nun Englisch als Muttersprache oder als erste Fremdsprache in der Welt? Die Statistiken von Wikipedia (1) und des Bundesamtes für politischen Bildung (3) unterscheiden sich nicht wesentlich.
In der Übersicht ergibt sich folgendes Bild (Quelle: Wikipedia.de):

Quelle: Wikpedia

Quelle: Wikpedia (Bild: scheibspass bei Pagewizz.com)

Spezialsprachen

Deutsch war einmal die Sprache der Physiker. In der Periode um die Jahrhundertwende von 1900 bis zum ersten Weltkrieg bestimmten deutsche Wissenschaftler die Kommunikation auf diesem Gebiet in ihrer Muttersprache.

Russisch war nach dem 2. Weltkrieg die dominante Sprache im damaligen Ostblock. Mit dem Zerfall der ehemaligen Sowjetunion kehrte sich diese Entwicklung im Sprachbereich um.

Französisch parliert man heute noch in der Mode und - im Ballet.

Die italienische Sprache hat eine Bedeutung in der Kochkunst und in der klassischen Musik bewahrt.

Und der Ausdruck polyglott bedeutet schließlich - mehrsprachig.

Wie geht es weiter?

Mandarin, Hindu und Arabisch gewinnen regional an Bedeutung. Englisch ist und bleibt auf absehbare Zeit die Weltsprache Nummer Eins.

 

Textquellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Weltsprache
https://de.wikipedia.org/wiki/Indirect_rule
http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52515/weltsprache

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