Besondere Merkmale: viele

Warum "Y"
Weil die Mitglieder dieser Generation so viele Fragen stellen. Warum heißt auf englisch "why". Für die Kennzeichnung der Generation hat man das einfach nur das Y übernommen. 

Bildung. Die Mitglieder dieser Generation sind gut gebildet (1). Das Bildungssystem, und nicht nur in Deutschland, hat in dieser Zeit offenbar in einigen Industrieländern gut funktioniert. Wir schlagen in Moment alle Rekorde. An den deutschen Hochschulen studieren zurzeit zwischen zwei und drei Millionen junge Menschen.

Digital Natives. Internet und Handys haben bei den Vertretern der Generation Y zum ersten Mal in der Breite eine Akzeptanz gefunden. Ein Leben ohne Handy, als Vorreiter der Smartphones, war schon vor einigen Jahren kaum denkbar.

Peggie Sue am iPad (Bild: OpenClipartVectors/ pixabay.com)

Neue Arbeitsformen. Hierarchie ist seit der Generation Y out. Man arbeitet in Teams. Scrum, kreatives Denken und Workflow Konzepte machen verstärkt die Runde. Man vernetzt sich nicht nur über Freundeskreise, sondern auch bei den Arbeitsvorgängen.

Work-Life Balance. Das Thema "schaffe-schaffe-Häusle-bauen" ist weitgehend vom Tisch. Man liest Bücher zur Selbstfindung. Minimalismus wird zu einer weit verbreiteten Lebenseinstellung.

Krisenmanagement. Durch die Anschläge in New York und die wirtschaftlichen und politischen Krisen des frühen 21. Jahrhunderts tritt der Umgang mit Unsicherheit verstärkt in den Alltag ein. Alles ist anders als in den vorherigen Generationen. Die Lebensplanung wird in weiten Teilen zur Lebens-Improvisation.

Fun Generation? (Bild: Prawny/ pixabay.com)

Fun-Generation. Statt der Karriere tritt oft die Freude am Experimentieren, auch im beruflichen Bereich, an die erste Stelle. So sagen die Soziologen. Sie erschaffen aber auch den Ausdruck der "Neo-Biedermeier" als Gegenbegriff.

Familie und Freizeit. Schon in den 1990er Jahren waren Yuppies (young urban professionals) und Dinkies (double income no kids) bekannt geworden. Generation Y, so sagen die Meinungsforscher, haben eher wenige oder keine Kinder. Bis zu fünfzig Prozent der Personen leben als Singles. 

Stimmt dies alles in dieser Form?

Mancher Durchschnittsbürger wird sich die Augen reiben. In seinem Alltag beobachtet er vielleicht oft ganz andere Dinge. Auch die Soziologen und die Politologen sind sich sehr uneins in der Einschätzung der Merkmale dieser "Generation Y".
Der Ausdruck "Biedermeier" kennzeichnet zum Beispiel eine Lebenshaltung, die um die Zeit um 1820 populär war. Der biedere Bürger wollte einmal Erreichtes bewahren. Keine Experimente, Ruhe im Land. Warum wollten die Menschen damals unbedingt in diesem Stil leben? Sie hatten die Schrecken und Wirren der napoleonischen Kriege über zwei Jahrzehnte erlebt. Der Ruf nach Ruhe und Frieden war verständlich. Heute sind weit und breit keine napoleonischen Truppen zu sehen. Was soll also diese Allegorie, die die Vertreter der Generation Y als "Neo-Biedermeier" bezeichnet, bedeuten? 

Nicht alles, was über eine Generation allgemein gesagt wird, ist jedem ohne Widerspruch verständlich.

Was bleibt?

Wo sind die Hippies geblieben, die Yuppies, die Dinkies? Manche gängigen Begriffe verschwinden recht schnell. Sie unterliegen einer "Begriffsalterung".

Die Generation Y bleibt also primär in Erinnerung, weil sie als erste intensiv das Internet und Handys benutzt hat? Oder ist da mehr?

In dreißig Jahren werden die Vertreter dieser Generation in den Ruhestand gehen. Dann ist die Genration Z "am Drücker". Man darf gespannt sein, wie Nachfolger die Lebensweise und die Errungenschaften ihrer Vorgänger-Generation bewerten werden.

"Who" ... is talking about my generation, Baby (Bild: hajninjah/ pixabay.com)

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