Eingefrorene Zeit

Alle paar Jahre wird davon berichtet, dass in einem Gebäude ein Behälter mit Relikten aus der Vergangenheit gefunden wurde. Und dies ist schlichtweg eine Zeitkapsel – ein Behälter.

Menschen mit Freude am Mystischen stellen sich eine solche Zeitkapsel gern in Form einer Schatzkiste vor.

(Bild: Annca)

Ein junger Begriff

Allerdings werden die modernen Schatzsucher in den gegenwärtigen Zeitkapseln eher kein Piratengold finden. Der Begriff der "Zeitkapsel" wurde nämlich erst im Jahr 1930 erschaffen, und zwar in den USA (*).

Üblicherweise gibt es einen recht profanen Ort für die Hinterlegung eine solchen Behälters: den Grundstein eines Gebäudes. Auch die Kirchtumspitze oder der Kirchturmknopf war in früheren Zeiten eine beliebter Lagerort.

(Bild: JaStra)

Was ist darin?

Münzen und Geldscheine werden gern dort hineingelegt. Chroniken der Zeit machen natürlich viel Sinn, auch Zeitungen und Bücher.

Was ist der Zweck? Die Menschen wollen die Ereignisse ihrer Zeit dokumentieren. Manchmal wollen sie auch ein Zeichen setzen, dass ihre Nachkommen auf den Leistungen der Vergangenheit aufbauen sollen. Oder sie wollen einen Hinweis geben, wie man es genau nicht macht.

Andere Chronisten wollen auch nur eine technische Errungenschaft dokumentieren. So wurde im Jahr 1957 ein amerikanischer "Straßenkreuzer" vergraben und 50 Jahre später mit den typischen Verfallserscheinungen der Zeit wieder geborgen (*). Was soll man dazu sagen? OK, die Zeit vergeht und Metall rostet.

(Bild: Felber)

Die Wissenschaft macht mit

Wissenschaftler beschäftigen sich mit ganz anderen Themen, wenn es um den Begriff der Zeitkapsel geht. So können Meteorologen aus Eiskernbohrungen Schlüsse über die Entwicklung des Klimas der Vergangenheit ziehen. Pompeji gibt Auskunft über das Leben der Vorfahren, als die Stadt im Moment des Vulkanausbruches eingeäschert wurde.

Die Astronomen haben grundlegende Informationen über unsere Zivilisation in die Weltraumsonde Pioneer eingraviert. So hoffen sie, dass eines Tages außerirdischen Wesen diesen Code entziffern können und sich möglicherweise auf den Weg zur Erde machen, um uns zu besuchen.

(Bild: WikiImages)

Eine Zeitkapsel für den Privatmann

Im privaten Bereich werden Zeitkapseln zur Grundsteinlegung des Hauses oder auch zur Hochzeit verwendet.

Im Prinzip handelt es sich um Metallbehälter in verschiedenen Formaten und Größen.
Im Innenbereich werden Folien oder Kunststoffeinlagen verwendet. Darin verstaut der Besitzer die Dokumente oder Wertstücke, die er der Nachwelt erhalten bzw. deren Botschaft er vermitteln will.

Fotos der Familie sind sehr beliebt. Auch die aktuelle Tageszeitung kann den Nachkommen Aufschluss über das Leben ihrer Ahnen geben. Bei den früher üblichen Disketten, die jetzt 40 Jahre alt oder älter wären, gibt es möglicherweise schon Leseprobleme. CDs sollen 50 Jahre und mehr haltbar sein. Über die Haltbarkeit von USB Sticks muss man sich genauer informieren.

Wie groß ist ein solcher Behälter? Auf 70x25 Zentimeter lässt sich schon einiges unterbringen.

Eigentlich ist dies ein spannendes Thema. Man kann einmal etwas vollkommen Neues ausprobieren. Und in 20 oder 30 Jahren ist dann die große Motto-Party fällig. Warum nicht?

Autor seit 2 Jahren
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