(Bild: Pixabay / Daniel Perrig)

Billig – Günstig – Teuer? Verschiedene Poolvarianten

Die einfachste und auch günstigste Variante ist die Weiterentwicklung dessen was wir schon aus Kindertagen kennen: des aufblasbaren Planschbeckens. In der Tat dürfte der sich selbst aufstellende Pool, bei dem man lediglich den oberen Rand aufbläst, seit den Discounter-Angeboten einer der am weitesten verbreiteten Pools sein.

Er ist für wenig Geld zu haben, schnell und einfach aufgebaut und zur Abkühlung zwischendurch oder für Kinder auch durchaus geeignet. Das Prinzip ist immer das gleiche, lediglich die Qualität kann sich von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Ein wenig aufwändiger aufzubauen dafür aber mit den Vorteilen gerader Seitenwände sind die Aufstellpools, die durch ein Rohrgerüst stabilisiert werden oder auch Pools mit dünnen Stahlwänden. Doch zum Schwimmen sind sie natürlich kaum geeignet. Es gibt in dieser Variante auch etwas größere, mehrere Meter lange Pools, aber diese kosten bereits ab ca. 5000 Euro. Die zweifelsohne schönere Variante ist ein eingegrabener Pool, wofür man ab 8000 Euro in die Hand nehmen muss, wenn es ein ganz einfacher sein soll. In der Berechnung nicht vergessen sollte man aber vor allem auch die Kosten für notwendiges Zubehör sowie die laufenden Kosten. Gut für alle, für die Gartenarbeit oder Heimwerkern als Hobby oder Ausgleich gilt: Wer selbst Hand anlegt, kann eine Menge sparen, den die Becken selbst sind inzwischen häufig gar nicht mehr so teuer.

Was muss man beachten?

Eigentlich selbstverständlich ist es, dass der Untergrund, egal ob Aufstellpool oder eingegrabener Pool, absolut waagerecht und eben sein muss. Bereits eine schwache Neigung macht sich sehr deutlich später bemerkbar, am deutlichsten bei den Pools mit aufblasbarem Rand. Möchte man mehr als nur im Wasser planschen oder mit einem Cocktail in der Hand chillen, so wird eine Wassertiefe von mindestens 1,30 Meter benötigt, besser mehr. Aufstellpools die höher als 1,30 Meter sind sollten (wenn sie laut Herstellerangaben dafür geeignet sind) mindestens bis zur Hälfte eingegraben werden. Dadurch erhöht sich die Stabilität deutlich und der Pool hält länger. Dabei ist daran zu denken, nicht die Wassermenge ist ausschlaggebend für die Belastung, sondern insbesondere die Höhe des Wassers. Sinnvoll ist es außerdem, unter dem Pool den Boden mit Polystrol zum Becken hin zu isolieren, damit das Wasser nicht so schnell abkühlt.

Die nötige Grundausrüstung für einen Pool

Je nach Ausführung muss der Pool innen mit einer stabilen Folie zum Schutz gegen beispielsweise spitze Steine ausgelegt werden. Für die Wasserqualität ist eine gewisse Grundausrüstung unumgänglich, einfach mit Wasser befüllen geht nicht. Eine Wasserpumpe und ein möglichst hochwertiger Sandfilter sind Pflicht, ein Skimmer, in dem sich Laub, Blüten oder Schmutz absetzen kann ist sehr sinnvoll. Dennoch wird sich am Boden immer etwas Schmutz oder auch Algen absetzen. Um trotzdem die Wasserqualität und den Badespaß nicht zu trüben sollte ein Bodensauger angeschafft werden. Diesen gibt es in der Version wie man ihn von Staubsaugern kennt oder aber die komfortableren Version als Saugroboter. Auch auf eine Abdeckung des Pools sollte man auf keinen Fall verzichten. Sie schützt einerseits vor unnötigem Schmutzeintrag wenn der Pool nicht genutzt wird, andererseits verhindert sie auch Algenbildung und lässt das Wasser nachts nicht so schnell abkühlen. Je größer das Becken und damit die Wassermenge ist, umso sinnvoller wird es auch eine Wasserheizung zu installieren. Bei herkömmlicher Stromnutzung ist das durchaus eine nicht geringe Belastung des Geldbeutels, doch gibt es heute zahlreiche Modelle, die auf sich auf unterschiedliche Weise Solarenergie zunutze machen, was sich auf Dauer definitiv auszahlt. Zu guter Letzt ist (außer bei korrekt angelegten Schwimmteichen) Chemie notwendig, in der Regel Chlor. Der Chlorgehalt sollte regelmäßig überprüft und reguliert werden

Eingegrabener Swimmingpool

Die Krönung der Swimmingpools ist ohne Zweifel der eingegrabene Pool. Prinzipiell gilt für diesen alles was bereits erwähnt wurde, zumal bei den günstigeren, nicht gänzlich individuell gestalteten, die gleichen Beckenmodelle verwendet werden können, wie bei der Aufstellvariante. Hinzu kommen aber noch ein paar Arbeiten und Kostenfaktoren, die bei Aufstellpools naturgemäß nicht anfallen. Ohne Bagger wird es vielleicht günstiger aber sehr mühsam, kraft- und zeitraubend. Der Untergrund und die Seitenränder sollten aus Beton gegossen oder alternativ mit großen Steinen gemauert werden. In diese vorbereitete »Wanne« wird dann das GFK-Becken gesetzt und fixiert, sowie die technischen Installationen vorgenommen . Damit es einen schönen und auch bequemen Abschluss gibt, werden die Ränder um den Pool herum befestigt und mit Platten oder Fliesen eingedeckt.

Während dies die günstigere Möglichkeit ist, zu einem eigenen Pool im Garten zu kommen, gibt es natürlich auch die Möglichkeit sich vom Poolbauer ganz individuell einen eigenen Pool gestalten zu lassen und dabei die ausgefallensten Formen zu entwerfen. Hierfür muss man dann aber schon »richtiges Geld in die Hand nehmen« und sich ein persönliches Angebot vom Fachmann machen lassen.

Braucht man für den Pool eine Baugenehmigung?

Grundsätzlich darf in Deutschland ein Pool bis zu 100 Kubikmeter haben ohne dass man eine Baugenehmigung dafür benötigt (dies gilt übrigens auch für Schwimmteiche). Um eine Vorstellung davon zu bekommen: Mit sechs mal zehn Metern bei 1,5 Metern Tiefe kommt man auf 90 Kubikmeter. Allerdings sollte man sich dennoch beim örtlichen Bauamt kundig machen, da es sowohl in den einzelnen Bundesländern als auch in unterschiedlichen Kommunen teilweise Regelungen gibt, die das Vorhaben einschränken können oder auch größere Pools ermöglichen.

Muss der Pool speziell versichert werden?

Wer einen eigenen Pool möchte, sollte am besten ebenfalls im Vorfeld, seine bestehenden Versicherungen durchschauen und sich ggf. beraten lassen. Ein Pool gehört in die Gebäudeversicherung. Wichtig ist wie immer bei Versicherungen, ein besonderes Augenmerk auf das Kleingedruckte zu legen. Beispielsweise bei den derzeitigen Unwettern kann es interessant sein, ob die Versicherung bei Schäden an Pumpe und Filter durch Schlamm zahlt und ob Abdeckung und Peripherie bei Hagel versichert ist.

Versicherungsrechtlich von höchster Bedeutung ist eine Vorschrift, die man für sinnvoll oder auch unsinnig halten kann. Hier gehen die Meinungen meilenweit auseinander und diese Vorschrift hat schon zu großen Leserbriefdebatten und mehr geführt. Tatsache aber ist, dass um das Grundstück auf dem sich der Pool befindet, ein Gartenzaun von mindestens 1,20 Höhe laufen muss, um (zumindest rechtlich) zu gewährleisten, dass keine Kinder unbeaufsichtigt aufs Grundstück gelangen können und dann möglicherweise im Pool verunglücken.

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