Update November 2016

Was sagt das Netz aktuell, im November 2016, zum Thema "I love you"?
Google zeigt 727 Millionen Einträge an. Ganz vorn stehen zwei Liebeslieder. Einmal der Song der kanadischen der kanadischen Pop-Sängerin Avri Lavigne. Dann folgt Celine Dion.

Ganz unten im Text ist das Bild der zwei küssenden Engelchen neu eingefügt. PicsArt sei Dank fpr den Herzchen-Rahmen..

Orientierung gesucht

Wenn ein Mensch gar nicht über einen Begriff nachdenken will, dann spricht er vorgefertigte Sätze nach, wie beim Beispiel in der Einleitung.

Ist ein Anderer auf der Suche nach Verständnis, so kann er Aufzählungen aneinanderreihen mit Dutzenden von Merksätzen – die jeder kennt. Oder, die Gegenseite, er kann Perlen der Dichtkunst herausfischen, die dann keiner kennt.

Die beiden letzten Ansätze sind harmlos, denn sie tun nichts (an). Sie helfen aber auch nicht bei der Beantwortung der Frage: Was ist (eigentlich) Liebe?

Wortbe-deutung

Bei der Suche nach einer Begriffsbestimmung stößt der Autor auf eine kaum überschaubare Anzahl von Untergruppierungen zur Wortbedeutung. Die Versuchung ist groß, sich an diese klugen Erkenntnisse anzuhängen.
Und wenn man dieser Versuchung widersteht - was bleibt bei der ersten Durchsicht der vielfältigen Erklärungsmodelle im Gedächtnis? Liebe ist ein Gefühl. Was ist ein Gefühl? Ist dieser Begriff an einer kompetenten Stelle definiert?

 

 

Und jetzt kommt die erste große Überraschung …

… die Biologie sagt Nein

Für die Deutungsversuche von Gefühlen gibt es in der Wissenschaftstheorie offenbar recht kontroverse begriffliche Auffassungen.
Beim Verliebtsein tun sich die Wissenschaftler besonders schwer, weil das "Ichbewusstsein" als Subjekt und das Ziel der Liebe, das Objekt, als Komponenten eine Rolle spielen.

Aber es kommt noch besser. Die Liebe ist in den Naturwissenschaften, namentlich in der Biologie, nicht definiert, so lesen wir. Gefühle werden von der Wissenschaft im Gehirn verortet. Und dort sind die biochemischen Vorgänge bei Liebesempfindungen wohl derart komplex, dass wir zur Einordnung in eine wissenschaftliche Kategorie noch keine abschließende Erklärung parat haben.

Gefühle haben unter den genannten Gesichtspunkten subjektive Qualitäten. Die Wissenschaft akzeptiert nur objektiv nachprüfbare Ergebnisse.

(Bild: Nemo/ pixabay.com)

Eine kleine Kartografie des Gehirns

Das Gebiet der Neurowissenschaften muss spannend sein. Sie untersucht den Aufbau und die Funktion von Nervensystemen.
Wir lesen von Untersuchungen der Beziehungen zwischen der Amygdala und dem Großhirn. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Gefühle auf das Denken eine stärkere Einwirkung haben als umgekehrt . Die Amygdala wird als das Gefühlszentrum im Gehirn, das Großhirn als das Denkorgan verortet.

Dann heißt es auch, dass der Bereich der Amygdala nicht allein für die Entstehung von Gefühlen betrachtet wird. Es existiere vielmehr ein erweitertes limbiches System im menschlichen Gehirn. Die weiteren Ausführungen aus dem Gebiet der Hirnforschung gehen dann doch sehr ins Spezielle.

Wo bleibt die Liebe in der wissenschaftlichen Betrachtung?

Welcher Eindruck bleibt?

Als Kernsatz bleibt uns im Gedächtnis: Gefühle kann die Wissenschaft nicht definieren, weil keine objektiven Werte messbar sind. Man kann Gefühle bestenfalls umschreiben. Da schau einer an.

Am Ende dieser Exkursion bleibt der interessierte Bürger staunend zurück. Im wissenschaftlichen Sinn gibt es die Liebe also gar nicht.

An dieser Stelle machen die Schutzengel des Autors erst einmal eine Denkpause.

Paradigmen-Dilemma

Ein Paradigma ist ein Weltbild. Unser Weltbild im Westen, so haben wir gelernt, ist wissenschaftlich geprägt. Wir lesen Ausdrücke wie "Materialisierung des Gehirns" und " Materialisierung des Ichs". Diese Bezeichnungen hören sich nicht sehr vertrauensbildend an, und sie haben bisher die Liebe auch nicht begrifflich fassen können.

Wenn ein weit verbreiteter, täglich gebrauchter, mit innigen Gefühlen besetzter Begriff wie die Liebe in keiner Wissenschafts-Disziplin definiert ist, dann – ja, wie ordnet ein neugieriger Mensch seine Fragen in ein Weltbild ein?

 

Kann Amor an dieser Stelle "einpacken"?

Ein Puzzle unserer Geistes-Welt

Wir haben nicht vor, im Zusammenhang mit der Liebe einen Diskurs über das kartesianische Weltbild und seine potenzielle Überwindung zu beginnen. Wir wollen auch, wiederholt, nicht zahllose Beispiele aus dem täglichen Leben aufführen, die die Existenz dieses Gefühls belegen sollen.
Aber es muss eine Erklärung geben. Never give up - ein weiterer Versuch …

Vielleicht finden wir eine Erklärung im nicht-wissenschaftlichen Sinn. Nur, was ist nicht-wissenschaftlich? Wir müssten nachsehen bei: Pseudowissenschaft, Parawissenschaft, Grenzwissenschaft – muss man dort suchen? Oder vielleicht bei Mystik oder Mythologie?

Schnittstellen-Forschung

In diesen wissenschaftlichen Grenzbereichen gibt es seit Tausenden von Jahren unzählige, divergierende Meinungen über die Dinge des Lebens.
Wir merken schon: die Suche nach dem Begriff der Liebe in diesen Bereichen kann mitunter lange dauern.

Selbst wenn wir fündig werden, so fehlt uns immer noch die Schnittmenge zu den Meinungen der etablierten Wissenschaften.

 

Wir brauchen diesen überlappenden Bereich, damit wir uns im Alltag mit der Majorität der wissenschaftlich orientierten Gesprächspartner weiter verständigen können.

Möglicherweise gibt es schon eine übergeordnete wissenschaftliche Disziplin, die uns entgangen ist? Also eine gedankliche Meta-Ebene, in der die Fachleute aus religio, Verhaltensforschung, Neurowissenschaft und Quantenphysik gemeinsam an solchen Themen arbeiten?

Oder … … vielleicht ist der gesamte Denkansatz grundlegend falsch gewählt …

Was also ist Liebe?

Der Denkansatz ist rational, verstandesmäßig, begründet – und er liefert keine nachprüfbare und allgemein verbindliche Antwort auf diese Frage. Er zeigt auch kein mathematisches Ergebnis, das sich als Quotient zweier ganzer Zahlen darstellen lässt.

Im Endeffekt ist es dann erfreulich, dass die Wissenschaft die Liebe nicht in eine Schublade stecken kann. Somit kann jeder Mensch bei der Bestimmung dieses Gefühls seine eigene Auslegung wählen, die ihn in der ihm gemäßen Art und Weise anspricht.

Möglicherweise ist Liebe transzendent, mit den fünf Sinnen nicht erfassbar. Dann belassen wir sie auch dort - im 7. Himmel. Schließlich wollen wir doch alle einmal dorthin kommen.

(Bild: UBodnar)

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Liebeslieder

Natürlich beschäftigt das Thema einen Menschen weiterhin.
Beim Musikhören sind wir auf den folgenden Titel gestoßen: "Warm And Tender Love" von Percy Sledge. Der Sänger hat in diesem Zusammenhang einen sehr passenden Titel gesungen.
Wenn man Lust hat, sich die lyrics in Englisch anzusehen, so liest man vom "Einhüllen" in die Liebe. Die Liebe als Schutzhülle schützt also auch vor Unsicherheiten der Außenwelt.

Auf der dem Album befindet sich auch der Song "Love Me Tender".
Dieser ist bekannt geworden durch die Interpretation von Elvis Presley. Hier hängt Liebe wieder stark mit unserem Begriff der Zärtlichkeit zusammen. Vom Wortstamm her steht dieser Ausdruck wieder der "Anmut" nahe.
Und von der Anmut führt uns der Weg zu den Vorstellungen von > Schönheit.

Liebe ist tatsächlich mehr als nur Ein Wort.

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