Update November 2016

Auf diesem Foto ist eine rote Telefonzelle in den schottischen Highlands abgebildet. Neben dem Telefonhäuschen erkennt man auch einen Briefkasten. Wir nehmen an, dass es sich nicht um ein Beispiel für britischen Humor handelt.

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(Bild: Misterfarmer)

Deutschland und seine Häuschen

Der Wikipedia Eintrag zum Thema Telefonzellen führt uns zuerst einmal nach Deutschland. Der Text beschert dem Smartphone Anwender einige erstaunliche Fakten.
In unserem Land wird diese Einrichtung in der Fachsprache als Telefonhäuschen (TelH) bezeichnet. Hätten Sie es gewusst? Aber es geht noch weiter mit den Überraschungen. Telefonhäuschen gibt es in unserem schönen Lande erst seit circa 1880, und damals hießen sie – Telefonkiosk. Das ist nun, einmal neidlos betrachtet, eine sehr hübsche antike Bezeichnung.
Am Anfang der Einführung dieser Technologie gab es noch keine Apparatur für den Münzeinwurf. Der Kunde zahlte per Telephon-Billet. Diese Urahnen der SIM-Karte wurden offenbar in öffentlichen Einrichtungen wie den Postfilialen für eine Nutzungsdauer von fünf Minuten veräußert.
Noch ein Gag: die Idee der Billets orientierte sich an den damals gebräuchlichen Fahrkarten für die Pferdetrambahn.

Die rote Box

Nun zu den Telefonzellen auf der britischen Insel. Sie werden als Wahrzeichen der britischen Hauptstadt betrachtet. Ein Wahrzeichen ist ein Erkennungszeichen für eine Stadt, ein Original.
Auf Englisch heißt diese Einrichtung Telephone Box oder Telephone Booth (also Kiste, Kasten oder Kabine).

Die Zellen wurden um 1920 im Rahmen eines Wettbewerbs ausgeschrieben. Ein britischer Architekt gewann die Ausschreibung mit einer schicken Kuppeldach-Version. Die Behörden verfügten den roten Anstrich, damit man die Kabinen schon von weitem erkennen konnte. Dies liest sich wie eine vernünftige Entscheidung.
Auf diesem Foto kann man die Signalwirkung gut erkennen.

 

Bildquelle: MK1_FIESTA/ pixabay.com

https://pixabay.com/de/dorf-phonebox-telefon-british-box-1049032/

 

 

 


In Deutschland wechselte die Farben der Häuschen über die Jahre von Blau zu Gelb, dann auf Rot und wiederum zu Gelb – bis zum heutigen Grauton mit Magenta.

England tickt anders als Deutschland.
Zum großen Erstaunen des Autors wurde die Signalfarbe Rot nur innerorts von London vorgeschrieben. Außerbezirklich waren mehrere unterschiedliche Farbanstriche erlaubt, um auf dem Land "die Farbharmonie nicht zu stören" (Zitat Wikipedia/ Telefonzelle – Vereinigtes Königreich).
Besonders auffällig sticht die Bezeichnung für den Farbton Grau hervor, der dort als "battleship grey" bezeichnet wird, also grau wie ein Schlachtschiff.

ein spezieller Farbton: "battleship grey" (Bild: Nemo/ pixabay.com)

The Times They Are A Changin'

Alle schönen Dinge haben einmal ein Ende.
Mit der Einführung des Mobilfunks ist die Anzahl der britischen Telefonzellen in den letzten 10-15 Jahren um die Hälfte gesunken. Die verbliebenen roten Exemplare stehen nun, dank einer privaten Initiative, unter Denkmalschutz. Sie gelten als "zu schützende Gebäude".

Ausgemusterte Zellen werden öffentlich verkauft. Der Preis soll bei etwa 2000 Euro pro Stück liegen. Diese Exemplare werden für verschiedene, auch sehr kreative Zwecke benutzt.

In Havanna schmückt eine Zelle den Eingang zu einem Nachtclub. Ein schottischer Künstler hat eine Kaskade von zwölf umgefallenen Kabinen konstruiert. Zahlreiche Universitäten und Shopping Centers nutzen die Original-Versionen zum Telefonieren, unter anderem in Antigua, auf Malta und in Hongkong.

(Quelle:en.wikipedia.org/wiki/Red_telephone_box).

rote Telefonzelle auf Malta (Bild: dvid/ pixabay.com)

Hurry Up!

Wie viele der weltberühmten Telefonhäuschen-Denkmäler gibt es noch, an denen man wirklich telefonieren kann? Der Tourist muss sich beeilen. Im Jahr 2012 waren zwar noch etwa in England 50.000 Exemplare installiert. Aber deren Zahl sinkt kontinuierlich.

Besuchen Sie London, solange dort noch rote Telefonhäuschen stehen.

Textquellen: wikipedia. de, en.wikipedia.org, Bildquelle: pixabay.com

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