Eine kurze Chronologie.

Es gehört etwas Besonderes dazu, um aus einem kleinen Landstrich (Latium) ein Weltreich zu schaffen. Mut allein reicht in der Regel nicht aus. Man braucht auch ein außergewöhnliches Organisationstalent - und zwar über einen sehr langen Zeitraum. 
Die Geschichte Roms liest sich in ihren Hauptpunkten folgendermaßen (*):

Warum ist Rom untergegangen?

Warum ist Rom untergegangen? (Bild: schreibspass bei Pagewizz.com)

Die sagenhafte Gründung durch die Brüder Romulus und Remus ist weit bekannt. Andere Autoren, wie Vergil, nennen Aeneas, einen der Helden des besiegten Troja, als den ursprünglichen Gründer.

 "Die Römer" habe es geschafft, über einen Zeitraum von mehr als 1000 Jahren Geschichte zu schreiben. Warum kam diese Geschichte zu einem Ende?

Mehr als ein Tag

Das römische Reich ist auch nicht "an einem Tag" oder nach einer eindeutig bestimmten Schlacht untergegangen. Das Siechtum zog sich über einen Zeitraum von mehreren Epochen hin.
Wie bei allen bedeutenden Themen der Weltgeschichte haben sich unterschiedliche Bewertungen auch zum Fall Roms herausgebildet.

  1. Machtmissbrauch wird genannt. Zahlreiche interne Kämpfe und Bürgerkriege kennzeichnen diese Tatsache.
  2. Der Verfall der Sitten aufgrund von übermäßigem Wohlstand wird gern zitiert.
  3. Die Völkerwanderung wird als ein wesentlicher Impuls zum Untergang von Westrom genannt.

Doch warum konnten die einst mächtigen Legionen die "Barbaren" nicht im Feld besiegen?
Ein Ansatz liegt möglicherweise in einem aufgeblähtem Beamtenapparat. Dieser war teuer und musste über hohe Steuern unterhalten werden. Die Steuerlast führte zu einem Geburtenrückgang in weiten Teilen der römischen Bevölkerung. Die fehlenden jungen Männer aus dem Kernland wurden durch Hilfstruppen ersetzt. Mit der Zeit führten einige Landesteile mit ihren eigenen Truppen ein Eigenleben, und Rom verlor nach und nach mehr Provinzen – und die entsprechenden Steuereinnahmen. Es entstand eine nach innen gerichtete Spirale der Schwäche, die letztlich zum militärischen Zusammenbruch angesichts der Angreifer aus der Völkerwanderung führte.

 

Als ein "offizielles" Datum wird regelmäßig das Jahr 476 angegeben, in dem der germanisch- stämmige Heerführer Odoaker nach einer Meuterei den letzten "Schattenkaiser" Roms besiegte.

Damit gilt das Ende des west-römischen Reiches historisch als besiegelt.

Warum ist Rom untergegangen? (Bild: Jollymama/ pixabay.com)

Der Wunsch nach einem Neubeginn

Berühmten Herrschern wie Justinian und auch Karl dem Großen wird zugeschrieben, sie hätten einen Wiederaufstieg des untergegangenen Reiches versucht. Sie seien allerdings daran gescheitert.

Und schließlich hätten sogenannte "Barbarenstämme" ab dem Jahr 1000 für eine Wiedergeburt Roms in neuem Gewand gesorgt. Die Anführer dieser Stämme sollen das Papsttum aus innerpolitischen Gründen gefördert haben. Damit wurde, nach Ansicht verschiedener Wissenschaftler, die Grundlage für eine neue Ordnung gelegt, die in das europäische Mittelalter führte.

Wenn man es so sehen will, dann entstand aus dem untergegangenen Römischen Reich das mittelalterliche Europa. Eine interessante Perspektive.

Und die Musik spielt dazu …

Geniale Baukunst - mäßige musikalische Schöpfungen.

Aquädukt - bis zu 100 Kilometern lang (Eifelwasserleitung) (Bild: IzazKrakowa/ pixabay.com)

Als ein geschichtswissenschaftlicher Außenseiter stellte der verstorbene "Jazz-Professor" Joachim Behrendt eine sehr ungewöhnliche These auf:
Die Römer sind demnach auf die Dauer erfolgloser geworden, weil sie hauptsächlich Militärmusik gespielt haben sollen. In dieser Form kann ein Leser den Text bei Behrendt interpretieren.
Diese Sichtweise muss nicht sosehr abwegig sein, wie sie sich auf den ersten Blick liest. Nach den Thesen aktueller Hirnforscher (*) entwickeln Menschen ihr Weltbild aufgrund von Gefühlen und Emotionen.
Musik erzeugt Emotionen. Militärmusik müsste demnach die Fähigkeit der römischen Politiker zu diplomatischen Entscheidungen beeinflusst haben. Den Römern fehlte dann das soziale Feingefühl ("Mozart-Effekt"). Folgte man diesem Gedankengang, dann war ihre Gehirnstruktur primär auf Konfrontation ausgerichtet. Und das ging auf die Dauer nicht gut. Erschöpfung war die Folge.

Rom und sein Pyrrhus Syndrom – diese Meinung wird nicht jedem gefallen, weil sie zu sehr abseits vom "Mainstream" liegt. Aber das Nachdenken ist erlaubt.

Fazit: 3 Gründe für den Untergang

Zurück zu den gängigen Thesen aus den Wissenschaften.

  • Dekadenz. Werteverfall durch ein Übermaß an Wohlstand und Macht
  • Bürgerkriege. Ungleichverteilung innerhalb der Bevölkerungsschichten. 
  • Äußerer Druck durch die Völkerwanderung.

Die aktuelle Forschung geht von einer Kombination der vorgenannten Ursachen aus.

Einige Großreiche außerhalb Europas sind nach Meinungen der Forscher aus anderen Gründen untergegangen. Maya, Sumerer und die Indus-Kultur – sie sollen alle das Opfer von schwerwiegenden klimatischen Veränderungen geworden sein. Die Römer haben ihren Fall auf ihre Art und Weise bewerkstelligt.

Das ehemalige Großreich wurde nach dem Jahr 476 (Odoakers Machtübernahme) in eine Anzahl von weniger bedeutenden Territorien zerteilt. Letztlich dienten die Errungenschaften des Imperiums als Grundlagen für eine neue europäische Epoche.

Lehren gezogen?

Was steht den Supermächten der Gegenwart bevor? Können sie aus den Erfahrungen der geschichtlichen Vergangenheit ihre Lehren ziehen? 

Der Untergang Roms – ein Phänomen und eine mögliche Lehre, ... 
... hinter den Ruinen des Forum Romanum auf diesem Foto sind schließlich auch neue Bürogebäude entstanden. 

Autor seit 2 Jahren
125 Seiten
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