Die Körpersprache - Von Schwanz bis Körperhaltung

Die Körpersprache ist der erste Ausdruck, den man selbst und der Hund über die Augen vom Gegenüber wahrnehmen kann. Sie ist besonders wichtig und verrät sehr viel über die Befindlichkeit einer Person. Auch für den Menschen ist es wichtig die richtige Körperhaltung zu zeigen. Man kann noch so laut brüllen, wenn die Körperhaltung Angst verrät wird ein Hund einem den Rang als Anführers nicht abkaufen.

 

Das Rutenspiel:

Die Position des Schwanzes verrät nicht nur, ob der Hund sich freut, sie kann auch Angst oder Aggression ausdrücken.

  • Bekannt ist das Schwanzwedeln. Es drückt Freude aus
  • Ein zwischen den Beinen eingeklemmter Schwanz verrät Angst oder Unterwerfung
  • Ist der Schwanz nach oben hin aufgerichtet signalisiert er Dominanz und Selbstsicherheit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

aggressive Körperhaltung: Rute steil nach oben, Lippen angespannt, Haare aufgestellt
Quelle: WikimediaCommons

 

Körperhaltung:

Mit der Körperhaltung kann ein Hund am leichtesten Dominanz oder Unterwerfung ausdrücken. Sie signalisiert auch wie entspannt oder angespannt ein Hund derzeit ist. Sie ist für den Menschen eigentlich nicht allzu schwer zu verstehen, da auch der Mensch über seine Körperhaltung Signale ausstrahlt, man achtet meistens nur nicht bewusst darauf.

  • Desto aufrechter der Hund und desto "breitbeiniger" er steht, desto imposanter, dominanter und selbstsicherer will er wirken
  • Desto kleiner und geduckter ein Hund sich macht, desto stärker will er Unterwürfigkeit signalisieren. Das kann so weit gehen, dass er sich sogar ganz auf den Rücken legt, was vollständige Unterwerfung bedeutet
  • Etwas hat seine Aufmerksamkeit erregt (ein Beutetier z.B.): Ohren sind hochgestellt und auf das Ziel ausgericht, die Rute verläuft gerate nach hinten, der Körper ist gespannt wie ein Bogen. Bei zur Jagd gezüchteten Hunden ist außerdem oft eine Pfote angehoben
  • Der Hund knickt mit den Vorderbeinen ein, fixiert mit den Augen einen Gegenstand (z.B. einen Ball) und seine ganze Körperhaltung zeigt, dass er zum Sprung bereit ist: Der Hund möchte mit einem spielen
  • Aufgestellte Haare deuten Aggression oder Angst an. Der Hund möchte damit größer und imposanter erscheinen

Die Mimik - Der Gesichtsausdruck eines Hunds ist komplexer als man denkt

 

Das Gesicht und dessen Mimik ist eine zweite sehr vielschichtige Art und Weise eine Vielzahl an Botschaften zu übermitteln. Durch den Blick, über die Augenbrauen, bis zu Ohren und Gebiss hat der Hund mannigfaltige Variationen zu bieten.

 

Auf der x-Achse: Aggresivität steigt von links nach rechts
Auf der y-Achse: Angst steigt von unten nach oben
Quelle: WikimediaCommons/Nipou

 

Die Ohren (bei Hängeohren nur am Ohransatz erkennbar):
Die Ohrstellung kann nur in Verbindung mit anderen Signalen richtig gedeutet werden. Wie das obere Bild zeigt existieren vielerlei Zwischenformen zwischen den Extremen:
  • Angelgete, nach hinten versteckte Ohren: Angst oder Unterwürfigkeit
  • Aufgestellte aufs Ziel ausgerichtete Ohren: Interesse bis Aggressivität

 

Der Blick:
Die Augen und die Augenbrauen sind wie auch beim Mensch ein Tor in die Seele.
  • Weite Pupillen: Ausgeglichenheit
  • Enge Pupillen: Konzentration, Kampfbereitschaft oder Angst
  • Starr fixierte Augen aber bei geweiteten, runden Pupillen, oft hochgezogene Augenbrauen, Ohren auf Ziel ausgerichtet: Z.B. beim Spielen beobachtbar, wenn man dem Hund ein spannendes Spielzeug vor die Nase hebt
  • Gehobene Augenbrauen, geweitete Augen mit "hypnotischem" Blick: Oft beim Betteln, während des Essens seines Herrchens
  • Blick ist starr und streng auf einen anderen ausgerichtet: Dominanzgeste. Ein starrer, direkter Blickkontakt wird von den meisten Hunden als Zeichen der Aggression gewertet

 

Das Gebiss:
  • Desto mehr man von den Zähnen sieht, desto aggressiver ist der Hund
  • Desto friedlicher ein Hund ist, desto eher wird er versuchen seine Zähne mit den Lippen zu verdecken

 

 

Lautsprache - Bellen, Winseln, Knurren

Die Lautäußerung ist beim Menschen eine der wichtigsten Kommunikationsmittel. Auch der Hund kennt viele Laute, jedoch in keiner annähernd so umfangreichen Sprache und nicht mit derselben Priorität wie beim Menschen.

        • Bellen: Der Hund möchte auf sich aufmerksam machen. Weil er etwas entdeckt hat oder zu etwas auffordern möchte. Je höher die Stimme, desto spielerischer ist die Äußerung gemeint. Je tiefer die Stimme, desto ernsthafter ist seine Äußerung
        • Heulen: Wenn sich der Hund alleine fühlt oder andere heulende Geräusche wahrnimmt. Tritt insbesondere im Rudel auf
        • Niesen: Möchte Aufmerksamkeit erregen, ohne zu laut zu sein
        • Seufzen: Zeichen der Entspannung und der Zufriedenheit
        • Winseln: Bei Schmerzen oder Stress
        • Knurren: Aggression aber auch Angst.

   Quelle: WikimediaCommons/Atkineve

Beim Knurren ist entsprechend des oberen Mimik-Bilds der ganze Gesichtsausdruck zu betrachten, um herauszufinden, ob es durch Unsicherheit oder Aggressivität entsteht. Aggressivität darf von im Rudel stets "höherrangigen" Menschen auf keinen Fall toleriert werden, sonst verliert der Hund den Respekt. Unsicherheiten und Ängste sollten dagegen in Ruhe "therapiert" werden.

Autor seit 4 Jahren
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