Wassergeister

Nixen haben es nicht nur faustdick hinter den Ohren. Sie können sogar gefährlich werden. Nach einer etymologischen Auffassung leitet sich das Wort Nixe vom lateinischen necare, gleich töten, her.
Mancher biedere Rheintourist mag darüber erschrocken sein. Die Loreley und auch die Jungfrau von Kopenhagen sehen doch eher lieblich aus. Es gibt auch männliche Pendants. Diese werden Wassermann genannt (1).

 

 

Aquarius, der Wassermann, ein Song der Hippie-Kultur, kommt in Erinnerung.

Die Loreley als Kill-Bill-Verschnitt mit dem Aquarius im Gefolge? 

Man kann nur staunen, wenn man den Volkssagen etwas auf den Zahn fühlt.

Die Harten und die Zarten

Für Nixen müsste nachträglich ein dreieckiges Verkehrsschild entworfen werden. Sie können nämlich eine Gefahr bedeuten. Es gibt zwei Arten: Wasserfrauen und Meerjungfrauen. Und es gibt die Psychologen. Und diese haben den jeweiligen Kategorien eine seelenkundliche Dimension zugeordnet.

 

 

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Bisher liest sich die Beschreibung eher recht harmlos. Wo ist der Haken bei der Geschichte, so mag sich der Leser fragen?

Totenreich und Nahtod Erfahrung?

Dieser liegt im Seelischen verborgen. Unsere Altvorderen in Europa haben den Tod gern mit dem Element Wasser in Verbindung gebracht. Nixen sind Wassergeister, also Vorboten des Todes. Und wenn sie mit ihrem Gesang beginnen, das ist das letzte Stündlein nicht mehr fern. Erinnerungen an Texte zu Erfahrungen von Nahtoten können aufkommen. Sind diese Sphärenklänge, die entsprechende Personen auf dem Totenbett wahrnehmen, eventuell den Sirenen Gesängen der Nixen gleichzusetzen?

 

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Auch die Versuchung, die von den Wasserwesen ausgeht, kann mit der Vorstellung von Kreislauf von Leben und Tod kompatibel gehen.

Liebe und Erlösung

Was sagen die Psychologen noch? Wasserfrauen stehen für die Mutterliebe. Sie sind also positiv besetzt. Meerjungfrauen dagegen repräsentieren den Wunsch nach Erlösung von der Einsamkeit. Eine Wasserfrau wird von Künstlern gern als Mischwesen aus Frau mit Fischleib dargestellt.

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Die Darstellungen der Aphrodite als "Schaumgeborene" und Boticellis "Geburt der Venus" erinnern uns an diesen Archetypus. Die Zusammenhänge können schon als fantastisch bezeichnet werden. Sie erinnern weiter an die Schöpfung des Universums und an die Milchstraße, die von der Göttermutter Gaia bereitgestellt wurde.

Soweit zu den Wasserfrauen.
Meerjungfrauen dagegen wollen erlöst werden. Sie sind eine Art Bachelorette des Zeitalters vor der Erfindung des Fernsehens. Undine ist so ein Wassergeist, und ebenfalls die Märchenfigur von Hans Christian Andersen.

Nach aktuellen Berichten in den Medien verdienen einige Damen in der Gegenwart sogar ihren Lebensunterhalt mit einem Sport, der Mermaiding genannt wird. Sie schnallen sich eine sogenannte Monoflosse um und schwimmen publikumswirksam in Shows oder für Werbefotografen.
Diese wahren Begebenheiten sind auf YouTube dokumentiert (s.u.)

Im Überblick

Die Loreley stellt demnach einen von drei Typen von Wassergeistern dar, nämlich den verführerischen, gefahrvollen Aspekt. Die Venus von Boticelli stellt als Wasserfrau das Verlangen nach mütterlichem Schutz dar. Und die Meerjungfrau will einfach nur geliebt werden.

Nun hat der Tourist bei seinem Glas Wein in der Drosselgasse wieder ein neues und sehr passendes Thema am Tisch.

 

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