Worum geht es?

Es geht um Gemeinsamkeiten, aber auch um Geld und Macht. Es sollen vielfältige "Verflechtungen" (1) aufgebaut werden zwischen:

  • Nationen
  • Unternehmen
  • Einzelpersonen und
  • Institutionen.

Die Idee hört sich sinnvoll an. An die Stelle einer "splendid isolation", also einer liebgewonnenen Abschottung auf seine Region, tritt ein weltumspannender Austausch von Waren und Ideen.

Was hat der Einzelne davon?

  • Mehr Auswahlmöglichkeiten (bei Waren und Dienstleistungen)
  • Mehr Sicherheit (durch eine intensivere Abstimmung der Einzelstaaten untereinander)
  • Mehr Ideen (durch den Austausch mit anderen Kulturen und Gesellschaften) und
  • Mehr persönliche Bekanntschaften (durch Reisen und Brieffreundschaften).

Wie funktioniert Globalisierung?

Technischer Fortschritt. Mit der Digitalisierung wurden die Kommunikationstechniken revolutioniert. Wo man früher ein "Kabel" per Morseapparat hinschickte, da kann man heute Gigabytes an Dateien mit Bestellungen absenden und empfangen. Über globale Produktionsketten werden computergesteuerte Fabriken international miteinander abgestimmt.

Politischer Wille. Der Welthandel wurde liberalisiert. Handelsschranken wurden abgebaut. Weitreichende zollfreie Zonen wurden zwischen den Kontinenten eingerichtet. Die Freizügigkeit des Personenverkehrs erleichterte das Reisen wesentlich.

Das Bevölkerungswachstum. Der rapide Anstieg der Weltbevölkerung in den letzten einhundert Jahren veranlasste die Verantwortlichen einer mehr ausgewogenen Versorgung der Menschen in Gang zu setzen.

Container. Die Erfindung des Containers war ein Meisterwerk der Logistiker. Stückgut konnte nun platzsparend transportiert und zwischengelagert werden.

Bildquelle: tpsdave/ pixabay.com 

https://pixabay.com/de/rotterdam-niederlande-hafen-bucht-142710/

 

 

 

 

Der Beginn

Seit wann sprechen wir von einer Globalisierung?
Seit den 1960er Jahren. Ein amerikanischer Trendforscher soll den Begriff in die allgemeine Diskussion eingeführt haben. Einige Historiker sehen sogar die Epoche der europäischen Kolonisation als Vorläufer der gegenwärtigen Globalisierung (1).

Bildquelle: uschi2807/ pixabay.com 

https://pixabay.com/de/stockholm-br%C3%BCcke-segelschiff-krone-972573/

 

 

 

 

Mit dem Ende des zweiten Weltkrieges begann eine "De-Kolonialisierung". Hinzu kam der Fall des Eisernen Vorhanges in den 1990er Jahren. Die Welt war offener geworden. Sie bot die Chance zu mehr Freiheit im Handel und im Ideenaustausch.

Indiziensuche

In den Wirtschaftswissenschaften bezeichnet man Hinweise auf bestimmte Prozesse als Indikatoren. So werden die Indikatoren einer Globalisierung dann auch interessanterweise hauptsächlich von wirtschaftlichen Begriffen geprägt (1):

  • Der Welthandel wächst.
  • Die direkten ausländischen Investitionen in den einzelnen Ländern nehmen zu. Man "traut" sich mehr im Ausland anzulegen.
  • Die "Multis" werden mehr. Global Players treten in größerer Anzahl auf. Multinationale Konzerne wachsen durch globale Verflechtungen.
  • Die Finanzmärkte sind durch weltumfassende Verbindungen gekennzeichnet.
  • Die nationalen Ressourcen werden international verfügbar gemacht.

Hat es sich gelohnt?

Die internationalen Statistiken lassen die Idee der Globalisierung gut aussehen. Demnach ergibt sich folgendes Bild (1):

  • Der Welthandel ist in den letzten 50 Jahren um das 15-fache gestiegen.
  • Die Güterproduktion hat im gleichen Zeitraum um das 5-fache zugenommen.
  • Die direkten Auslandsinvestitionen sind um das 150-fache (!) gesteigert worden.
  • Es sind 100 Mal mehr Menschen mit dem Flugzeug unterwegs als vor 50 Jahren.
  • Der Telekommunikationsmarkt ist explodiert. Vergleichszahlen zu einer Zeit vor der Einführung des Internet und des Mobiltelefons sind kaum aussagekräftig.

Kritikpunkte

An erster Stelle wird die Gefährdung unserer natürlichen Umwelt aufgeführt. Das Ozonloch mit dem Wetter-Phänomen El Niño, die Abholzung der Regenwälder und die Vermüllung der Weltmeere lassen uns zunehmend am Prinzip des ständigen Wachstums zweifeln. Die Finanzkrise schließlich hat das globale Geldsystem infrage gestellt.

Die Globalisierungskritik richtet sich an zahlreichen wirtschaftlichen und sozialen, aber auch an kulturellen und ökologischen Themen aus. Das Thema betrifft die Menschen in ihrem Alltag weitaus mehr, als dies zu Zeiten ihrer Vorfahren der Fall war.

Was bleibt?

Dieser Artikel will einen Überblick über den Begriff der Globalisierung und deren Hauptthemen geben. Es bleibt die Einsicht, dass Optionen in dieser Welt vielseitiger, deren Handhabung aber auch komplexer geworden sind. Globalisierung bedeutet beides - Chance und Herausforderung.

Laden ...
Fehler!