Der "fliegende Teppich" aus Russland

Damals war's - 1880 in Russland. Ein Romanautor hatte die Vision eines sogenannten "fliegenden Teppichs" entworfen in Form eines selbstfahrenden Automobils, das auf einer elektrifizierten Fahrbahn die Insassen sicher an ihr Ziel chauffiert (*).
Im Boden der Fahrbahn sollten nach den Vorstellungen des Visionärs taktile Elemente eingebaut sein, die das Fahrzeug über elektrische Energie vorantreiben sollten.
Ein russischer Jules Verne.

(Bild: Rafaelpublio)

In der Zwischenzeit, von 1880 bis heute, behalfen sich die Wohlhabenden mit Chauffeuren.

(Bild: 1588877)

Den ersten Durchbruch in Richtung teil-autonomer Verkehrsmittel erzielte der Autohersteller Chrysler (*). Bereits im Jahr 1958 hatte das Unternehmen den ersten Vorläufer eines autonomen Systems hergestellt, den Tempomat.
Heute würde man vielleicht sagen, es handelt sich um ein System der Klasse 1.

Autonome Klassengesellschaft

Was bedeutet Klasse 1 in diesem Zusammenhang? Zur Erklärung muss gesagt werden, dass das autonome Fahren in Deutschland in 6 Klassifizierungsstufen eingeteilt wird. Diese sind (*):

Level 0. Ich will Spaß, ich gebe Gas. Kein Autopilot, keine Einparksystem oder sonstige Gadgets. Der Fahrer bedient die Pedale und kümmert sich um alle sonstigen Bedienungselemente.

Level 1. Es stehen Assistenzsysteme zur Verfügung, zum Beispiel Geschwindigkeitsregler mit Abstandsmessung. Diese Hilfen funktionieren in erster Linie als Notbremshilfen und werden unter dem Sammelbegriff ACC zusammengefasst (*).

Level 2. Auf dem nächsthöheren Niveau sind Goodies wie Einparksysteme bereits eingebaut. Auch Stauassistenten stehen zur Verfügung. Der Fahrer sitzt immer noch selbst am Steuer.

Level 3. High tech auf der Autobahn. Das Fahren wird auf den Schnellstraßen vom System übernommen. Auch Spurwechsel, Spurhalten, Blinker setzen – dies alles macht das Auto selbsttätig. Der Fahrer selbst übernimmt dort nur wenige vordefinierte Funktionen, und dies nach einer Vorwarnzeit (*). Ansonsten lässt er die Fahrt, auf speziell eingerichteten Schnellbahnen, autonom vornehmen. Geplantes Einführungsdatum in Deutschland: 2020.

Level 4. Eine Serviceklasse höher und Ausdehnung auf alle Straßen. Das Fahrzeug übernimmt nun ausnahmslos alle Funktionen. Der Insasse greift nur noch in krassen Ausnahmesituationen händisch ein.

Level 5. Das Lenkrad fällt ganz weg. Der Insasse ist ein Passagier wie heute beim Bahnfahren. Es handelt sich um 100 % autonomes Fahren. Die Automobilhersteller zeigen zu diesem Thema bereits erste Concept Cars.

(Bild: Moerschy)

(Bild: Gavilla)

Gibt es autonome Fahrsysteme bereits heute?

Es tut sich viel auf diesem Gebiet. Für einen Außenstehenden verlangt es schon einiges an Aufmerksamkeit, um den Überblick über die aktuelle Entwicklung zu behalten. Von Audi zum Beispiel wird berichtet, dass das Unternehmen autonome Fahrzeuge in den USA, in Nevada, erfolgreich getestet hat (*). Tesla, Ford, BMW, Volvo, Nissan und andere bekannte Hersteller sind ebenfalls in diesem Bereich aktiv. Daimler-Benz hat nach Presseberichten in den USA erste selbstfahrende LKW im autonomen Betrieb fahren lassen und soll eine öffentliche Fahrerlaubnis erhalten haben, und ebenso das sogenannte Google Roboter-Auto (*).
In den Medienberichten handelt sich dabei teilweise um sogenannte Beta-Versionen von teil-autonomen Fahrzeugen und um Testfahrten. Bis zum Einsatz im Massenbetrieb sorgen unterschiedliche Leitlinien der Verkehrsbehörden in verschiedenen US-Bundesstaaten und Haftungsfragen für intensive Diskussionen.

Wie geht es weiter in der Zeitreise?

Selbstfahrende Privatwagen, Robotertaxis und autonome Busse sind bereits in der Erprobung. In Deutschland wird der rechtliche Rahmen für den Betrieb autonomer Verkehrsmittel derzeit abgesteckt. Das Thema bleibt spannend. Es lohnt, sich am Ball zu bleiben …

(Bild: Intographics)

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