Vorgehensweise

Der Text untersucht die Keywords, die mit dem Bild der Mona Lisa verbunden sind.

  • Wer war Mona Lisa?
  • Warum ist das Bild so berühmt?
  • Lächelt sie wirklich?
  • Wenn ja, was bedeutet es "geheimnisvoll" zu lächeln?

(Bild: WikiIMages/)

Irrtum Nummer #1

Die dargestellte Person heißt gar nicht Mona mit Vornamen. Monna oder Madonna ist ein italienisches Hauptwort und bedeutet "Ehefrau". In Deutschland wurde der Titel des Gemäldes falsch übermittelt. (*)

Bei der Person handelt es sich nach vorherrschenden Meinung der Kunsthistoriker um die damals 14-jährige Ehefrau eines Kaufmannes aus Florenz. Das Bild wurde um das Jahr 1500 von Leonardo da Vinci gemalt. Andere Kunsthistoriker vertreten abweichende Thesen.

Irrtum #2

Es handelt sich nicht um ein Ölgemälde von imposanter Größe. Das Bild misst gerade einmal etwa 80x50 cm (H/B) und liegt damit in etwa in der Größe eines TV Bildschirmes mit 94 cm Diagonale. Das Bild stellt also kein Riesengemälde dar, keinen "Schinken".
Die Mona Lisa erscheint eher wie ein Porträt in angenehmen Maßen. Und – sie war in der Ursprungsversion einmal breiter. Rechts und links hatte Leonardo ursprünglich die Säulen eines Herrschaftshauses abgebildet. Später hatte er das Bild zugeschnitten (*).

Rätsel und Lösungsansätze

Weichzeichner. Leonardo hat eine außergewöhnliche Maltechnik angewendet. Dies wird durchgängig bestätigt. Seine sfumago Technik (*) verwischt die Umrisse der dargestellten Objekte. Dadurch wirken die Eindrücke verschwommen, neblig und etwas rätselhaft. Hier taucht ein erster Hinweis auf das "rätselhafte Lächeln" der Mona Lisa auf.

In übersteigerter Art und Weise wird dieses Vorgehen auch heute angewendet. In Grafikprogrammen wird diese Technik als "smudged" (verwischen) bezeichnet. SciFi und Alien Freaks wollen solche Techniken bei unerklärlichen Fotos von Strukturen auf fernen Planeten in YouTube Aufnahmen entdeckt haben (Marsgesicht u.a.).

Was bleibt? Unscharfe Konturen können auf den Betrachter "geheimnisvoll" wirken.

"smudges" Moan Lisa (Bild: PublicDomainPictures/)

(Bild: WikiIMages/)

Sinnlichkeit. Der Kunstinteressierte liest bei Kommentaren zum Bild von Adjektiven wie: sinnlich, verführerisch und schön. Es werden allerdings auch Beiworte wie kalt, abweisend und frostig verwendet.
Damit unterscheidet sich die Mona Lisa eindeutig zum Beispiel von den Darstellungen der PinUp Girls aus den 1950er Jahren. Diese lächeln zwar auch, aber sie sollten immer eindeutig sexistisch-verführerisch wirken.

keep on smiling (Bild: ArtsyBee/)

Hat Leonardo da Vinci also das Kunststück fertig gebracht, zwei gegensätzliche Ausdrucksformen - weibliche Schönheit und Verlockung - in das Bild der Mona Lisa zu integrieren?

Schau mir in die Augen

Die Augen sind der Spiegel der Seele, so lautet ein berühmter Ausdruck.
Leonardo soll in seinem Gemälde zwei Fluchtpunkte verwendet haben (*), so liest man. Wer genauer hinschaut, der könnte eine leichte Ablenkung der Augäpfel erkennen wollen. Tatsächlich sollen die Augen die Wirkung eines Sehfehler (Silberblick) darstellen (*). Dies ist insofern interessant, als in Auftragsgemälden des Mittelalters in der Regel eher makellose Schönheiten dargestellt wurden.
Hat Leonardo hier mit einem Trick gearbeitet, um durch den kleinen Sehfehler der Schönheit eine Note der "Wirklichkeit" zu geben – und sie damit weniger unnahbar zu machen? Dann kann man diese Vorgehensweise schon meisterlich nennen - und raffiniert.

(Bild: WikiIMages/)

To smile or not to smile

Das Lächeln wurde seit Jahrhunderten von Wissenschaftlern verschiedener Forschungsrichtungen untersucht. Der Bogen spannt sich von eine Fazilislähmung (Lähmung der mimischen Gesichtsmuskulatur) bis zum Fehlen von Schneidezähnen und einem daraus resultierenden schiefen Lächeln (*).
Möglicherweise wollte der Künstler tatsächlich nur ein Lächeln aus der Person hervorzaubern.

Eine eigene Meinung bilden

Der interessierte Leser kann nun nach Paris fahren und sich das Bild in natura im Louvre ansehen. Oder er kann dieses geheimnisvolle Lächeln am PC Bildschirm auf sich wirken lassen. Dabei kann er auch noch den Bildschirmausschnitt vergrößern (siehe oben), um das Lächeln intensiver zu betrachten.

Was ist das Ergebnis? Man hat ein "weltbekanntes geheimnisvolles Lächeln" selbst untersucht. Raus aus der Denkschablone. Nur die eigene Meinung zählt.

 

Textquellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Mona_Lisa
https://de.wikipedia.org/wiki/Sfumato

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