Mammuts aus dem ewigen Eis

Auf der Wrangel-Insel haben bis vor ca. 1700 v.u.Z. noch Mammuts gelebt.

Diese Insel liegt auf russischem Hoheitsgebiet im Polarkreis. Sie war bis vor einigen tausend Jahren mit dem Festland verbunden.
Der interessierte Naturfreund glaubt die Geschichte der Paläo-Biologen dann auch gleich. Schließlich liest man immer wieder, dass Forscher in Sibirien Mammutleichen im Permafrostboden finden. Das Klima wird wärmer, die Frostböden tauen stellenweise auf, und jahrtausendalte, oft gut erhaltene Fossilien kommen zum Vorschein.

Der Permafrost Boden taut auf

Der Permafrost Boden taut auf (Bild: Lurens / pixabay.com)

Fossilien Fantasy Filme

Roland Emmerich ist für den Fantasy Liebhaber ein sehr attraktiver Filmemacher.
Im Zusammenhang mit dem Thema Elefanten erinnert sich der Filmfreund gleich an die Szene aus "10.000 Jahre vor unserer Zeit", in der wildgewordene Mammuts auf einer Pyramiden-Baustelle herumtoben.

Im Film "Am Anfang war das Feuer" werden Mammut-Jagden sehr anschaulich in Szene gesetzt. Mammuts gelten als Vorläufer der Elefanten.

Elefanten - interessante Fakten

Aktuell leben noch Hauptlinien der Elefanten in Afrika und in Asien. Diese Linien haben sich vor 6-7 Millionen Jahren von ihren Vorgängern, u.a. auch von den Mammuts, abgespalten.

Um das Jahr 1900 sollen allein in Afrika noch mehrere Millionen Tiere gelebt haben. Die Zählungen verschiedener Schutzorganisationen weisen für das Jahr 2012 noch etwa 600-800.000 Exemplare für Afrika und Asien aus. Der drastische Rückgang der Populationen ergibt sich hauptsächlich aus der Jagd bzw. der Wilderei nach Elfenbein.

Der größte Elefant der Neuzeit war zehn Meter lang. Die Durchschnittslänge der sonstigen Vertreter dieser Art beträgt etwa vier Meter.

Die größte Elefantenschlacht fand um das Jahr 300 v.Chr. in Asien statt. Laut Berichten der damaligen Geschichtsschreiber wurden bis zu 500 Tiere eingesetzt.

Hannibal hat um das Jahr 200 v. Chr. mit 37 Elefanten die Alpenpässe überquert und eine römischen Armee von fast 80.000 Mann (nicht nur wegen der Elefanten in seinen Reihen) vernichtet. Allerdings sollen die mitgeführten Elefanten nicht kriegsentscheidend gewesen sein.

In Asien werden Elefanten noch heute als Arbeitstiere eingesetzt. In Thailand existiert nach Medienberichten die letzte Elefantenschule.

In Bangkok gibt es ein Elefantenmuseum. In der Region um Bremen soll eines geplant sein.

Elefantenmuseum in Bangkok (Bild: Josch13 / pixabay.com)

Das Geheimnis der Elefanten - Wettbewerbsvorteile

Und was sagt die Biologie zu Mammut und Elefant?

Frühe Vorfahren der Elefanten sollen bereits vor 60 Millionen Jahren gelebt haben. Diese Tierart hätte damit zeitgleich mit zahlreichen Saurierarten existiert. Allerdings haben die Rüsseltiere ihre Konkurrenten überlebt.

Wie haben die Gewinner dies bewerkstelligt?

Sie verfügen über vier Vorteile:
1. Rüssel
2. Gehirn
3. Kommunikationsverfahren und
4. Art der Nahrungsaufnahme

Die Merkmale und Fähigkeiten bringen dem Tier in dieser speziellen Kombination entscheidende Alleinstellungsmerkmale im Konkurrenzkampf.

Der Rüssel - Wunder der Natur

Der heute lebende Elefant und seine Vorgänger gehören zur biologischen Ordnung der Rüsseltiere.

Die Herausbildung eines Rüssels stellt einen Geniestreich der Evolution dar. Rüssel haben sich entwicklungsgeschichtlich aus Nase und Oberlippe gebildet. Sie dienen als Riechorgan, als Greifhand, als Waffe und als Ziehpumpe beim Trinken.

Mit diesem Organ können die Rüsseltiere an Blätter von hochwachsenden Bäumen gelangen, die anderen Tieren verwehrt sind. Damit erhöhen sie ihr Nahrungs- und Überlebenspotenzial erheblich.

Schweine sind ebenfalls Rüsseltiere. Zu dieser Ordnung gehören weiterhin der Ameisenbär – und die Schmetterlinge. Diese haben den Unterkiefer in einen Saugrüssel umgewandelt und nehmen damit den Nektar aus den Blütenkelchen auf.
Ein ganzer Zoo aus Fliegen, Wanzen, Rüsselkäfern, Schnecken und Quallen vervollständigt diese interessante Ordnung der Natur.

Die Hominiden haben diese Option nicht wahrgenommen. Mit einem Rüssel würden Menschenaffen über ein fünftes Greifwerkzeug verfügen, und sie könnten entsprechend mehr Handlungen vollziehen. Dabei würden sie um 25% mehr taktile Informationen aufnehmen, mehr "begreifen" können. Die Auswirkungen auf die Bildung zusätzlicher Neuronen im Gehirn stellt ein interessantes zusätzliches Potenzial dar.

Elefanten-Gedächtnis

Elefanten vergessen nichts. Stimmt dies, und wenn ja – worauf beruht dieses legendäre Gedächtnis?

Verhaltensforscher haben in der Tat bemerkenswerte Gedächtnis- und Orientierungsleistungen festgestellt. Ein Elefantengehirn wiegt im Durchschnitt fünf Kilogramm. Dies ist volumenmäßig das größte Gehirn von Landlebewesen – und viermal so groß wie das Denkorgan des Menschen.
Dazu verfügt das Gehirn des Tieres über besonders ausgeformte Schläfenlappen, die von Neurologen mit der Gedächtnisleistung assoziiert werden.
Zudem werden Elefanten bis zu neunzig Jahre alt. Sie haben also eine ausreichend lange Lebenszeit, um ausgedehnte neuronale Netze zu entwickeln.

Bio WLAN und nachwachsende Zähne

Kommunikation

Elefanten verständigen sich nicht über Trompetenlaute. Sie kommunizieren über Ultraschall-Frequenzen. Diese sind für den Menschen nicht hörbar.

Die Kommunikation erfolgt laut Forschungsuntersuchungen über Dutzende von Kilometern.
In diesem Punkt haben die Elefanten gegenüber anderen Tierarten einen enormen Kommunikationsvorteil. Sie können eine Art biologisches WLAN herstellen.

Wie erzeugen diese Tiere diese Frequenzen?
Kann die Bionik dieses Verfahren für den Menschen nachbilden?
Als Folge würde das Kommunikationssystem der menschlichen Gesellschaft eine weitaus verbesserte Dimension erreichen. Gleichzeitig würde durch den Rückgang der Nutzung von elektromagnetischen Wellen deren potenziellen negativen Wirkungen reduziert.

Nahrungsaufnahme

Die Backenzähne des Elefanten wachsen sechsmal in seinem Leben nach. Abgenutzte Zähne werden ersetzt und ermöglichen dem Tier die uneingeschränkte Nahrungsaufnahme über eine lange Lebenszeit.

Diese Erkenntnis sollte man Human-Genetikern mitteilen. Vielleicht können sie uns im Laufe der Zeit von manchen Zahnproblemen befreien. Das Genom des Elefanten wurde bereits im Jahre 2009 vollständig sequenziert.

Impressionen

Hier sehen Sie eine Auswahl von drei nicht alltäglichen, atmosphärisch stimmungsvollen Bildern über Elefanten aus dem Pixabay Fundus:

(Bild: bykst / pixabay.com)

Säbelzahntiger und Elefantenfriedhöfe

Haben Elefanten keine Feinde?
Ihr größter Feind der Vorzeit, der Säbelzahntiger, existiert nicht mehr. Elefanten haben somit in der Moderne nur wenige natürliche Feinde. Löwen und andere Predatoren trauen sich in der Regel an erwachsene Tiere nicht heran.

Kinder werden in Abenteuer-Filmen mit Geschichten über einen "Elefantenfriedhof" in den Bann gezogen. Tarzan-Filme haben dieses Thema mehrfach aufgenommen.
Der biologische Hintergrund der Abenteuergeschichten erscheint allerdings recht rational. Elefanten verlieren im Alter, auch nach sechs Erneuerungen, ihre Zähne. Sie ziehen sich dann in Sumpfgebiete zurück und ernähren sich dort von den leicht essbaren Pflanzen. Somit erscheinen sie in der Ebenen nicht mehr.

Der Mythos vom Elefantenfriedhof hat sich gehalten. Mythen begeistern immer wieder jede Generation.

Elfenbein

Bisher hat sich das Thema sehr spannend und abenteuerlich gelesen - mit Geschichten über biologische Wettbewerbsvorteile, über Elefantenfriedhöfe und Hannibals Alpenüberquerung.
Der Autor dieses Textes hatte anfangs auch eine biologische Fragestellung im Sinn, als er über die Anzahl der heute lebenden Elefanten recherchierte.

Und dann stößt der Autor auf das Thema Elfenbein.
Berichte über tonnenweise konfisziertes Elfenbein überraschen den nicht-informierten Leser immer wieder. Die Zahl der Elefanten-Population ist seit dem Jahr 1900 von geschätzten mehreren Millionen auf derzeit circa 600-800.000 lebende Exemplare zurückgegangen.

Das heißt, ohne die Verwendung des Elfenbeins würden heute weit mehr Elefanten in freier Wildbahn leben als die genannte Anzahl der Tiere.

Elfenbein – wofür wird es verendet? Für Nippes und Kokolores, für Dekorations-Objekte - keine wirklich lebenswichtigen Dinge. Die folgenden Bilder veranschaulichen einige Beispiele:

(Bild: 4volvos / pixabay.com)

Es ist unglaublich, aber wahr. Wir töten ein Tier von sieben Tonnen Körpergewicht, um aus den Stoßzähnen Klaviertasten und Becher für die Anrichte herzustellen. Der "Rest" des Tieres wird kaum verwendet und von den Wilderern liegengelassen.

Internationale Aufklärung und Sensibilisierung der potenziellen Verbraucher sollen den Handel mit Elfenbein einschränken. Für die industrielle Verwendung bieten sich Kunstharze und ähnliche Stoffe als Ersatz an.

Hemingway und andere Romanautoren haben die Großwildjagd in Afrika dramatisiert und heroisiert. Hollywood hat in einer ganzen Reihe von Abenteuerfilmen das Thema aufgegriffen und melodramatisch geschönt. Der Leser und Kinobesucher erfährt die Elefantenjagd als großartiges Abenteuer auf dem wilden, dunklen Kontinent.

Der Rechercheur stößt auf Fakten mit anderer Ausdruckskraft.

Fazit.

Elefanten sind, nachträglich betrachtet, ein sehr interessantes Thema. Leser und Schreiber haben überraschende Fakten über die Natur gewonnen und eindrucksvolle Bilder aufgenommen.

Elefanten verfügen also über ein vierfach größeres Gehirn als der Mensch und nutzen Ultraschall-Kommunikation. Dennoch hat der Mensch den Evolutions-Wettbewerb gegen die Elefanten gewonnen. Man fragt sich tatsächlich, warum der homo sapiens im Laufe seiner Evolution nicht einige der vorteilhaften Merkmale übernommen hat.

Der Ausgangspunkt der Recherchen zu diesem Artikel waren biologischer Art.
Die Frage lautete: Was ist das Überlebens-Geheimnis der Elefanten als Großtiere?

Durch die Recherche zum Thema Elfenbein und dem damit verbundenen drastischen Rückgang der Populationen ändert sich die Fragestellung.

Die Frage lautet nun: Warum töten wir, zur Herstellung von simplen Schmuckgegenständen, Tiere mit außergewöhnlichen biologischen Merkmalen? Sinnvoller wären doch z.B. gezielte Untersuchungen des Zahngeheimnisses und des fabelhaften Gehörs.

Die Recherche und das Schreiben über diese Tiere machen daher am Ende auch sehr nachdenklich im Hinblick auf unseren Umgang mit der Natur.

 

Textquellen. wikipedia.de, Bilderquelle: pixabay.com

Artikel-Hinweise:

Nur Saurier bildeten im Laufe der Erdgeschichte größere Landtiere als die Elefanten.
Zum Thema dieser Riesenechsen finden Sie einen informativen Artikel auf dem Autorenportal Pagewizz, der von der Autoren-Kollegin Felizitas geschrieben wurde. Dieser Text hat auch den vorliegenden Beitrag mit angeregt. http://pagewizz.com/von-menschen-und-dinosauriern-32734/

Die Autorenkollegin Reisefieber hat einen interessanten Text über den indischen Elefantengott Ganesha verfasst.
http://pagewizz.com/der-indische-gott-ganesha-der-kleine-dicke-als-uberwinder-30010/

Einen sehr informativen und amüsant geschriebenen Artikel über das Sprachvermögen der Elefanten hat Adele Sansone beigetragen http://pagewizz.com/die-geheimnisvolle-sprache-der-elefanten-32766/

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Autor seit 2 Jahren
182 Seiten
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